Unerwartet jede Menge Apfel in „Amecke Sanfte Säfte“
Über diese Aussagen/Bilder ärgern sich Verbraucher:innen.
Zusammenfassung
Die Aufmachung der Verpackungen spiegeln die Mengen der in Wort und Bild angepriesenen Früchte nicht klar wider.
Der Anbieter sollte die Reihenfolge der in der Sortenbezeichnung genannten Früchte und die Abbildung der Früchte an die tatsächlichen Mengenverhältnisse anpassen.
Beschwerde
Beschwerde zur Sorte „Sanfte Säfte Maracuja Mandarine Kokos“
Der Saft suggeriert nur aus Maracuja, Mandarine und Kokos zu bestehen. Laut Inhaltsstoffe enthält er aber 75 % Apfelsaft, der in der Produktbeschreibung nur so ganz nebenbei erwähnt wird.
Verbraucher aus Bad Neuenahr-Ahrweiler vom 05.02.2026
Beschwerde zur Sorte Sanfte Säfte Erdbeere-Apfel
Das Design ist für mich sehr täuschend, die Erdbeere ist im Namen zuerst genannt und fett abgebildet, dabei ist lediglich Erdbeermark mit einem Anteil von 12 % enthalten. Der Apfel, welcher 84 % des Saftes ausmacht, ist ganz unscharf um Hintergrund abgebildet und kaum als solcher zu erkennen. Das halte ich auch für grenzwertig.
Verbraucherin aus Andernach vom 05.02.2020
Auf der Packung des Amecke Sanfte Säfte Mango (Vorderseite) steht Mango. Es sind im Vordergrund große Mangoviertel abgebildet. Enthalten sind aber nur 15 % Mangomark. Apfelsaft ist dagegen die anteilig größte Zutat.
Verbraucher aus Hörnitz vom 15.07.2014
Beschwerde zur Sorte Sanfte Säfte Himbeer-Johannisbeer-Apfel
Beim ersten Schluck dieser Packung dachten wir zuerst wir hätten den falschen Saft gekauft, weil dieser nur noch nach Apfel und Traube schmeckt und gar nicht mehr nach Himbeere und Johannisbeeren. Außerdem war der Saft nun klar und nicht wie vorher leicht trübe. Ein Blick auf die Zutatenliste, hat uns sehr gewundert. 91,5 % Apfelsaft und nur noch 1 % Himbeermark. Die Recherche im Internet, wo auch noch Zutatenlisten vorheriger Versionen verfügbar waren, hat gezeigt, dass vorher 4,5 % Himbeermark drin waren. Der Saft heißt „Himbeer Johannisbeer Apfel“ Saft. Drin ist aber fast nur noch Apfel und Traube und es schmeckt gar nicht mehr nach Himbeere oder Johannisbeere. Das ist wirklich irreführend. […]
Verbraucherin aus Hamburg vom 14.05.2023
Auf der Packung steht Himbeer-Johannisbeer-Apfel. Es sind im Vordergrund große Himbeeren abgebildet. Enthalten sind nur 4,5 % Himbeeren und 89 % Apfelsaft.
Verbraucher aus Mönchengladbach vom 14.05.2014
Einschätzung der Verbraucherzentrale
Die Aufmachung der Verpackung spiegelt die Mengen der in Wort und Bild angepriesenen Früchte nicht klar wider.
Darum geht’s:
Amecke bietet Mehrfruchtsäfte mit dem Namen „Sanfte Säfte“ an. Die Sorten heißen „Maracuja Mandarine Kokos“, „Himbeer Johannisbeer Apfel“ oder „Erdbeere-Apfel“. Die Abbildungen auf der Schauseite zeigen jeweils prominent die genannten Früchte. Im Verhältnis dazu sind Äpfel weniger gut wahrnehmbar. Der Gehalt für Apfelsaft liegt zwischen 75 und 90 Prozent.
Das ist geregelt:
Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Zusammensetzung. Das ist ein wesentlicher Grundsatz der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).
So sieht’s die Verbraucherzentrale:
Unseres Erachtens ist es aufgrund der Aufmachung der Verpackungen naheliegend zu erwarten, dass der Anteil beworbener Früchte größer als der Apfelanteil ist.
Fazit:
Der Anbieter sollte die Reihenfolge der in der Sortenbezeichnung genannten Früchte und die Abbildung der Früchte an die tatsächlichen Mengenverhältnisse anpassen.
Stellungnahme der Amecke Fruchtsaft GmbH & Co. KG, Menden
Wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir an unseren bisherigen Stellungnahmen aus den Jahren 2014 und 2020 festhalten. Unsere dort dargelegten Ausführungen zur Aufmachung und Kennzeichnung des Produktes sind weiterhin gültig und entsprechen unserer aktuellen Haltung zu diesem Sachverhalt.
Kurzfassung, erstellt von der Verbraucherzentrale, 2020:
Der angesprochene Saft schmeckt und duftet intensiv nach Erdbeere und hat eine leuchtend erdbeerrote Farbe. Da das eingesetzte Erdbeerpüree so intensiv ist, wird dieses Ergebnis bereits mit einem relativ geringen Rezepturanteil erzielt. Würde die Namensgebung und die Abbildung der Früchte die mengenmäßigen Rezepturanteile widerspiegeln, würde ein ganz anderer – und zwar irreführender – Eindruck entstehen. Die Produkte werden weiterhin so benannt, dass die dominierenden Geschmackskomponenten entsprechend hervorgehoben sind.
Kurzfassung, 2014:
Die Packung soll neben den Mengenanteilen auch zum tatsächlichen Erleben des Saftes hinführen. Hierzu zählen auch die von Natur aus unterschiedlichen Geschmacksintensitäten der Früchte und die Rangfolge ihrer Entfaltung. Himbeere/Johannisbeere führen geschmacklich an, der Apfel unterstützt die Frische. Der Sortenname, die Fruchtabbildungen und die %-Anteile bringen dies zum Ausdruck.








