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„Fleischsalat veggie“

Darf ein Salat, der kein Fleisch enthält, sich „Fleischsalat“ nennen?

vegetarischer Fleischsalat
vegetarischer Fleischsalat © HandmadePictures - Fotolia.com

Frage

Zum „Fleischsalat veggie“: Darf ein Salat, der kein Fleisch enthält, sich „Fleischsalat“ nennen? Falsche Deklaration? Die gleiche Frage stellt sich mir zum Beispiel auch bei Fleischwurst oder auch bei tradierten Fleischereiprodukten wie Buletten, Steaks, Wurst..., die man immer mit Fleisch verbindet.

Antwort

Die Bezeichnungen für vegetarischen Fleischersatz werden kontrovers diskutiert. Das zeigen viele Anfragen an Lebensmittelklarheit.de.

Die Bezeichnung „Vegetarischer Käse“ wurde bereits durch ein Gericht als unzulässig beurteilt. Die rechtliche Situation ist bei Käse jedoch anders als bei Wurst: Die Bezeichnung „Käse“ ist rechtlich geschützt, während Wurstsorten – oder im Fall von Fleischsalat Feinkostsalate – lediglich in den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs beschrieben sind.

Eine Täuschung ist bei den meisten Produkten auszuschließen, weil sie deutlich als „vegetarisch“ oder „vegan“ gekennzeichnet sind. Denn im Gegensatz zu preiswerten Imitaten, die Verbrauchern manchmal unbemerkt untergeschoben werden, handelt es sich bei vegetarischen Produkten um spezielle Erzeugnisse für die Zielgruppe der Vegetarier und Veganer. Hersteller kennzeichnen sie in der Regel im eigenen Interesse klar und eindeutig.

Wir sind jedoch der Auffassung, dass pflanzliche Ersatzprodukte als Imitate gemäß der Lebensmittelinformationsverordnung zu behandeln sind. Das heißt, die pflanzliche Zutat muss in unmittelbarer Nähe zum Produktnamen deutlich angegeben werden.

Die Schwierigkeit bei der Kennzeichnung besteht darin, einerseits den Kunden deutlich zu machen, wie das Produkt schmecken soll – in diesem Fall wie Fleischsalat. Andererseits ist es kritisch zu sehen, wenn Bezeichnungen verwendet werden, die bisher fleischhaltigen Erzeugnissen vorbehalten waren.

Wir haben bereits eine nicht-repräsentative Umfrage zum Thema „vegetarischer Brotbelag“ durchgeführt. Die meisten Teilnehmer/innen sprachen sich dabei für eine Bezeichnung wie „Vegetarischer Brotbelag mit Mortadella-Geschmack“ aus.

Eine zusätzliche, einfache Maßnahme gegen mögliche Verwechslungen ist es, vegetarische bzw. vegane Produkte in einem gesonderten Bereich im Supermarkt anzubieten.

Die Verbraucherzentralen widmen sich in diesem Jahr verstärkt diesem Thema, um die Interessen der Verbraucher besser vertreten zu können.

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Letzte Änderung 
16. Juni 2016

Kommentare

Die Feststellung, dass es zu den Bezeichnungen für vegetarische Fleischersatzprodukten keine Gerichtsurteile gibt, ist nur formal zutreffend. Auch wenn es keine Urteile sondern Beschlüsse sind, existieren Gerichtsentscheidungen. Das VG Gelsenkirchen hat, bestätigt durch das OVG NRW, festgestellt, dass die Bezeichnung "Schnitzel fleischfrei" in Ordnung ist, wenn eine korrekte beschreibende Bezeichnung vorhanden ist. Link:

http://www.justiz.nrw.de/nrwe/ovgs/vg_gelsenkirchen/j2012/19_L_145_12_Be...


Danke für den Hinweis. Wir haben die Aussage zu Gerichtsurteilen entfernt. Der Beschluss ist aus unserer Sicht sehr interessant. Er macht deutlich, dass es auf die Gesamtaufmachung des Lebensmittels ankommt – und somit auf den Einzelfall. Das vorliegende Produkt „Schnitzel fleischfrei“ wurde als nicht irreführend angesehen, da auf der Verpackung ausreichend deutlich darauf hingewiesen wurde, dass es sich um ein fleischfreies Produkt auf Basis von Milch handelt.

Auch wir sehen bei den meisten Fleischersatzprodukten ein geringes Täuschungspotenzial, weil sie aufgrund von Angaben wie „vegetarisch“ oder „fleischfrei“ nicht mit Fleischerzeugnissen zu verwechseln sind.


"Fleisch" ist ein Stück totes Tier. Nicht mehr, nicht weniger. Pflanzliche Produkte so zu bezeichnen, ist irreführend, wie vieles mehr, was die Lebensmittelindustrie macht. Gesetzgeber? Fehlanzeige, wohl von Lobby bestochen.


Nun ich finde es richtig ein Vegan oder vegetarisch vor oder hinter den Ersatzprodukten zu setzen, um klarzumachen um was es sich handel -
Beispiel Fleischsalat vegan statt
Pflanzencreme mit Gurken Gemüse und Proteinstreifen aus Getreide
Fakt ist das vegan oder vegetarisch ein Mehraufwand an Lebensmitteltechnologie erfordert