Verbraucherbeschwerde

Maggi Grießklößchensuppe

Die Suppe wirbt mit „natürlichen Zutaten“, obwohl sie sich nicht von anderen Tütensuppe abhebt.
getaeuscht

Der Anbieter bewirbt die Tütensuppe „Grießklößchen“ prominent mit der Aussage „Mit natürlichen Zutaten!*“. In der Zutatenliste sind überwiegend getrocknete und stark verarbeitete Zutaten als „natürlich“ deklariert. Nur wenige Zutaten wie Aroma sind ohne „Sternchen“. Die Natürlich-Werbung ist nach Auffassung von Lebensmittelklarheit nicht nachvollziehbar, da sich die Zutaten nicht von anderen Tütensuppen abheben. Zudem ist zu erwarten, dass Verbraucher:innen die Natürlich-Werbung trotz Sternchen auf das gesamte Produkt beziehen. 
Der Anbieter sollte auf die Werbung „mit natürlichen Zutaten“ verzichten.

Die Produktfront der Tüte „Grießklößchensuppe“ suggeriert „natürliche Zutaten“! Die Zutatenliste offenbart das Gegenteil.
Verbraucherin aus Fürth vom 06.09.2021

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Der Anbieter wirbt prominent mit natürlichen Zutaten und markiert einen Teil der Zutaten als „natürlich“. Aus unserer Sicht passt die Werbung „mit natürlichen Zutaten*“ nicht zu einer typischen, industriell hergestellten Tütensuppe.

Darum geht’s:

Auf der Schauseite stellt der Anbieter unmittelbar hinter dem Produktnamen „Grießklößchensuppe“ die Werbeaussage „Mit natürlichen Zutaten!*“ heraus. Dabei ist die Schriftgröße des Wortes „natürlichen“ im Vergleich größer. Das Sternchen hinter der Werbeaussage fällt dadurch weniger auf. 
Die Abbildung zeigt Karotten sowie ein Blatt Petersilie und in der Suppenkelle ist Lauch zu sehen. 
In der Zutatenliste auf der Rückseite sind zahlreiche Bestandteile mit „*“ gekennzeichnet, beispielweise Weizengrieß, Hühnerei-Eiweiß, Milchzucker, Lauch, 0,8 Prozent Karotten, Petersilie, Salz und Würze (aus Weizen). Im Anschluss an die Zutatenliste taucht der Hinweis „* natürliche Zutaten“ auf. Die Zutaten Palmfett, Jodsalz, Aromen und Hefeextrakt beispielsweise sind nicht mit einem Sternchen versehen. 

Das ist geregelt:

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Beschaffenheit eines Lebensmittels. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).
Es gibt keine rechtliche Definition für den Begriff „natürlich“ und damit auch keine exakten Vorgaben, wann eine Zutat als natürlich gekennzeichnet werden kann. 

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Außer getrocknetem Gemüse und getrockneten Kräutern sind zahlreiche weitere Zutaten als „natürlich“ gekennzeichnet, obwohl hinter Zutaten wie Zucker, Kartoffelstärke und Milchzucker bereits ein aufwendiger Herstellungsprozess steht. Solche konventionellen, verarbeiteten Zutaten als „natürlich“ zu kennzeichnen, entspricht aus unserer Sicht weder dem allgemeinen Sprachgebrauch noch der Verbraucherauffassung. 
Wie vermutlich jedes andere Fertigprodukt enthält die Tütensuppe Zutaten wie Gemüse und Kräuter – allerdings in getrockneter Form und in sehr geringer Menge. Die Suppe hebt sich daher in Hinblick auf „Natürlichkeit“ nicht von anderen Tütensuppe ab. 
Zudem gehen wir davon aus, dass die Werbung von Verbraucher:innen auf die Suppe insgesamt bezogen wird. Sie werden daher keine Zutaten wie Aromen und Hefeextrakt erwarten. Die Werbung ist aus unserer Sicht insgesamt missverständlich und auf der Fertigsuppe deplatziert. 

Fazit:

Der Anbieter sollte auf die Werbung „mit natürlichen Zutaten“ für eine typische, industriell hergestellte Tütensuppe verzichten.

Stellungnahme der Nestlé Deutschland AG, Frankfurt am Main

Kurzfassung:

In der Zutatenliste kennzeichnen wir die natürlichen Zutaten wie Gemüse, Öl oder Mehl mit einem Sternchen. Wir verwenden für die Maggi Grießklößchen Suppe aus verschiedenen Gründen nicht ausschließlich nur natürliche Zutaten. Beispielsweise enthält Salz einen Hilfsstoff, der ein Verklumpen verhindern soll. Daher kennzeichnen wir das Salz beispielsweise nicht als natürlich.