Das ärgert beim Einkauf:

Werbung mit „Made in Germany“ kann nicht stimmen

Auf den Sportlerprodukten steht der Hinweis „Made in Germany“, obwohl das Kreatin nicht aus Deutschland stammen kann. Aktuelle Beispiele: Kreatinpulver der Marken Wehle Sports und „blooms naturals“.
Getäuscht?

Über diese Aussagen/Bilder ärgern sich Verbraucher:innen.

Die Werbung „Made in Germany“ auf den abgebildeten Kreatinprodukten kann nicht stimmen. Stammt die wesentliche Zutat, in diesen Fällen das Kreatin, nicht aus Deutschland, müssen Anbieter dies angeben. Solche Hinweise fehlen auf den abgebildeten Verpackungen in den Online-Shops der Marken Wehle Sports und blooms natural. 
Denn nach Informationen von Expert:innen aus der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfallen kann das verwendete Kreatin aufgrund der vorhandenen Angaben nicht aus Deutschland stammen.
Die Anbieter sollten auf den Verpackungen und im Online-Shop das Ursprungsland für das verwendete Kreatin offenlegen oder auf die Werbung mit „Made in Germany“ verzichten.

Zu „Wehle Sports Creatine Monohydrat“

Der Hersteller Wehle Sports konnte mir auf Nachfrage nicht den genauen Hersteller des Kreatins nennen. Daher gehe ich davon aus, dass es dann wohl aus China kommt und mit „Made in Germany“" wohl wieder nur das Weiterverarbeiten gemeint ist. 
Verbraucher aus Falkensee vom 13.10.2026

Zu „Bloom Naturals Creatin Monohydrat“

Kreatin: Es gibt weitere Shops, die fälschlicherweise und bewusst mit „Made in Germany“ werben, z. B. Blooms Naturals auf amazon.de.
Verbraucher aus Gärtringen vom 05.08.2026

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Die Werbung „Made in Germany“ vermittelt einen falschen Eindruck, wenn die wesentliche Zutat der Sportler-Produkte nicht aus Deutschland stammt und Hinweise auf die abweichende Herkunft fehlen.

Darum geht’s:

Auf den Kreatin-Pulvern für Sportler:innen ist gut sichtbar der Hinweis „Made in Germany“ zu sehen. Die Herkunft der primären Zutat Kreatin ist auf der Verpackung und im Online-Shop nicht zu finden. Das verwendete Kreatin kennzeichnen die Anbieter als „Creatin Monohydrat“ im Zutatenverzeichnis. Der Firmensitz der Anbieter befindet sich jeweils in Deutschland.

Das ist geregelt: 

Gemäß der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) dürfen die Informationen auf Lebensmitteln nicht täuschen, unter anderem über das Ursprungsland oder den Herkunftsort.
Ist auf einem Lebensmittel eine Herkunft angegeben, die primäre(n) Zutat(en) stammen aber nicht daher, so ist ein Hinweis zur Herkunft der primären Zutaten anzugeben. Alternativ ist die Angabe möglich, dass die primäre Zutat aus einem anderen Ursprungsland oder Herkunftsort kommt als das Lebensmittel.

Primäre Zutaten sind laut LMIV die Zutaten, die 50 Prozent der Menge ausmachen oder die Verbraucher:innen üblicherweise mit der Bezeichnung des Lebensmittels verbinden. In den meisten Fällen ist für primäre Zutaten eine mengenmäßige Angabe vorgeschrieben.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Der Anbieter bewirbt sein Produktangebot online mit „Made in Germany“, obwohl die wesentliche Zutat – das Kreatin – nicht aus Deutschland stammen kann. Hier fehlt der wichtige Hinweis, woher das Kreatin kommt. So kann die falsche Erwartung entstehen, dass es aus Deutschland stammt.
Laut den Expert:innen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wird die Substanz Kreatin in Europa nur von einer deutschen Firma produziert und unter dem Markenamen „Creapure®“ und „Creavitalis®“ als Zutat gekennzeichnet. Dieser Markenname taucht bei den Kreatinpulvern aber nicht auf. 

Fazit:

Die Anbieter sollten auf den Verpackungen und im Online-Shop das Ursprungsland für das verwendete Kreatin offenlegen oder auf die Werbung mit „Made in Germany“ verzichten.

Stellungnahmen

Zu „Wehle Sports Creatine Monohydrat“, FNW International GmbH, Berlin

Auf das Schreiben von Lebensmittelklarheit vom 15. Oktober 2026 hat das Unternehmen nicht reagiert.

Zu „Bloom Naturals Creatin Monohydrat“, Supplement Hub GmbH, Berlin

Auf das Schreiben von Lebensmittelklarheit vom 18. August 2026 hat das Unternehmen nicht reagiert.