Das ärgert beim Einkauf:

Informationen zur Lieferkette erwartet, aber nicht erhalten

Der italienische Anbieter verspricht für seinen Bio Schinken „Fumagalli Bio-Prosciutto Crudo stagionato“ Informationen zur Bio-Lieferkette, bewirbt aber nur seine Bio-Tierhaltung
Getäuscht?

Über diese Aussagen/Bilder ärgern sich Verbraucher:innen.

Den „Bio Prosciutto Crudo stagionato“ bewirbt der Anbieter Fumagalli auf den ersten Blick mit einem QR-Code und dem Hinweis „Entdecke unsere Bio-Lieferkette“. Wer erwartet, beim Aufrufen des QR-Codes Informationen zum Produktionsweg zu bekommen, wird enttäuscht. Denn über den QR-Code gelangt man nicht zu konkreten Informationen zur Geburt der Schweine über die Aufzucht und Schlachtung bis hin zur Schinkenherstellung. Stattdessen führt der QR-Code auf die Website der Firma. Unter der Überschrift „Bio-Lieferkette“ kommen allgemeine Informationen wie die Firma Bio-Tierhaltung versteht.
Fumagalli sollte entweder unter dem QR-Code des beworbenen Schinkens den konkreten Produktionsweg inklusive der beteiligten Unternehmen offenlegen oder auf die Werbung verzichten.

Ich möchte mich über die Aufmachung eines Bio-Fleischprodukts beschweren, das ich bei Denns BioMarkt gekauft habe: Produkt: Prosciutto di Parma Bio, 70 g von Fumagalli.
Auf der Verpackung wird per QR-Code eine „Organic supply chain“ beworben. Der QR-Code führt jedoch nur auf eine allgemeine Informationsseite und nicht zu einer konkreten chargenbezogenen Rückverfolgung des von mir gekauften Produkts.
Ich habe hierzu am 8. März 2026 sowohl den Hersteller als auch den Händler kontaktiert und bis heute, 19. Mai 2026, keine Antwort erhalten.
Ich halte das für potenziell irreführend und bitte um Aufnahme der Beschwerde.
Verbraucher aus Berlin vom 19.05.2026

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Die Offenlegung der Lieferkette zu versprechen, aber nur allgemeine Informationen zu liefern, ist zu wenig.

Darum geht’s:

Die italienische Firma Fumagalli bewirbt ihre Fleischerzeugnisse wie den Bio-Prosciutto Cru-do stagionato auf der Schauseite mit dem Hinweis „With Meats from farms of our Organic Supply Chain“ (Mit Fleisch von Betrieben unserer Bio-Lieferkette). Unten auf der Schauseite fordert sie neben einem QR-Code auf „Discover our Organic Supply Chain“ (Entdecke unsere Bio-Lieferkette).

Über den QR-Code gelangen Interessierte direkt auf den Punkt „Bio-Lieferkette“ auf der Homepage fumagallisalumi.it des Anbieters. Dort steht, dass Fumagalli die Erzeugung überprüft, Nein zu Antibiotika sagt, eigenes Futter verwendet und beim Tierschutz die EU-Vorgaben übertrifft. Die Betriebe, die auf dem Weg vom Stall bis auf den Teller beteiligt sind, werden nicht genannt.

Das ist geregelt: 

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Herkunft. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Dieser Grundsatz gilt auch für die Aufmachung und Bewerbung eines Produktes.
Weiterhin müssen freiwillige Angaben stimmen und dürfen nicht in die Irre führen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Zu erfahren, welche Stationen ein Schinken von der Geburt des Tieres bis zum Verkauf durchlaufen hat, kann ein Kaufargument sein. Versprochene Informationen sollte der Anbieter zuverlässig liefern. Beim Klick auf den QR-Code lediglich Werbung zu liefern und weder Orte noch Firmen zu nennen, passt da nicht.

Fazit:

Fumagalli sollte entweder unter dem QR-Code des beworbenen Schinkens den konkreten Produktionsweg inklusive der beteiligten Unternehmen offenlegen oder auf die Werbung verzichten.

Stellungnahme Fumagalli industria Alimentari Spa, Tavernerio/Italien

Auf das Schreiben der Verbraucherzentrale vom 19.06.2026 liegt bisher keine Antwort vor.