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Protein-Lebensmittel sind oft nichts Besonderes

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© Dmitry Kalinovsky - 123rf.com

Proteinpulver, -drinks und -riegel gibt es schon länger auf dem Markt. Immer häufiger finden Verbraucherinnen und Verbraucher aber auch Käse, Fisch oder Joghurt mit „High-Protein“-Werbung im Regal. Der Verbraucherzentrale Hessen sind verschiedene  Protein-Lebensmittel im Handel aufgefallen. Ihr Fazit: Hinter den vermeintlich besonders eiweißreichen Produkten stecken nicht immer neue Erzeugnisse. Bei einigen ist nur der Name oder die Aufmachung neu.

Werbung mit Selbstverständlichkeiten ist verboten

„Protein-Käse“ oder „Protein-Lachs“ legen die Erwartung nahe, dass in den Lebensmitteln mehr Eiweiß steckt als in herkömmlichem Käse oder Fisch. Das ist aber bei den von der Verbraucherzentrale gefundenen Produkten nicht der Fall. Um überhaupt mit „Protein“ werben zu können, nutzen die Hersteller laut Verbraucherzentrale ein rechtliches Schlupfloch: Grundsätzlich ist Werbung mit Selbstverständlichkeiten verboten. Da die meisten Fisch- und viele Käsesorten ohnehin eiweißreich sind, weisen die Anbieter über ein Sternchen auf eine Erklärung hin. Diese ist die häufig klein gedruckt und steht manchmal nur auf der Rückseite: Hier finden Verbraucherinnen und Verbraucher den Hinweis „von Natur aus“. Auf diese Weise versuchten Hersteller, die Werbung mit Selbstverständlichkeiten zu umgehen, so die Verbraucherzentrale.       

Früher „light“, heute „proteinreich“

Ein Vergleich einzelner Produkte zeigt: Einige Lebensmittel lagen bereits zuvor identisch zusammengesetzt als Light-Versionen im Regal.

Auch Eiscreme, Pudding und Kekse sind gelegentlich in einer Proteinvariante zu finden. Hier rät die Verbraucherzentrale Konsumentinnen und Konsumenten, genau hinzuschauen: Häufig enthalten solche Lebensmittel zwar tatsächlich mehr Eiweiß und weniger Zucker oder Fett als herkömmliche Varianten. Dafür sorgen aber häufig Süßstoffe und Bindemittel für süßen Geschmack und die gewohnte Konsistenz.  

Auch im Portal Lebensmittelklarheit sind bereits Beschwerden über Käse, Fisch und Milchprodukte eingegangen, die als besonders proteinreich beworben werden. Bei Verbraucherinnen und Verbrauchern können solche Produkte falsche Erwartungen wecken.

Aus Sicht von Lebensmittelklarheit sollten Hersteller auf den ersten Blick deutlich machen, ob das Produkt von Natur aus proteinreich ist oder es sich um eine proteinreiche Variante handelt.  

Quelle: „Lebensmittel mit einer Extraportion Protein: überflüssig und teuer" Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hessen vom 28.04.2021  

Letzte Änderung 
28. April 2021
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Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.