Fragen & Antworten

Produktname von Magnesiumtabletten

Frage

Vor ein paar Tagen habe ich mir neue Magnesiumtabletten gekauft, die sich „Magnesium + Calcium + D3“ nennen. Durch einen flüchtigen Blick habe ich angenommen, dass Magnesium der Hauptwirkstoff mit der höchsten Dosierung in dem Produkt ist (immerhin wird an erster Stelle des Produktnamens Magnesium erwähnt), zuhause stellte meine Lebensgefährtin dann fest, dass dem eben nicht so ist. Meine Frage wäre nun, ob dieses Produkt so verkauft werden darf oder ob es schon eine Art der Täuschung ist? 

Antwort

Für den Produktnamen gibt es keine spezielle rechtliche Regelung, es gilt nur das allgemeine Verbot der Täuschung. Die offizielle Bezeichnung hingegen ist rechtlich geregelt. Für Nahrungsergänzungsmittel muss sie „Nahrungsergänzungsmittel“ lauten. Zusätzlich muss der Anbieter die Namen der Nährstoffe nennen, die für das Produkt kennzeichnend sind. Produktname und Bezeichnung sollten sich nicht widersprechen.

Die Reihenfolge im Produktnamen sinnvoll anzuordnen, ist aus unserer Sicht schwierig, da zur Sortierung verschiedene Werte herangezogen werden könnten:

  • Die Reihenfolge in der Zutatenliste (und damit die absteigenden Reihenfolge des Gewichtsanteils) ist wenig sinnvoll, da das Gewicht der Nährstoffverbindung von der Art der Verbindung abhängt. Allein für den Zusatz von Magnesium sind mehr als 20 verschiedene Verbindungen zugelassen, beispielsweise Magnesiumcarbonat, Magnesiumchlorid oder Magnesiumoxid.
  • Die Nährstoffmengen, die in der Nährwerttabelle genannt sind, sind ebenfalls nur begrenzt aussagekräftig, denn bei einem Nährstoff spielt eine entscheidende Rolle, wie viel Prozent der Referenzmenge durch die Einnahme einer Tablette oder einer Tagesdosis erreicht wird. Das folgende Beispiel zeigt die Problematik:
    Die Referenzmenge für Calcium beträgt 800 Milligramm pro Tag, die Referenzmenge für Magnesium nur 375 Milligramm. Enthält die Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels beispielsweise 400 Milligramm Calcium und 375 Milligramm Magnesium, wird die Referenzmenge von Calcium nur zu 50 Prozent gedeckt, die von Magnesium aber zu 100 Prozent. Es gäbe also Argumente, das Calcium im Produktnamen nach vorne zu stellen, aber auch Argumente, die für Magnesium an erster Stelle sprechen.

Nach Ansicht von Lebensmittelklarheit sollten Kennzeichnung und Aufmachung von Nahrungsergänzungsmitteln schon auf der Schauseite deutlich machen, welche die wesentlichen Nährstoffe und gegebenenfalls weiteren Substanzen sind. Im vorliegenden Fall sollten daher die drei im Produktnamen genannten Nährstoffe Magnesium, Calcium und Vitamin D die charakteristischen Nährstoffe sein. Da die Zusammensetzung bei Nahrungsergänzungsmitteln sehr unterschiedlich sein kann, lohnt es sich, vor dem Kauf die Mengen der Nährstoffe und deren Anteil an den Referenzmengen zu prüfen.

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