Unbewiesene Gesundheitswerbung für Ballaststoff-Limo More Fizi entfernt
Die Firma hat das Produkt mit den kritisierten Aussagen/Bildern aus dem Handel genommen.
Zusammenfassung
Die Bunte veröffentlichte auf ihrem Instagram-Kanal ein Interview mit dem Titel „Mit mehr Ballaststoffen zu schönerer Haut?“. Auf allgemeine Aussagen zu Ballaststoffen in der Ernährung folgten Aussagen wie, dass aus Ballaststoffen entstehende Substanzen „positiv gegen Akne und andere Entzündungen wirken“. Unmittelbar daran schloss sich Produktwerbung für das ballaststoffhaltige Getränk „More Fizi“ an. So entstand der Eindruck, dass sich Ballaststoffe in More-Fizzi-Limonade positiv bei Akne und mögliche Entzündungen auswirken. Das geht zu weit. Denn Werbung mit Gesundheitsversprechen ist streng geregelt und für solche Effekte auf Haut und Entzündungen fehlen erforderliche Nachweise. Ohne starke wissenschaftliche Daten geht gar nichts.
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Beschwerde
Obwohl bekennender „Bunte“-Fan, finde ich das Reel verstörend und irreführend. Dass Ballaststoffe gut für den Darm sind, ist ja allgemein bekannt. Dass Ballaststoffe im Produkt More Nutrition Fizi enthalten sind, auch schön und gut. Aber bedeutet es wirklich, dass das Produkt gegen Akne und andere Entzündungen wirkt? Da habe ich tatsächlich Zweifel.
Verbraucherin aus Mainz vom 09.02.2026
Einschätzung der Verbraucherzentrale zum ursprünglichen Post
Unseriöse Ballaststoff-Werbung für eine Limo: von „schönere Haut?“ bis hin zu „positiv gegen Akne und andere Entzündungen wirken“.
Darum geht’s:
Der Instagram-Account der Zeitschrift Bunte enthält einen Beitrag zu „Die Darm-Haut-Achse – Beauty von innen!“. Bezahlter Werbepartner ist der Instagram-Nutzer „andre_volkmann“.
In der Caption steht folgende Aussage:
„Denn ausreichend Ballaststoffe in unserer Ernährung sind essentiell für ein gesundes Mikrobiom. Schon kleine Änderungen in unserer Ernährung können demnach eine große Wirkung entfalten und positiv gegen Akne und andere Entzündungen wirken.
Und Ballaststoffe kann man jetzt sogar trinken - Denn passend dazu hat @morenutrition.de eine Limonade mit Ballaststoffen entwickelt: More Fizi“
Im Video erklärt er dies noch etwas umfassender.
Das genannte ballaststoffhaltige Getränk „More Fizi“ von More Nutrition ist am rechten Bildrand zu erkennen.
Laut Herstellerangaben liegt der Ballaststoffgehalt der Limonade bei 3,1 Gramm pro 100 Milliliter. Das Getränk in der 330-Milliliter-Dose liefert 10 Gramm Ballaststoffe. Laut Zutatenverzeichnis handelt es sich um eine „Ballaststoffmischung“ bestehend aus löslichen Maisfasern, Tapiokadextrin, Akazien-Ballaststoffen und teilhydrolisiertem Guarkernmehl. Neben Süßungsmittel enthält die „Ballaststoff-Limo“ zahlreiche weitere Zutaten, darunter mehrere Zusatzstoffe wie Säuerungsmittel, Stabilisatoren und Farbstoff. Der Zuckergehalt beträgt null Gramm.
Zusätzlich findet sich diese Angabe auf der Dose: „Der Verzehr von Getränken, die Ballaststoffe anstelle von Zucker enthalten, bewirkt, dass der Blutzuckerspiegel nach ihrem Verzehr weniger stark ansteigt als beim Verzehr von zuckerhaltigen Getränken.“
Das ist geregelt:
Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) dürfen Informationen über Lebensmittel weder Eigenschaften zur Vorbeugung oder Heilung einer menschlichen Krankheit versprechen noch den Eindruck dieser Eigenschaften entstehen lassen.
Auch für die Werbung in sozialen Medien gilt die LMIV.
Die Health-Claims-Verordnung (HCVO) regelt die Verwendung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben auf Lebensmitteln.
Lebensmittel mit der Angabe „hoher Ballaststoffgehalt“ oder „reich an Ballaststoffen“ müssen entweder 6 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm oder 3 Gramm Ballaststoffe pro 100 Kilokalorien enthalten.
Außerdem dürfen Unternehmen mit gesundheitsbezogenen Angaben nur werben, wenn diese wissenschaftlich nachgewiesen, von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit geprüft und von der EU-Kommission zugelassen sind.
Zugelassene Claims gibt es für speziell für Gersten-, Hafer- und Roggen-Ballaststoffe. Für andere Ballaststoffe ist folgender Claim möglich:
„Der Verzehr von Lebensmitteln/Getränken, die anstelle von Zucker […] enthalten, bewirkt, dass der Blutzuckerspiegel nach ihrem Verzehr weniger stark ansteigt als beim Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln/Getränken.“ Der Claim muss auch die Bezeichnung aller anstelle von Zucker verwendeten unverdaulichen Kohlenhydrate benennen.
So sieht’s die Verbraucherzentrale:
„Nicht nur der Darm, sondern auch Haut, Hormone und Wohlbefinden“ sollen von Ballaststoffen profitieren. Die Health-Claims-Verordnung hat solchen unhaltbaren Aussagen einen Riegel vorgeschoben und verbietet rigoros alle unbewiesenen Behauptungen. Es gibt nur wenige zugelassene Claims für konkrete Ballaststoffe. Diese beziehen sich aber weder auf die Haut, wie in diesem Fall Akne, noch auf mögliche Entzündungen. Es kann nicht sein, dass in einem Interview das Blaue vom Himmel versprochen wird.
Fazit:
Die Bunte sollte den Beitrag mit Gesundheitswerbung für die Ballaststoff-Limo von More löschen.
Stellungnahme der Burda Forward GmbH, München
Auf das Schreiben von Lebensmittelklarheit vom 18. Februar 2026 liegt keine Antwort vor.
Ergebnis
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