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Werbung mit Heimat und Region – häufig eine Mogelpackung

Radieschen mit Tafel "täglich frisch aus der Region"
© Henry Schmitt - Fotolia

„Aus der Region“, „aus der Heimat“ oder aus dem jeweils eigenen Bundesland sollen viele Produkte laut Werbung stammen. Was darunter zu verstehen ist, bleibt aber häufig ein Geheimnis der Hersteller.

Grundsätzlich müssen Regionalangaben zwar korrekt sein. Sie sind derzeit jedoch rechtlich kaum geregelt. Oft ist die Region nicht eindeutig beschrieben und es bleibt unklar, ob sich die Angabe auf den Ursprung der Rohstoffe, den Verarbeitungsort oder auf beides bezieht. Manchmal stammt auch nur die Rezeptur aus der benannten Region, während die Zutaten deutlich weiter gereist sind und auch die Produktion nicht vor Ort stattfindet.

Die Vielzahl an Siegeln und Angaben, die zurzeit eine regionale Herkunft bewerben, birgt aus Sicht der Verbraucherzentrale deshalb ein hohes Täuschungspotenzial. Es ist zu befürchten, dass das, was Verbraucher dabei erwarten, stark von den tatsächlichen Eigenschaften der Lebensmittel abweichen.

Das ist insofern besonders kritisch zu sehen, als regionale Lebensmittel für Käufer gleichzeitig einen hohen Stellenwert haben. Laut der repräsentativen Studie „Ökobarometer“* bevorzugen 92 Prozent aller Verbraucher Lebensmittel aus der Region. 75 Prozent erklären sich bereit, für regionale Lebensmittel einen höheren Preis zu zahlen, um zum Beispiel Familienbetriebe mit fairen Preisen zu unterstützen.

Diesem Wunsch der Verbraucher nach Produkten aus regionaler Erzeugung sollte der Gesetzgeber mit klaren rechtlichen Regelungen Rechnung tragen. Nur eine eindeutige, verständliche Kennzeichnung der Produkte kann aus Sicht der Verbraucherzentrale Missverständnisse bei Käufern vermeiden.

Erste Schritte für eine klarere Kennzeichnung sind mit dem „Regionalfenster“ zwar bereits umgesetzt (näheres dazu siehe unten). Da diese Angabe freiwillig ist, ersetzt sie die vielen Werbeaussagen zu Heimat und Region bisher aber nicht. Ob sich das Regionalfenster auf die Dauer auf freiwilliger Basis durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

*Das Ökobarometer ist eine in regelmäßigen Abständen vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage unter Verbrauchern zu ihrem Konsum von Biolebensmitteln.

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Letzte Änderung 
16. April 2014