Weniger Inhalt im Glas soll angeblich die gleiche Menge Brühe ergeben
Über diese Aussagen/Bilder ärgern sich Verbraucher:innen.
Zusammenfassung
Die Herstellerfirma Hügli hat die Füllmenge der Gemüsebrühe der Kaufland Eigenmarke K Classic von 140 auf 126 Gramm geschrumpft. Ein Hinweis auf die verringerte Menge fehlt. Die aus dem Pulver herzustellende Menge an Gemüsebrühe gibt die Firma unverändert mit „7 Liter“ an. Für die Zubereitung soll nun ein leicht gehäufter Teelöffel für 500 Milliliter statt wie bisher ein leicht gehäufter Teelöffel für 250 Milliliter verwendet werden. Die Menge, die ein gestrichener Teelöffel fassen soll, ist dabei von 5 auf 9 Gramm gestiegen. Die Menge an Pulver für 500 Milliliter Brühe ist hingegen von bisher 10 auf 9 Gramm gesunken.
Es geht an der Realität vorbei, eine Dosierung mit Teelöffeln vorzuschlagen, die ganz unterschiedliche Mengen in Gramm fassen sollen. Verbraucher:innen werden vermutlich für die Zubereitung die Brühe dosieren wie bisher und erhalten weniger Brühe.
Die Firma Hügli sollte nicht mit der gleichen Ergiebigkeit werben, wenn diese unter praktischen Bedingungen nicht erzielt wird. Sie sollte bei der Dosierung von einer Standard-Löffelgröße ausgehen und auf die verringerte Füllmenge hinweisen.
Beschwerde
Die Kaufland Gemüsebrühe gibt mit 140 Gramm = 7 Liter an und die neue Verpackung mit 126 Gramm = 7 Liter.
Verbraucherin aus Rödermark vom 24.01.2026
Einschätzung der Verbraucherzentrale
Die Füllmenge zu reduzieren, aber die Ergiebigkeit durch Veränderung der Menge und Größe der Teelöffel gleich zu lassen, das passt nicht zusammen.
Darum geht’s:
Die Herstellerfirma der Kaufland Eigenmarke K Classic hat die Füllmenge der Gemüsebrühe von 140 auf 126 Gramm verringert und füllt das Pulver in ein kleineres Glas ab. Ein zusätzlicher Hinweis auf die verringerte Menge fehlt auf der neuen Variante. Gleichzeitig ist der Salzgehalt von 50 auf 55,32 Prozent gestiegen.
Rechts neben dem Produktnamen steht auf beiden Gläsern „Ergibt 7 Liter“. Die Zubereitungsanweisung auf der Rückseite lautet statt „Einen leicht gehäuften Teelöffel (5 g) in 250 ml kochendes Wasser einrühren und aufkochen“ nun „Einen leicht gehäuften Teelöffel (9 g) in 500 ml kochendes Wasser einrühren und aufkochen“. Für 500 Milliliter sollen nun also nur noch 9 statt bisher 10 Gramm Pulver verwendet werden.
Die Verbraucherin hält die Werbung zur gleichen Ergiebigkeit für vorgetäuscht.
Das ist geregelt:
Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Menge eines Lebensmittels. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).
Die Fertigpackungsverordnung regelt die Angabe der Füllmenge.
Fertigpackungen mit konzentrierten Suppen, Brühen und anderem werden mit dem Volumen der verzehrfertigen Zubereitung in Liter oder Milliliter gekennzeichnet.
So sieht’s die Verbraucherzentrale:
Die Maßeinheit „1 leicht gehäufter Teelöffel“ einmal mit fünf und das andere Mal mit neun Gramm pro Teelöffel zu präzisieren, geht an der Ausstattung und Küchenpraxis der meisten Haushalte vorbei. Da liegt der Verdacht nahe, dass die geänderte Grammzahl lediglich dazu dient, dass rechnerisch die Ergiebigkeit von 7 Litern gleichbleibt. Und vor allem, dass die verringerte Füllmenge nicht jeder Person auffällt. Wer den gleichen Teelöffel zum Abmessen verwendet und die Brühe so dosiert wie bisher, bekommt nur 6,3 Liter anstelle von 7 Liter heraus.
Fazit:
Die Firma Hügli sollte nicht mit der gleichen Ergiebigkeit werben, wenn diese unter praktischen Bedingungen nicht erzielt wird. Sie sollte bei der Dosierung von einer Standard-Löffelgröße ausgehen und auf die verringerte Füllmenge hinweisen.
Stellungnahme der Hügli Nahrungsmittel GmbH, Radolfzell
Kurzfassung:
Brühepulver wird in Deutschland nach Ergiebigkeit verkauft, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die neuen Gläser ergeben unverändert 7 Liter Gemüsebrühe. Für die Konsumenten entstehen keine Nachteile: die geringfügig kleinere Einsatzmenge wird geschmacklich durch eine angepasste Rezeptur kompensiert. Durch die Verpackungsreduktion entstehen weniger Verpackungsabfall und Food Waste.






