Das hat Lebensmittelklarheit erreicht:

Werbung mit „Aldi Transparenz Code“ auf Bio-Hackfleisch

Änderung: QR-Code liefert nun mit neuer Codierung die beworbenen Informationen zur Herkunft.
Geändert

Auf der Schauseite des „gemischten Bio-Hackfleischs“ wirbt der Anbieter für mehr Informationen zur Herkunft mit dem „Aldi Transparenz Code ATC“. Verbraucher:innen sollen mit einem QR-Code oder einem Zahlencode Details zur Herkunft erfahren können. Statt der beworbenen Informationen erhielten sie jedoch keinerlei Auskunft zur Herkunft auf der Website transparenz.aldi.de.

Eine Prüfung des Zahlencodes im Juli 2021 lieferte die beworbenen Herkunftsinformationen für das gemischte Bio-Hackfleisch.

Ich kaufte vor über einem Monat bei Aldi Süd eine Portion BIO Hackfleisch gemischt und eine Packung Kasseler von Tillmans.
Daheim musste ich dann feststellen, dass die aufgedruckte Fleischherkunft beim Hackfleisch nicht mit der hinterlegten Herkunft des ATC Codes übereinstimmt. Zum Kasseler gibt es gar keine Informationen, da der Code nicht gefunden wird. Er existiert nicht! Fleischherkunft ???
Ich habe Aldi Süd mehrfach zu diesem Problem kontaktiert und seitens Aldi Süd kamen vorgefertigte Standardmails zurück. […] Nachdem ich über einen Monat später erneut nachfragte, bekam ich einen Einzeiler zurück, der auf keinen einzigen der genannten Missstände einging. […]
Aktuell geht es um folgende 2 Produkte und Codes. Tillmans BIO Mischhack ATC Code: TIL37153599 Laut Packung Schwein "EU" (die ist groß ...) und Rind "Spanien". Abfrage unter transparenz.aldi.de/de nicht möglich. [...]
Die Frage ist halt, ob daran überhaupt Interesse besteht oder dieses ganze Transparenzgelabere nichts weiter ist, als heiße Luft fürs Marketing. Denn genau so wirkt es. Aldi Süd ist an Aufklärung definitiv nicht interessiert, vielmehr scheint es so, als wäre man ein unerwünschter Kunde, weil man die Codes auch tatsächlich nutzen möchte.
Verbraucher aus Ottweiler vom 26.04.2021

Einschätzung der Verbraucherzentrale zur ursprünglichen Website

Auf der Schauseite des „gemischten Bio-Hackfleischs“ wirbt der Anbieter für mehr Informationen zur Herkunft mit dem „Aldi Transparenz Code ATC“. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen mit einem QR-Code oder einem Zahlencode Details zur Herkunft erfahren können. Statt der beworbenen Informationen erhalten sie jedoch keinerlei Auskunft zur Herkunft auf der Website transparenz.aldi.de.

Darum geht’s:

Die Schauseite des „Bio-Hackfleischs“ zeigt zahlreiche Siegel und Angaben, darunter ein großes Textfeld zu „ATC“. Dort heißt es:
„ATC: Für mehr Herkunftsinformationen bitte nebenstehenden QR-Code mit dem Smartphone einscannen oder im Internet unter transparenz.aldi.de den auf der Unterseite stehenden Aldi Transparenz Code eingeben.“
Auf der Rückseite folgen die verpflichtenden Angaben zur Herkunft für Schweinefleisch und Rindfleisch. Darunter steht der Zahlencode „ATC“ mit „TIL37182717“.
Nach Eingabe des angegebenen Codes auf der Website transparenz.aldi.de erhalten Verbraucher die Information: „Zu dem von Ihnen angegebenen Tracking-Code sind leider keine Daten hinterlegt.“

Das ist geregelt:

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Herkunft. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Zusätzliche freiwillige Angaben dürfen außerdem nicht irreführend sein.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Möglichkeit, Details zur Herkunft eines Lebensmittels zu ermitteln, kann für Kundinnen und Kunden kaufentscheidend sein. Werben Anbieter auf der Lebensmittelverpackung mit solchen zusätzlichen Informationen, sollten diese auch verlässlich zu erfahren sein.

Fazit:

Der Hersteller sollte auf die Werbung verzichten oder die versprochenen Informationen zuverlässig zur Verfügung stellen.

Stellungnahme der ALDI Einkauf SE & Co. oHG, Essen

Kurzfassung:

Im Zuge der Eigenmarken-Harmonisierung bei ALDI SÜD und ALDI Nord müssen auch die dahinterstehenden Rückverfolgbarkeitssysteme bei fleisch- und fischhaltigen Produkten angepasst werden. Der Lieferant hatte die Daten noch bei der Fleisch-Herkunft von ALDI SÜD hinterlegt und nicht im gemeinsam genutzten ATC. Die Daten wurden nachgepflegt und die automatisierte Datenübertragung angepasst.

Geändert

Ergebnis

Ergebnis, transparenz.aldi.de, 07.07.2021

Die Prüfung des oben genannten Zahlencodes auf der Website transparenz.aldi.de lieferte im Juli 2021 die beworbenen Herkunftsinformationen für das gemischte Bio-Hackfleisch.