Das ärgert beim Einkauf:

Soße enthält unerwartet kein Fleisch

Barilla „Base per Bolognese“ bewirbt „Bolognese“ prominent, obwohl kein Hackfleisch in der Soße steckt.
Getäuscht?

Über diese Aussagen/Bilder ärgern sich Verbraucher:innen.

Die Gestaltung des Etiketts kann eine Fleischsoße erwarten lassen. Das Produkt heißt „Base per Bolognese“, wobei „Base per“ im Vergleich zu „Bolognese“ durch die kleine Schriftgröße weit weniger auffällt. Zudem ist „Base per“ durch die italienische Sprache nicht unmittelbar als „Basis für“ zu verstehen. Die tatsächliche Zusammensetzung zeigt sich erst in dem kleingedruckten Fließtext auf dem Etikett. Es handelt sich um eine Tomatensoße, die als Basis für eine Bolognese-Soße verwendet werden kann.
Der Hersteller sollte das Produkt auf der Schauseite so benennen, dass es nicht mit einer Bolognese-Soße verwechselt werden kann.

Ich habe meinen Vater gebeten, mir Bolognese von Barilla mitzubringen. Nun spricht nicht jede Person italienisch (wie auch er), und auf dem gesamten Produkt steht nur ein einziges Mal (hinten im Kleingedruckten) auf Deutsch, dass es sich hierbei nicht um fertige Bolognese-Soße handelt, sondern lediglich um die Basissoße für deren Zubereitung. Auch weiß nicht jede Person, dass es so etwas überhaupt gibt. Es sollte auf Deutsch zu erkennen sein, um welches Produkt es sich handelt. Zudem ist "BASE PER" auch kleiner geschrieben, wahrscheinlich um die Kundschaft absichtlich zu eiligen Fehlgriffen und -käufen zu verleiten. Wie kann es überhaupt sein, dass der Produktname nicht prominent auf Deutsch aufgeführt sein muss?
Verbraucherin aus Meine vom 19.05.2026

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Die Gestaltung des Etiketts birgt eine Verwechslungsgefahr: Die vermeintliche Bolognese-Soße entpuppt sich als Tomatensoße ohne Fleisch.

Darum geht`s:

Barilla nennt das Produkt auf der Schauseite des Glases „Base per Bolognese“. Dabei ragt „Bolognese“ durch die Schriftgröße deutlich heraus. Weiterhin bildet die Schauseite Zwiebeln, Karotten und Basilikum ab. In kleiner Schriftgröße weisen Etikett und Deckel auf „100 % Pomodoro Italiano“ hin. Bezeichnung, Zutaten sowie weitere Pflichtinformationen gibt das Etikett in einem Fließtext in sechs Sprachen an. Die Bezeichnung in deutscher Sprache lautet „Tomatensauce – Basis für Bolognese-Sauce“. Die Zutatenliste führt „Tomatenfruchtfleisch 40,9%, Wasser, Tomatenmarkkonzentrat 14%, Zwiebeln 12,5%, Sonnenblumenöl, Karotten 3,5%, Salz sowie weitere Zutaten auf.

Das ist geregelt: 

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Zusammensetzung. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Zusätzlich müssen Informationen über Lebensmittel zutreffend, klar und leicht verständlich sein.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Schauseite stellt nicht klar, dass es sich um eine Tomatensoße ohne Fleisch handelt. Kaufinteressierte erkennen die tatsächliche Zusammensetzung erst, wenn sie in dem Fließtext auf dem Etikett die Bezeichnung und die Zutatenliste in deutscher Sprache finden. Das ist nicht zumutbar.

Fazit:

Der Hersteller sollte das Produkt auf der Schauseite so benennen, dass es nicht mit einer Bolognese-Soße verwechselt werden kann. 

Stellungnahme der Barilla Deutschland GmbH, Köln

Kurzfassung: 
„Base per Bolognese“ ist ein Phantasiename und kennzeichnet eine Kochbasis, nicht ein fertiges Fleischgericht. Die Verkehrsbezeichnung sowie alle Pflichtangaben sind korrekt und gut sichtbar in deutscher Sprache angegeben. Abbildungen zeigen ausschließlich enthaltene, pflanzliche Zutaten. Eine Irreführung sehen wir daher nicht.