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Regionalfenster: Freiwillige Kennzeichnung für regionale Lebensmittel

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Regionalfenster - Beispiel
© Regionalfenster e.V.

Das "Regionalfenster" soll bundesweit für mehr Transparenz bei regionalen Lebensmitteln sorgen. Seit Januar 2014 können Verbraucher in diesem Kennzeichnungsfeld auf einen Blick erkennen, welche Lebensmittel tatsächlich aus der auf der Verpackung angegebenen Region kommen. Zur Internationalen Grünen Woche (IGW) wurde es offiziell eingeführt.

Mit dem Regionalfenster können Anbieter ihre regionalen Produkte freiwillig kennzeichnen.
Es informiert über die regionale Herkunft der eingesetzten landwirtschaftlichen Zutaten sowie über den Ort der Verarbeitung. Zusätzlich kann die Herkunft der landwirtschaftlichen Vorstufen oder Betriebsmittel, zum Beispiel Futtermittel oder Saatgut, deklariert werden.

Die wichtigsten Vorschriften für die Angabe der Herkunft im Regionalfenster sind:

  • Die Region, aus der die Rohware bezogen wird, muss eindeutig benannt sein, beispielsweise ein Bundesland, Landkreis oder Radius in Kilometern.
  • Die erste Hauptzutat und die wertgebenden Zutaten müssen zu 100 Prozent aus der definierten Region stammen.
  • Macht die erste Hauptzutat weniger als 50 Prozent des Produktgesamtgewichtes aus, müssen die weiteren Zutaten ebenfalls zu 100 Prozent aus der definierten Region stammen, bis mindestens 51 Prozent des Gesamtgewichtes erreicht sind.
  • Bei zusammengesetzten Produkten muss die Gesamtsumme aller regionalen Rohstoffe als Prozentzahl angegeben werden.

Aussagen zur Art der Erzeugung, wie „ökologisch“ oder „ohne Gentechnik“ sind im Regionalfenster nicht erlaubt.

Für die Vergabe der Lizenzen für die Nutzung des Regionalfensters ist der Trägerverein Regionalfenster e.V. zuständig. Er lässt auch die Zertifizierungsunternehmen zu, die den Lizenznehmer überprüfen. Die jeweiligen Zertifizierungsstellen werden im Regionalfenster benannt.


Quelle: regionalfenster.de

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentralen bewerten das Regionalfenster positiv, sehen aber Nachbesserungsbedarf. Kritisch beurteilen sie vor allem, dass der Mindestanteil an regionalen Zutaten bei zusammengesetzten Produkten im Minimalfall nur 51 Prozent beträgt. Tiere müssen außerdem nicht von der Geburt an in der Region gehalten werden, sondern erst in der Mastphase. Auch müssen Futtermittel nicht aus der genannten Region stammen.

Da die Kennzeichnung freiwillig ist, können andere Anbieter ihre Produkte nach wie vor als „regional“ oder „aus der Heimat“ bewerben, ohne festgelegte Kriterien dafür zu erfüllen. Es bleibt abzuwarten, welche und wie viele Anbieter sich für die Kennzeichnung mit dem Regionalfenster entscheiden.

 

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Letzte Änderung 
11. April 2014