Untersuchung: „Vegan“-Kennzeichnung in Eisdielen stimmt nicht immer
Ist „veganes“ Eis immer frei von tierischen Zutaten? Das haben die Untersuchungsämter in Baden-Württemberg anhand von 55 als „vegan“ gekennzeichneten Speiseeisproben untersucht. Die Labore überprüften 37 verpackte Produkte aus dem Handel und 18 offene Proben aus Eisdielen auf Milch- und Eibestandteile. Nur das verpackte Eis schnitt gut ab.
Vegan-Kennzeichnung ist freiwillig, aber muss stimmen
Die Kennzeichnung als „vegan“ ist zwar freiwillig, darf jedoch nicht täuschen.Veganes Eis darf daher keine Zutaten enthalten, die von Tieren gewonnen werden, beispielsweise Eier, Milch, Honig oder Gelatine. Unbeabsichtigte Spuren von tierischen Zutaten sind auch bei veganem Eis möglich.
Sorbet und Wassereis gelten oft als vegan, sind es aber nicht immer. Mögliche tierische Bestandteile sind beispielsweise:
- Milchbestandteile für mehr Cremigkeit
- Honig als Süßungsmittel
- Gelatine als Stabilisator
- Farbstoffe tierischen Ursprungs, zum Beispiel Karmin (E120) aus Schildläusen
- Eiweiß zur Schaumbildung
Bei verpacktem Eis lohnt sich ein Blick ins Zutatenverzeichnis. Die Kennzeichnung „vegan“ ist für Veganer:innen aber hilfreich, sowohl bei verpacktem als auch bei lose verkauftem Eis von der Eisdiele.
Verpacktes Eis nicht zu beanstanden
Bei allen 37 verpackten Proben war die Angabe „vegan“ nicht zu beanstanden. In drei der Proben wies das Labor zwar sehr geringe Anteile an Milchprotein nach. Diese Proben trugen aber einen Hinweis, dass Spuren von Milch enthalten sein können.
In allen anderen Proben war Milchprotein nicht nachweisbar. Ei war in keiner der 37 untersuchten Proben nachweisbar.
Jedes zweite vegane Eis aus der Eisdiele mit Milchprotein
Anders bei Eis aus der Eisdiele: Hier wiesen die Tester:innen in der Hälfte (9 von 18) der untersuchten Proben Milchprotein nach. In sechs Proben wurden nur geringe Anteile an Milchprotein nachgewiesen – den Untersuchungsämtern zufolge stehen sie einer Auslobung als „vegan“ nicht entgegen.
In 3 der 18 Proben fanden die Prüfer:innen allerdings erhöhte Gehalte an Milchprotein (mehr als 160 Milligramm pro Kilogramm). Ein Spurenhinweis auf Milch war jeweils nicht angegeben.
Ob die Angabe „vegan“ in diesen Fällen irreführend ist, hängt davon ab, ob der Eintrag des Milchproteins technisch unvermeidbar ist. Hersteller und Anbieter müssen geeignete Vorkehrungen treffen, um Verunreinigungen auf allen Produktions- und Vertriebsstufen zu vermeiden.
Die Überwachungsbehörden planen nun weitere Kontrollen bei den betroffenen Betrieben. Diese müssen belegen, dass es sich um unbeabsichtigte Einträge handelt, die nicht aus einer Zutat stammen. Außerdem müssen sie eine gute Hygienepraxis nachweisen – vor allem die Reinigung der Eismaschine, Behälter und Portionierer.
Eiprotein war in keiner der untersuchten offenen Proben nachweisbar.
Quelle: Chemisches Untersuchungsamt Stuttgart: Veganes Eis im Test – immer ohne Tier?
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Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:
Isabella von Luxburg,
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