Imitat statt Schokolade: Wie Hersteller bei Süßigkeiten sparen
Trotz leichtem Preisrückgang: Kakao ist teuer geworden. Kein Wunder, dass Hersteller versuchen, an der Zutat zu sparen. Damit Verbraucher:innen nicht getäuscht werden, muss der Ersatz des hochwertigen Rohstoffs deutlich erkennbar sein. Dass dies nicht immer der Fall ist, zeigen Meldungen bei Lebensmittelklarheit.
Der Preissprung bei Kakao der vergangenen Jahre zeigt sich in den Supermarktregalen auf verschiedene Weise: Bei einigen Produkten steigt einfach der Preis. Zum Teil erfolgt die Preiserhöhung eher unauffällig, zum Beispiel durch geringere Füllmengen wie 90-Gramm-Schokoladentafeln (Shrinkflation). Auch hier gibt es Täuschungspotenzial, wenn Hersteller die Verpackung kaum verändern und nicht deutlich auf die verringerte Füllmenge hinweisen. Speziell bei Schokoladenprodukten ist seit einigen Monaten noch ein weiterer Trend zu beobachten: Die Schokolade wird einfach durch ein kakaofreies Imitat ersetzt.
Imitat statt Schokolade im Osternest
Ein besonders auffälliges Schoko-Imitat findet sich ausgerechnet kurz vor Ostern in den Regalen: ein rundes „Knabbernest“ aus schokoladenartig überzogenen Cornflakes, in Cellophanfolie verpackt. Auf der Frontseite fehlt jegliche Kennzeichnung. Stattdessen wird der Blick auf einen lustig gestalteten Osterhasen sowie zwei Ostereier gelenkt. Zumindest eines der Eier sowie der Osterhase scheinen ebenfalls aus Schokolade zu bestehen. Bei so einem Produkt besteht für Verbraucher:innen wenig Anlass, die Süßigkeit umzudrehen und sich die Kennzeichnung anzusehen.
Tatsächlich zeigt aber erst die Rückseite: In dem vermeintlichen Schokoprodukt steckt kein Gramm Kakao. Stattdessen besteht es aus Cornflakes und einem kakaofreien Schokoladenimitat aus Zucker, pflanzlichen Fetten und Sonnenblumenkernen. Auch Mais, Milchpulver sowie eine Reihe von Zusatz- und Farbstoffen sind enthalten. Zwei verärgerte Verbraucher meldeten das Produkt bei Lebensmittelklarheit – sie hatten mit einem Schokoladenprodukt gerechnet.
Hinweis auf Schoko-Ersatz leicht zu übersehen
Weitere Beispiele betreffen dragierte und vermeintlich schokolierte Erdnüsse, Kekse und Knusperriegel aus Puffreis. Die Anbieter der genannten Produkte drucken zwar einen Hinweis auf die Schokoladenalternative „Choviva“ auf die Vorderseite der Süßigkeiten. Je nach Verpackungsgestaltung ist der Hinweis aber teilweise nur in englischer Sprache gedruckt oder leicht zu übersehen.
Beispielsweise weist bei dragierten Erdnüssen in einem Mantel aus Schokoladenimitat auf der Vorderseite nur ein stempelartiger Aufdruck auf den Austausch der Schokolade hin. In dem Stempel ist der Schriftzug „Choviva“ zusammen mit den Schlagworten „tasty“ und „smooth“ zu finden. Darunter in kleiner Schrift der Hinweis auf Englisch: „Sunflower-based chocolate alternative“. Wer Choviva nicht kennt, kann hier leicht danebengreifen.
Kakao ersetzt, aber Verpackung kaum geändert
Die Gefahr einer Verwechslung besteht auch, wenn die Verpackung der kakaofreien Produkte den bekannten Schokoladenvarianten stark ähnelt. Beispielsweise änderte ein Anbieter den Produktnamen seiner Kekse von „Schoko-Tatzen“ in „Süße Tatzen“ und ergänzte einen Hinweis auf die kakaofreie Schokoladenalternative. Die auffällige lilafarbene Verpackung mit den abgebildeten Keksen blieb aber ansonsten nahezu gleich. Beim schnellen Einkauf kann es auch hier zu Verwechslungen und falschen Erwartungen kommen, wie eine Verbraucherbeschwerde zeigt.
Aus Sicht von Lebensmittelklarheit zeigen die Beschwerden bei Lebensmittelklarheit, dass Produkte mit Schokoladenalternativen leicht mit ähnlichen, schokoladenhaltigen Lebensmitteln verwechselt werden können. Das gilt zumindest dann, wenn Hinweise auf den Schokoladenersatz unauffällig sind oder die Verpackung einem kakaohaltigen Produkt ähnelt. Hersteller sollten die Verpackungen ihrer Produkte deutlich anders gestalten, wenn sie Kakao oder Schokolade durch eine kakaofreies Imitat ersetzen. Außerdem sollten sie einen auf den ersten Blick unübersehbaren Hinweis aufdrucken, dass das Produkt keine Schokolade enthalten.
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Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:
Isabella von Luxburg,
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