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Woher kommt die hohe Referenzmenge für Zucker?

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Hohe Referenzmenge für Zucker in Orangensaft

Frage 

Ich versuche, meinen Konsum von Zucker zu analysieren. Bei meinem Orangensaft wird in der Nährwerttabelle der Zuckergehalt mit 22,8 Gramm pro 250 Milliliter und die Referenzmenge pro 250 Milliliter mit 26 Prozent angegeben. Daraus habe ich errechnet, dass die Referenzmenge (100 Prozent) für einen durchschnittlichen Erwachsenen bei 87,7 Gramm Zucker pro Tag liegt. 

Ich frage mich: Welche Institution empfiehlt diese ungewöhnlich hohe Referenzmenge für Zucker? 

Verbraucher aus Haan vom 24.02.2026

Antwort

Die Referenzmengen für die Nährstoffzufuhr sind in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) festgelegt. Sie beruhen auf Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Diese Referenzmengen sind keine Empfehlungen für die tägliche Zufuhr, sondern teilweise auch „tolerierbare Obergrenzen“ – so auch bei Zucker.

Laut der Verordnung liegt der Referenzwert für Zucker bei 90 Gramm pro Tag für einen durchschnittlichen Erwachsenen. Auf den Seiten der EFSA findet sich eine Erklärung der Werte: Die Behörde betont, dass es sich bei den Referenzwerten um eine Reihe von Werten handelt, die nicht nur den durchschnittlichen Bedarf oder die angemessene Aufnahmemenge für Nährstoffe umfassen können. Bei einigen Nährstoffen wie Zucker entsprechen die Werte stattdessen der "tolerierbaren Obergrenze" für den täglichen Verzehr. Das ist die maximale Menge eines Nährstoffs, die ein durchschnittlicher Erwachsener über einen langen Zeitraum sicher verzehren kann. 

Die EFSA betont in einer Stellungnahme aus dem Jahr 2022, dass die Aufnahme von zugesetzten und freien Zuckern grundsätzlich so gering wie möglich sein sollte.
Andere Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen maximal 10 Prozent der täglichen Energiemenge in Form von Zucker aufzunehmen. Das entspricht für einen durchschnittlichen Erwachsenen 50 Gramm Zucker pro Tag. Die WHO schreibt zudem, eine Reduktion auf 5 Prozent (25 Gramm Zucker pro Tag) bringe weitere Vorteile für die Gesundheit. 

Die Werte der WHO und der DGE beziehen sich allerdings auf „freie Zucker“. Das sind neben zugesetztem Zucker auch Zucker aus Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten. Natürlich enthaltene Zucker in Milchprodukten, Obst und Gemüse werden bei diesen Empfehlungen nicht mitgerechnet. Die Referenzwerte der EFSA hingegen berücksichtigen die Gesamtzuckermenge eines Lebensmittels. 

Hinweis: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden in der Regel nicht aktualisiert.

Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:  
Isabella von Luxburg, 
luxburg@leichtzulesen.org, 
www.leichtzulesen.org,  
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Der Text wurde geprüft durch die Prüflesegruppe:  
Menschen mit Lernschwierigkeiten Zentrum Leichte Sprache Allgäu, 
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