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Marktcheck: In Eis am Stiel steckt fast immer Aroma

Bunte Eis am Stieleis auf hölzernem Hintergrund des Türkises
© Diana Taliun - 123rf.com

Bunt, süß und lecker: Eis am Stiel bietet im Sommer eine schnelle Erfrischung und ist vor allem bei Kindern beliebt. Das Angebot ist vielfältig – entsprechend unterschiedlich ist auch die Zusammensetzung, zeigt ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Bremen. Im Hinblick auf den Fett- und Zuckergehalt lohnt sich ein Blick in die Nährwerttabelle. Und wer ein Eis ohne zugesetzte Aromen sucht, muss die Zutatenliste genau studieren. Im Marktcheck kamen nur 4 von 49 untersuchten Eissorten ohne Aromen aus.

Insgesamt nahm die Verbraucherzentrale 49 Stieleissorten unter die Lupe und überprüfte diese im Hinblick auf Zusammensetzung und Nährwerte. Darunter waren 28 klassische Eissorten auf Milchbasis mit einer kakaohaltigen Glasur, sechs mit einer Fruchtglasur und eine ohne Glasur. Außerdem kamen acht wasserbasierte Sorten mit unterschiedlichen Fruchtgehalten sowie sechs Eissorten aus einer Mischung von milch- und fruchthaltigem Eis auf den Prüfstand.

Rote-Bete-Saft statt künstlicher Farbstoffe

Vor allem Fruchteissorten und Eisprodukte für Kinder sind häufig bunt gefärbt. Nachdem insbesondere Azofarbstoffe wie Tartrazin oder Azorubin in der Vergangenheit in die Kritik geraten sind, haben die Hersteller auf unbedenkliche Alternativen umgestellt. Bei einem großen Teil der Eissorten setzen Hersteller statt Farbstoffen färbende Lebensmittel wie Rote-Bete-Saft oder Karottensaftkonzentrat ein. Wenn überhaupt Farbstoffe zum Einsatz kamen, dann solche, die als unkritisch zu bewerten sind.

Anders sieht es bei Aromen aus: Nur 4 der 49 Proben im Marktcheck kamen nur vier Eissorten ohne zugesetztes Aroma aus. Alle anderen enthielten natürliche Aromen (29) und / oder „Aroma“ (18). Taucht der Begriff „Aroma“ in der Zutatenliste auf, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein künstlich hergestelltes Aroma. Allerdings kann sich auch natürliches Aroma oder natürliches Fruchtaroma dahinter verbergen, sodass eine eindeutige Zuordnung nicht möglich ist.

Eis auf Milchbasis ist häufig fett- und kalorienreich

Wer auf seine Figur achtet, kommt um den Blick in die Nährwerttabelle nicht herum. Der Marktcheck zeigt: Im Hinblick auf Kalorien- und Fettgehalt sind in der Regel Wasser- oder Fruchteis die bessere Wahl. Besonders große Unterschiede zwischen den Eissorten fanden sich im Fettgehalt: Während Wassereis im Schnitt 0,6 Gramm Fett  und Fruchteis 5 Gramm Fett pro 100 Gramm lieferte, waren es bei Milcheis mit kakaohaltiger Fettglasur rund 18 Gramm. Der Spitzenreiter enthielt sogar 26 Gramm Fett pro 100 Gramm.

Die milchbasierten Eissorten im Test enthielten immer auch pflanzliche Fette. Dabei verzichten fast alle Hersteller inzwischen auf das in Verruf geratene Palmöl. Die Verbraucherzentrale fand die Zutat Palmöl noch in zwei Eissorten. Beide Hersteller bezogen es aus nachhaltigen Quellen und kennzeichneten dies mit dem RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) Siegel.

Die übrigen Hersteller verwendeten statt Palmöl Kokosfett. Doch das sei nicht unbedingt nachhaltiger als Palmöl, warnt die Verbraucherzentrale. Kokosfett stamme aus ähnlichen Anbaugebieten wie Palmöl. Keiner der Anbieter lieferte Belege oder Siegel für einen nachhaltigen Anbau.
 

Quelle: Verbraucherzentrale Bremen: Ice, Ice, Baby: Echte Früchte oder Geschmack aus dem Labor?

Letzte Änderung 
2. Juli 2021
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