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Milch "traditionell hergestellt"

Welche Anforderungen muss sie erfüllen?

© cut - fotolia.com

Frage

Eine Bio-Milch wird auffällig mit den Worten "traditionell hergestellt" beworben. Im Kleingedruckten steht allerdings "homogenisiert". Dies ist für mich eine mit Sicherheit nicht traditionelle Verarbeitungsmethode.

Antwort

Die Angabe „traditionell hergestellt“ bezieht sich lediglich auf die Haltbarmachung der Milch und dient der Unterscheidung zwischen klassischer Frischmilch und „länger haltbarer“ Frischmilch (sogenannter ESL- bzw. „Extended Shelf Life“-Milch).

Herkömmliche Frischmilch wird üblicherweise etwa 15-30 Sekunden auf 72-75 Grad erhitzt. Sie ist bei Kühllagerung unter 8 Grad etwa 6 bis12 Tage haltbar. Bei länger haltbarer Frischmilch, sogenannte ESL-Milch (für „Extended Shelf Life“), kommen teilweise kurzzeitig Temperaturen bis etwa 130 Grad zum Einsatz. Sie ist gekühlt gelagert etwa 21 bis 30 Tage haltbar. Die zu kennzeichnende Wärmebehandlung fällt bei beiden Milch-Varianten unter den Begriff „pasteurisiert“.

Um Verbrauchern dennoch eine Unterscheidung der beiden Milch-Varianten zu ermöglichen verständigten sich 2009 das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Milchindustrie-Verband e. V. und der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels auf eine Selbstverpflichtung zur Kennzeichnung der Milch.

  • Klassische Frischmilch erhält den Zusatz "traditionell hergestellt",
  • ESL-Produkte werden als "länger haltbar" gekennzeichnet.

Die Angabe „traditionell hergestellt“ sagt also nichts darüber aus, ob die Milch homogenisiert wurde oder nicht. Die Angabe „homogenisiert“ auf der Milchverpackung erfolgt freiwillig.

Ihre Anfrage zeigt uns, dass der Hinweis „traditionell hergestellt“ missverständlich ist. Eine Angabe wie „traditionell pasteurisiert“ wäre klarer. Tatsächlich hält sich die Firma aber an den Wortlaut der freiwilligen Vereinbarung.

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Letzte Änderung 
27. Juli 2016

Kommentare

Blöde Namensgebung. Bei traditionell hergestellt denke ich eher an die Kuh auf der Weide und die Bäuerin auf dem Melkschemel. (Wenn die Milch erstmal im Melkeimer ist, ist die Herstellung doch vorbei, der Rest ist Weiterverarbeitung