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Reinecke’s Büsumer Krabben-Cremesuppe

 

Statt ganzer Krabben Krebskörperauszüge und 2 % Krabbenmehl

Verbraucherbeschwerde 

Auf dem Etikett wird eine "Büsumer Krabben-Cremesuppe", "Die Küstenspezialität", "tafelfertig" beworben, zusammen mit einem Bild des Büsumer Krabbenhafens.
Der Inhalt der Dose enthält jedoch höchstens Spuren von Krabben: 2,2 % Krabbenmehl, weiterhin 2,5 % Krebssuppenpaste (bestehend u. a. aus Krebskörperauszügen).
Zusätzlich findet man den Hinweis für diese "tafelfertige" Suppe: "Als Einlage empfehlen wir Krabbenfleisch, Erbsen und Spargelstücke."
Angesichts der Aufmachung und des nicht unerheblichen Preises erwartet man doch erheblich mehr von dieser Krabbensuppe.
Herr F. aus Höchstadt vom 28.10.2014

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Enttäuschte Erwartungen sind bei einer als „Krabbensuppe, tafelfertig“ bezeichneten Suppe aus unserer Sicht naheliegend, wenn die Suppe keinerlei Krabbenfleisch enthält. Entweder sollte in der Suppe tatsächlich eine wesentliche Menge Krabbenfleisch als Einlage stecken oder sie einen anderen Produktnamen tragen.

Darum geht’s:

Auf der Schauseite der Dose weist der Produktname “Büsumer Krabben-Cremesuppe, Die Küstenspezialität, tafelfertig“ auf eine wesentliche Menge an Krabben als Einlage hin. Die Zutatenliste führt tatsächlich nur 2,5 % Krebssuppenpaste mit Krebskörperauszügen und 2,2 % Krabbenmehl auf.   

Das ist geregelt:

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV), Artikel 7, dürfen Informationen über Lebensmittel nicht irreführend sein, insbesondere in Bezug auf die Eigenschaften des Lebensmittels. Unter Eigenschaften wird unter anderem auch die Zusammensetzung eines Lebensmittels verstanden. Solche Irreführungen sind auch in der Werbung und in der Aufmachung und Darbietung des Lebensmittels unzulässig.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Eine Krabbensuppe sollte ohne einen angemessenen Anteil an Krabbenfleisch nicht Krabbensuppe heißen. Es ist üblich, dass Verbraucher sich beim Lebensmitteleinkauf auch nach dem Produktnamen richten. Dabei gehen sie davon aus, was sie von der Zubereitung im Haushalt und dem Verzehr in der Gastronomie her kennen.
Für Verbraucher kann es außerdem widersprüchlich sein, wenn ein Fertigprodukt als tafelfertig angepriesen und gleichzeitig die Zugabe weiter Lebensmittel zum Verzehr empfohlen wird.

Fazit:

Der Anbieter sollte den Produktnamen an die Zusammensetzung anpassen oder der Suppe Krabbenfleisch beigeben. Die Auslobung „tafelfertig“ sollte entfallen, wenn nicht alle für einen genussvollen Verzehr empfohlenen Zutaten bereits in der Dose stecken.

Stellungnahme der Reineckes Delikatess-Konserven GmbH, Hamburg

Kurzfassung, erstellt von der Verbraucherzentrale:

Die Bezeichnung „Büsumer“ bezieht sich auf die Rezeptur, Beschaffenheit und den Geschmack. Die Namensgebung entspricht anderen Bezeichnungen wie Königsberger Klops oder ungarisches Gulasch. Orts- und Regionalbezeichnungen in Produktnamen weisen nur in Ausnahmefällen auf einen Herstellungsort hin. Bei einem Preis von unter 2 Euro kann der Verbraucher davon ausgehen, dass keine echten Krabben enthalten sind, da der Preis für ein Kilo Krabbenfleisch inzwischen 28 Euro beträgt.

Stand 
20. Februar 2015