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Werbung zu lovechock Organic Raw Chocolate auf lovechock.com

 

Schokolade kann nicht „roh“ sein, wenn die enthaltene Kakaobutter nicht „roh“ ist

Verbraucherbeschwerde 

Ich ernähre mich seit vielen Jahren nach der Rohkost-Lehre. Und endlich gab es eine Schokolade die als „Raw“ ausgewiesen wird – Lovechock. Ich war begeistert, endlich konnte ich wieder einmal Schokolade genießen. Über verschiedene Internetseiten bin ich aber immer wieder auf die Information gestoßen, dass Schokolade gar nicht in Rohkost-Qualität hergestellt werden kann. Ich habe daraufhin eine Anfrage an die Firma Lovechock gestellt und kann nach der Antwort immer noch nicht glauben, dass die Schokolade wirklich roh ist.
Verbraucherin aus Welte vom 13.05.2016

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Die Serienbezeichnung der Schokoladen weist auf ein „rohes“ – im Sinne von „unerhitztes“ Produkt hin. Auf Nachfrage hat der Hersteller mitgeteilt, dass man Kakaobutter nicht roh gewinnen könne. Er sollte daher seine Produkte nicht als „roh“ bezeichnen, wenn nicht alle Zutaten dem Verständnis der Zielgruppe von „roh“ entsprechen.

Darum geht’s:

Der Name der Schokoladen-Serie „Organic Raw Chocolate“ der Firma LoveChock bezeichnet die Produkte als rohe Schokolade. Auf verschiedenen Unterseiten des Internetauftritts lovechock.com wird ausführlich der Verarbeitungsprozess der Kakaobohnen beschrieben. Unter dem Punkt „Was ist Rohkost?“ definiert der Hersteller Rohkost als „ausschließlich frische, nicht erhitzte, pflanzliche Nahrung“ und unter dem Punkt „Rohe Schokolade“ gibt er an, dass der Kakao im gesamten Verarbeitungsprozess nicht über 49 °C erhitzt wird. Dem entsprechend steht auf der Verpackung „Der Kakao wird auf niedriger Temperatur verarbeitet“ und in der Zutatenliste sind die Bestandteile „Kakaomasse“ und „Kakaosplitter“ als roh bezeichnet, die Kakaobutter und weitere Zutaten hingegen nicht. In einer persönlichen Antwort des Herstellers an die Verbraucherin schreibt er, es sei nicht möglich, Kakaobutter in Rohkostqualität herzustellen. Die Verbraucherin sieht daher die Bezeichnung der Schokolade als „roh“ und die Werbung im Internet als täuschend an.

Das ist geregelt:

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (Artikel 7 LMIV) dürfen Informationen über Lebensmittel nicht in die Irre führen, insbesondere in Bezug auf die Eigenschaften des Lebensmittels. Unter Eigenschaften wird unter anderem auch die Zusammensetzung eines Lebensmittels verstanden. Solche Irreführungen sind auch in der Werbung und in der Aufmachung und Darbietung des Lebensmittels unzulässig.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Es gibt keine einheitliche, für alle Lebensmittel gültige Temperaturgrenze, deren Überschreiten zu temperaturbedingten Veränderungen führt. In der Zielgruppe der Rohköstler werden Lebensmittel aber üblicherweise als „roh“ bezeichnet, wenn sie nicht höher als 42 °C erhitzt wurden.
Aus unserer Sicht ist es naheliegend, dass Verbraucher die Bezeichnung eines Lebensmittels als „roh“ auf das ganze Produkt beziehen und alle Zutaten in „roher“ Qualität erwarten. Dies ist hier jedoch nach Angaben des Anbieters bei der Kakaobutter nicht der Fall.

Fazit:

Der Anbieter sollte seine Schokoladenerzeugnisse nicht als „roh“ bezeichnen, wenn nicht alle Zutaten in „roher“ Qualität vorliegen.

Stellungnahme der LoveChock B.V., Amsterdam/Niederlande

Auf die Bitte um Stellungnahme vom 29.06.2016 liegt keine Antwort vor.

Stand 
20. Januar 2017