Aldi Transparenz Code: Mehrere Verarbeitungsorte nun abrufbar
Über diese Aussagen/Bilder ärgern sich Verbraucher:innen.
Zusammenfassung
Die Gestaltung der Schauseite lässt Schinken von der Nordseeküste erwarten. Dafür sprechen die Hinweise „luftgetrockneter Rohschinken von der deutschen Nordseeküste“ und „gereift am Meer“. Im Widerspruch dazu, wurde laut Herkunftsinformation auf transparenz.aldi.de das Schweinefleisch in Sachsen-Anhalt zu Schinken verarbeitet. Da in der Aldi-Datenbank nur der Ort für den letzten Verarbeitungsschritt, das Verpacken, angegeben wurde, fehlte Norderney als Ort für die Reifung des Schinkens.
Inzwischen taucht bei der Eingabe des Aldi Transparenz-Codes (ATC) für den Meersalzschinken auf transparenz.aldi.de Norderney als Verarbeitungsort auf. Das passt nun zur Werbung mit der Nordseeküste.
Beschwerde
Auf der Verpackung des Meersalzschinkens steht „gereift am Meer“ und „von der deutschen Nordseeküste“. Wenn man den Aldi-Transparenz-Code (ATC) „HSC2203470017“ auf transparenz.aldi.de eingibt, heißt es:
Schlachtung: DE-49632 Essen (Oldenburg)
Zerlegung: DE-49632 Essen (Oldenburg)
Verarbeitung: DE-06406 Bernburg.
Nichts davon ist an der Nordseeküste. Das ist Verbrauchertäuschung.
Verbraucherin aus Seelbach vom 24.05.2026
Einschätzung der Verbraucherzentrale zur ursprünglichen Website
Das geht gar nicht: Die Herkunftshinweise auf der Verpackung passen nicht zu den Angaben auf transparenz.aldi.de. Der Hersteller und/oder Aldi sollten die Widersprüche beseitigen und für nachvollziehbare, zusammenpassende Angaben sorgen.
Darum geht’s:
Auf der Schauseite des Produktes „Meersalzschinken mit Pfeffer“ der Aldi-Eigenmarke Gourmet Finest Cuisine ist der Produktname „Meersalzschinken mit Pfeffer“ mit „von Hand gesalzen; luftgetrockneter Rohschinken von der deutschen Nordseeküste“ ergänzt. Zusätzlich weist ein Label auf „Gereift am Meer“ hin.
Auf der Rückseite nennt die Herstelleradresse mit Kempen einen Ort in Nordrhein-Westfalen. Unter der Überschrift „ATC“ weist ein Text darauf hin, dass es unter transparenz.aldi.de bei Eingabe des Aldi-Transparenz-Code mehr Herkunftsinformationen gibt. Im Feld mit dem Aufdruck des Mindesthaltbarkeitsdatums steht der ATC „HSC2203470017“. Die Informationen in der Aldi-Datenbank lauten für den Schinken:
Aufzucht DE, Schlachtung und Zerlegung DE-49632 Essen (Oldenburg) und Verarbeitung DE 06406 Bernburg. Essen liegt im Oldenburgischen Münsterland in Niedersachsen und Bernburg in Sachsen-Anhalt. Ein Ort an der Nordseeküste ist nicht genannt.
Das ist geregelt:
Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Herkunft eines Lebensmittels. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Danach ist eine Angabe des Herkunftsorts verpflichtend, falls ohne diese Angabe eine Irreführung der Verbraucher:innen über den tatsächlichen Herkunftsort des Lebensmittels möglich wäre. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn beispielsweise das Etikett insgesamt den Eindruck erweckt, das Lebensmittel komme aus einem anderen Ursprungsland oder Herkunftsort.
So sieht’s die Verbraucherzentrale:
Die Schauseite vermittelt den Eindruck, dass es sich um einen Schinken von der Nordseeküste handelt. Wenn sowohl die Adresse der Anbieterfirma als auch die Herkunftsinformationen auf der Aldi-Transparenzdatenbank nur Orte nennen, die weit von der Küste entfernt liegen, ist ein Täuschungsvorwurf naheliegend.
Fazit:
Die Anbieterfirma und Aldi sollten dafür sorgen, dass die Herkunftsinformationen zur Werbung mit der Nordseeküste passen.
Stellungnahme der Herm. Schepers & Comp. GmbH & Co. KG, Kempen
Kurzfassung:
Meersalzschinken wird auf Norderney eingesalzen und vollständig gereift; in Bernburg wird er ausschließlich geschnitten und verpackt. Im ATC-Portal wurde früher nur Bernburg als Verarbeitungsschritt angezeigt. Nach einem Systemupdate wird unter „Verarbeitung“ nun auch die Produktion mit Norderney ausgewiesen. Das verwendete Identitätskennzeichen ist in der BLtU-Datenbank des BVL abrufbar.
Ergebnis
Die Anbieterfirma hat erreicht, dass auf transparenz.aldi.de mehrere Verarbeitungsorte angezeigt werden. Dadurch taucht für die ATCs der neuen Chargen des Meersalzschinkens nun neben Bernburg die Nordseeinsel Norderney auf. Allerdings ist Norderney sechsmal genannt. Eine Erklärung, welche Verarbeitungsschritte jeweils damit gemeint sind, gibt es nicht. Das geht nach Ansicht von Lebensmittelklarheit noch informativer. Die Kund:innen wollen mehr Informationen und keine Rätsel raten.







