Das ärgert beim Einkauf:

Werbung mit Natur passt nicht für ein Saftkonzentrat mit hoch dosierten Nährstoffen

LaVita vermittelt den Eindruck, ihr Saftkonzentrat sei ein Naturprodukt. Davon ist das angereicherte Lebensmittel aber weit entfernt. Zudem liegt der Nährstoffgehalt in LaVita zum Teil deutlich über wissenschaftlich vorgeschlagene Höchstmengen.
Getäuscht?

Über diese Aussagen/Bilder ärgern sich Verbraucher:innen.

Die Natürlich-Werbung für LaVita wurde schon mehrfach von Verbraucher:innen an Lebensmittelklarheit gemeldet. Denn die Natur in den Vordergrund zu stellen, vermittelt aus Sicht von Lebensmittelklarheit ein falsches Bild über das Produkt.
Die Firma LaVita hat in der Vergangenheit einzelne Aussagen geändert oder gelöscht, aber der Gesamteindruck vermittelt immer noch Natur. Dabei reichert die Firma das Saftkonzentrat stark an. Bei der empfohlenen Dosierung übersteigen mehrere Nährstoffe deutlich die Referenzwerte für die tägliche Aufnahme. Das zeigt die Nährwerttabelle zum Produkt. Das LaVita-Getränk liefert für Vitamin E beispielsweise 250 Prozent des Referenzwerts für die tägliche Aufnahme. Die von der Firma empfohlene optimale Dosierung überschreitet zum Teil sogar die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vorgeschlagenen Höchstmengen für einzelne Nährstoffe. Sinnvoll ist das nicht.
LaVita sollte das angereicherte Saftkonzentrat nicht als natürlich bewerben und die Anreicherung an Referenzwerten und Höchstmengenvorschlägen orientieren.

Das Produkt wird intensiv als reines Naturprodukt aus über 70 natürlichen Zutaten beworben. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein stark verarbeitetes Konzentrat, dem im Labor 26 isolierte und synthetische Vitamine künstlich zugesetzt wurden. Die Werbung verschleiert diesen künstlichen Charakter. 
Zudem fordert der Hersteller auf dem Etikett bei vermeintlichem „Mehrbedarf“ (wie Stress) zu massiven Überdosierungen auf, die den Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) widersprechen. Auf kritische Nachfrage zu wissenschaftlichen Belegen reagiert der Hersteller nur mit ausweichenden Marketing-Floskeln. Ich fordere Aufklärung und eine Richtigstellung dieser irreführenden Verbrauchertäuschung.
Verbraucher aus Mössingen vom 20.07.2026

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Weder natürlich noch sinnvoll: Saftkonzentrate mit über 20 zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen sind weit von einem Naturprodukt entfernt. Wenn die dreifache Tagesdosis eines Nährstoffs in einem Esslöffel des Produkts stecken, hat das wenig mit einem natürlichen Lebensmittel zu tun. Und sinnvoll ist das ebenfalls nicht.

Darum geht’s:

Auf der Website der Firma wird das Saftkonzentrat als „Das Beste aus der Natur“ beworben. Weiterhin werden „70 natürliche Zutaten“ genannt. Abbildungen zeigen zum Beispiel frisch geerntetes Wurzelgemüse auf dem Acker und die LaVita-Flasche inmitten von zahlreichen Obstsorten.
Weiterhin heißt es auf der Website: „mit wertvollen Vitaminen und Spurenelementen“ und „Mikronährstoffe wissenschaftlich dosiert“. Laut Zutatenliste besteht das Produkt im Wesentlichen aus Fruchtsaftkonzentraten, Gemüsesaftkonzentraten und Extrakten. Diesen Konzentraten werden zahlreiche Nährstoffe zugesetzt, außerdem weitere Substanzen wie Carnitin und Coenzym Q10. 
Die Nährwertkennzeichnung zeigt im Vergleich zu den Referenzwerten – das sind die täglichen Nährstoffmengen für Erwachsene: Einige Vitamine liefern den mehrfachen Referenzwert. Von Vitamin C wird bei der normalen Dosierung schon mehr als das Dreifache des Referenzwertes aufgenommen (375 %), bei der laut Firma optimalen Dosierung verdoppelt sich der Wert. Auch weitere Vitamine liefern die zweifache Menge oder mehr, bei der optimalen Dosierung entsprechend mindestens das Vierfache des Referenzwertes. Mit diesen Zusätzen liegt das LaVita-Konzentrat auch zum Teil oberhalb der Höchstmengenvorschläge des Bundesinstituts für Risikobewertung. Bei Vitamin B6 überschreitet schon die Basis-Dosierung den Höchstmengenvorschlag. Die laut Firma optimale Dosierung liegt bei mehreren Nährstoffen darüber, unter anderem bei Vitamin B6, E und Folsäure.
Der Verbraucher kritisiert die Werbung mit Natürlichkeit und die hohe Dosierung der zugesetzten Nährstoffe.

Das ist geregelt: 

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Identität und Eigenschaften. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).
Eine allgemeingültige Definition des Begriffes „natürlich“ gibt es nicht.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt Höchstmengenvorschläge für Nährstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln heraus. Diese Höchstmengen sind nicht rechtsverbindlich. 

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Werbung mit Natürlichkeit auf der Website passt nicht zu dem mit über 20 Nährstoffen angereicherten Saftkonzentrat. Im Gegenteil handelt es sich dabei unserer Auffassung nach um ein stark verarbeitetes Lebensmittel. Schon bei der Herstellung von Fruchtsaftkonzentrat bleiben wertvolle Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse im Pressrückstand, zum Beispiel Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Seinen Nährstoffgehalt erhält das Produkt unter anderem durch einen Zusatz von über 20 Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Zusätzen. Isolierte Vitamine zur Anreicherung von Lebensmitteln und für Nahrungsergänzungsmittel werden meist chemisch-synthetisch oder mikrobiell hergestellt. Sie stammen überwiegend nicht aus Lebensmitteln. 
Für die Dosierung von Nährstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln schlägt das Bundesinstitut für Risikobewertung Höchstmengen vor. LaVita liegt bei mehreren Vitaminen zumindest bei der „Optimalempfehlung“ darüber. Für die Nährstoffversorgung ist das nicht sinnvoll. 

Fazit:

LaVita sollte das angereicherte Saftkonzentrat nicht als natürlich bewerben und die Anreicherung an Referenzwerten und Höchstmengenvorschlägen orientieren.  

Stellungnahme der LaVita GmbH, Kumhausen

Auf das Schreiben von Lebensmittelklarheit hat die Firma LaVita reagiert. Sie hat keine Stellungnahme abgegeben.