Früchtemüsli im Check: Überwiegend Rosinen statt Beeren
Knallrote Himbeeren, saftige Aprikosen oder knackige Haselnüsse: Verpackungen von Nuss- und Früchtemüslis versprechen oft hochwertige Zutaten. Doch ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zeigt: Die Vorderseite verspricht häufig mehr wertvolle Zutaten, als tatsächlich enthalten sind. Mehr als jedes fünfte Müsli enthält zudem Aroma.
Insgesamt untersuchte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 172 Frühstücksprodukte, darunter Nuss- und Früchtemüslis, Mandel- und Kokosmilch, Nuss- und Mandelcremes sowie Frischkäsezubereitungen. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf den Fragen: Geben die Hersteller die Mengen der beworbenen Zutaten vollständig an? Und wie hoch ist der Anteil der wertgebenden und beworbenen Zutaten?
Mengen der einzelnen Früchte nicht immer gekennzeichnet
Heben Hersteller bestimmte Zutaten auf der Verpackung hervor, müssen sie die Mengenanteile dafür angeben. Bei einem Früchtemüsli ist beispielsweise der Fruchtanteil anzugeben. Sind einzelne Früchte wie Beeren hervorgehoben, müssen Anbieter auch die Anteile dieser Beeren benennen. Sind alle Früchte gleichgroß abgebildet, genügt rechtlich eine Mengenkennzeichnung des Gesamtfruchtanteils.
Der Marktcheck zeigte: Beim Gesamtfruchtgehalt gibt es große Unterschiede – er lag zwischen 0,6 und 40 Prozent Früchten. Bei 6 der 44 untersuchten Früchtemüslis waren die Mengenanteile der einzelnen Früchte trotz Abbildung nicht oder nur zum Teil genannt. Eine repräsentative Studie von Lebensmittelklarheit aus dem Jahr 2024 zeigt aber: Mehr als die Hälfte der Verbraucher:innen (52 bis 54 Prozent) wünscht sich bei einem Früchtemüsli eine umfassende Mengenkennzeichnung der einzelnen Früchte.
Im Beerenmüsli stecken hauptsächlich Sultaninen
Doch auch wenn die Mengenanteile vollständig angegeben sind, kann die Verpackung täuschen: Vier Beerenmüslis im Test entpuppten sich bei genauem Hinsehen als Sultaninen-Müsli: Die Produkte warben vorne mit Abbildungen von Himbeeren, Erdbeeren oder Johannisbeeren, enthielten aber jeweils nur 0,25 bis 1,4 Prozent der genannten Früchte. Der Anteil der Sultaninen lag dagegen zwischen 14 und 20,5 Prozent.
Ein weiteres Ergebnis des Marktchecks: Einige Hersteller setzen Aroma zu, um ihr Müsli geschmacklich aufzupeppen. Bei den Früchtemüslis war das bei 10 der 44 Produkte der Fall, bei den Nussmüslis bei 8 von 27 Produkten.
Insgesamt zeigte der Marktcheck über alle getesteten Produktgruppen: Die Aufmachung der Vorderseite gibt nicht immer Aufschluss über die Qualität der Produkte. Der Anteil der wertgebenden Zutaten ist häufig nur im Kleingedruckten zu finden – beispielsweise in der Zutatenliste. Bei einigen Produkten ist nur der Gesamtfruchtgehalt angegeben, die Mengenangaben der einzelnen Früchte fehlen. Der Zusatz von Aroma lag in allen Produktgruppen über 20 Prozent. Er kann darauf hindeuten, dass nicht genügend wertgebende Zutaten enthalten sind, um einen charakteristischen Geschmack zu erzeugen.
Quelle: „Verpackung versus Realität: Was steckt wirklich in Müsli, Nusscreme & Co.?“ – Pressemitteilung und Online-Meldung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vom 29.06.2026
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Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:
Isabella von Luxburg,
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