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Lebensmittelkennzeichnung: grundsätzliche Regelungen

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Viele Fragen rund um die Kennzeichnung auf Lebensmitteln lassen sich mit Hilfe einer einzigen Verordnung klären, der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Sie liefert alle grundsätzlichen Kennzeichnungsvorschriften für fertig verpackte Lebensmittel (Fertigpackung).

Ziel: Verbraucherschutz

Wichtige Ziele der Lebensmittelkennzeichnung sind der Gesundheitsschutz der Verbraucher – man denke nur an die Kennzeichnung von Allergenen – und der Schutz vor Irreführung. Die vorgeschriebenen Angaben informieren über die Art des Lebensmittels und wichtige Merkmale wie Menge, Zusammensetzung und Haltbarkeit. Sie ermöglichen damit einen Produktvergleich und dienen als Grundlage für eine fundierte Kaufentscheidung.

Auf allen Lebensmitteln Pflicht

Diese Angaben sind grundsätzlich auf allen fertig verpackten Lebensmitteln verpflichtend:

  • Bezeichnung des Lebensmittels
  • Zutatenverzeichnis, sortiert nach dem Gewichtsanteil der Zutaten in absteigender Reihenfolge.
  • Allergenkennzeichnung
  • Menge bestimmter Zutaten oder Klassen von Zutaten: Eine konkrete Mengenangabe ist bei Zutaten notwendig, die auf der Verpackung des Lebensmittels durch Worte oder Abbildungen hervorgehoben werden.
  • Nettofüllmenge
  • Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum
  • gegebenenfalls besondere Anweisungen für Aufbewahrung und/oder Anweisungen für die Verwendung
  • Name oder Firma und Anschrift des Lebensmittelunternehmers. Dies kann der Hersteller, Verarbeiter oder Verkäufer sein.
  • Wo vorgeschrieben das Ursprungsland oder der Herkunftsort
  • Gebrauchsanleitung, falls es schwierig ist, das Lebensmittel ohne eine solche angemessen zu verwenden
  • Angabe des Alkoholgehalts in Volumenprozent bei Getränken mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol
  • Nährwertdeklaration (verpflichtend seit 13.12.2016)

Weitere verpflichtende Angaben gelten für bestimmte Lebensmittelgruppen, zum Beispiel gehört ein Warnhinweis auf koffeinhaltige Getränke und das Einfrierdatum auf eingefrorenes Fleisch und eingefrorenen, unverarbeiteten Fisch.

Hinzu kommen die Angabe von Gesamtpreis und Grundpreis an oder nahe bei der Packung, meist am Regal.

Die Pflichtangaben sind an einer gut sichtbaren Stelle deutlich, gut lesbar dauerhaft anzubringen.

Ausnahmen von der Regel

Manche Lebensmittel sind von der vollständigen Kennzeichnung ausgenommen. Ein Zutatenverzeichnis ist beispielsweise nicht erforderlich bei:

  • frischem Obst, frischem Gemüse und Kartoffeln, sofern diese nicht geschält, geschnitten oder ähnlich behandelt sind
  • Getränken mit einem Alkoholgehalt über 1,2 Volumenprozent
  • bei Lebensmitteln, die nur aus einer Zutat bestehen und diese als Verkehrsbezeichnung nennen, z.B. Vollmilch

Auch für das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt es Ausnahmen. Auf frischem, ungeschältem und unzerkleinertem Obst, Gemüse und ungeschälten Kartoffeln sowie auf alkoholischen Getränken, Zucker, Speisesalz und Kaugummi und einigen anderen Lebensmitteln darf es fehlen.

Die LMIV ist nicht alles

Die Lebensmittelinformationsverordnung regelt die Grundsätze der Lebensmittelkennzeichnung. Zusätzlich gelten noch zahlreiche weitere produktspezifische und produktübergreifende Vorschriften:

  • Produktspezifische Normen enthalten Kennzeichnungspflichten für bestimmte Lebensmittel(gruppen) wie Käse, Eier oder Mineralwasser.
  • Als produktübergreifende Normen sind beispielsweise die Fertigpackungsverordnung, die Preisangabenverordnung und die Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben zu beachten.
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Letzte Änderung 
9. Dezember 2014