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Herkunftsangaben

Rubrik 
Herkunft + Region

Ortschild mit Fragezeichen
© PeJo - Fotolia.com

Herkunftsangaben auf Lebensmitteln sind oft nicht eindeutig. Nur in wenigen Fällen, wie bei Eiern und Rindfleisch, ist eine durch Ziffern und Buchstaben codierte unmissverständliche Kennzeichnung vorgeschrieben. Der Stempel auf der Eierschale gibt unter anderem Auskunft über das Herkunftsland und die Haltungsform.

Fleisch von Rind, Schwein, Geflügel, Schaf und Ziege

Bei Rindfleisch, aber hier nur bei unverarbeitetem Rindfleisch, sind Herkunftsangaben vorgeschrieben. Schon eine Zugabe von Salz befreit das Fleisch von der Kennzeichnungspflicht, denn es gilt dann als "küchenfertig zubereitet". Wird Rindfleisch mit Schweinefleisch zu Hackfleisch verarbeitet, muss lediglich ab einem mehr als 50-prozentigem Anteil das Herkunftsland von Rindfleisch gekennzeichnet werden. Über die Herkunft von Schweinefleisch muss nicht informiert werden, und bei Geflügel erfährt der Verbraucher nur, ob es aus Nicht-EU-Staaten stammt.

Seit dem 1. April 2015 gilt eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch für verpacktes Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch. Diese Pflichtkennzeichnung betrifft frisches, gekühltes oder gefrorenes Fleisch – dabei sind Angaben zum Land der Aufzucht und der Schlachtung erforderlich. Die Vorgaben gelten aber nicht für verarbeitete Fleischerzeugnisse.

Eier

Eierkennzeichnung

Seit 1. Januar 2004 ist in allen Ländern der Europäischen Union eine einheitliche Eierkennzeichnung mit Hinweisen zur Herkunft, Haltung und Frische der Eier vorgeschrieben. Bei verpackten nach Güte- und Gewichtsklassen sortierten Eiern verrät ein gestempelter Zifferncode (zum Beispiel 0-DE-024572) auf der Schale, woher die Ware kommt. Eine "Null" an erster Stelle gibt die Herkunft aus ökologischer Erzeugung an, eine "Eins" steht für Freilandhaltung, die Ziffer "Zwei" für Boden- und eine "Drei" für Käfighaltung. An nächster Stelle offenbaren Länderkürzel das Herkunftsland - so steht DE für Deutschland oder NL für die Niederlande. Um die Herkunft vom Verkauf bis zum Stall zurückverfolgen zu können, zeigt der abschließende siebenstellige Zahlencode auf deutschen Eiern das jeweilige Bundesland sowie die entsprechende Betriebs- und Stallnummer an.

Obst und Gemüse

Knoblauch im Korb mit Schild "aus Italien"
© Bauer Alex - Fotolia.com

Bei den meisten frischen Obst- und Gemüsearten muss das Ursprungsland angegeben werden, außer bei Früh- und Speisekartoffeln, frischen Bananen, Oliven, Zuckermais, Kokosnüssen, Paranüssen oder Datteln (nicht abschließende Liste). Hier kann der Händler eine freiwillige Kennzeichnung vornehmen.

Firmenadresse auf der Verpackung

Für verarbeitete Produkte sind bisher keine Angaben zum Ursprungsland oder zum Herstellungsort vorgeschrieben. So muss beispielsweise ein Hersteller von Erdbeer-Konfitüre nicht darüber informieren, wo das Obst geerntet wurde. Die Herkunft von Milch einem Joghurt erfährt der Kunde ebenfalls in der Regel nicht. Häufig bleibt sogar der Hersteller, unbekannt. Denn gemäß den Vorschriften muss der Name oder die Firma und die Anschrift des verantwortlichen Lebensmittelunternehmers angegeben werden. Dies kann beispielsweise der Produzent, Verarbeiter oder Verkäufer sein, wenn unter dessen Name das Lebensmittel vermarktet wird.

Regionale Kennzeichen

Bei regionalen Herkunftszeichen der Bundesländer sind die Kriterien für die einzelnen Zeichen unterschiedlich. Die Rohstoffe kommen nicht immer aus dem genannten Bundesland. Um beispielsweise das Gütezeichen "Geprüfte Qualität-Thüringen" zu erhalten, müssen unverarbeitete Lebensmittel (Fleisch, Kartoffeln) zu 100 Prozent aus Thüringen stammen, bei verarbeiteten Lebensmitteln (zum Beispiel Konfitüre) genügen jedoch schon 50,1 Prozent. Regionale Herkunft lässt sich also an solchen Zeichen nicht verlässlich ablesen.

EU-Kennzeichen

Die EU-weite Kennzeichnung "g.g.A." bedeutet "geschützte geografische Angabe". Das heißt lediglich, dass eine Stufe der Produktion im genannten Gebiet stattfinden muss. Das EU-Kennzeichen "geschützte Ursprungsbezeichnung" (g.U.) gibt eindeutig Auskunft über die Herkunft. Die auf EU-Ebene eingetragenen Produkte müssen im festgelegten Gebiet nach bestimmten Kriterien erzeugt werden.

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Letzte Änderung 
1. April 2015