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Mandel-Tonka Creme

 

Mehr Milchpulver als Mandeln und kaum Tonkabohne im Glas

Verbraucherbeschwerde 

Aus der Aufmachung ist nicht ersichtlich, dass ein wesentlicher Milchanteil (24 % Magermilchpulver) enthalten ist; vor hellem Bildhintergrund ist lediglich ein schlecht erkennbares Glas Milch abgebildet. Ein analog aufgemachtes RAPUNZEL Produkt "Mandel Creme" enthält keinerlei Milchbestandteile; ausgehend von diesem Produkt kann der Verbraucher daher nicht erwarten, dass "Mandel Tonka Creme" 24 % Milchpulver enthält. Des Weiteren ist der Anteil an Tonka-Bohnen minimal, d. h.

der am geringsten enthaltene Bestandteil hinter Bourbon-Vanille. Der Hersteller sollte umgehend den Namen in z. B. Milch-Mandel-Creme ändern. Der Gehalt an fast einem Viertel Milchpulver wird vom Hersteller völlig unterschlagen, was bei meiner Laktose intoleranten Frau zu großen Beschwerden führte. Der Tonka-Bohnengehalt ist dagegen völlig zu vernachlässigen.
Herr S. aus Dresden vom 08.01.2014

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:
Durch die in Wort und bei Mandeln auch als Bild hervorgehobenen Zutaten können Verbraucher ein Mandelmus mit Tonkabohnen erwarten, was die Zusammensetzung des Produktes nur unzureichend widerspiegelt. Auf die am meisten enthaltene Zutat Milchpulver weist lediglich ein unscheinbares, leicht zu übersehendes Glas Milch hin.
In der Bezeichnung genannte und auch abgebildete Zutaten auf der Schauseite sollten klar erkennbar sein und die Zusammensetzung des Produktes deutlich widerspiegeln. Wenn Missverständnisse zu befürchten sind, sollten sie auch mit Mengenangabe versehen sein. Dies ist der Fall, wenn eine Zutat wie die Tonkabohne nur in geringer Menge vorkommt. Nur so sind falsche Erwartungen beim Kunden von vornherein auszuschließen.

Darum geht’s:
Auf der Schauseite des Glases sind eine bestrichen Brotscheibe, eine Vanilleblüte und zwei Mandeln zu sehen. Bei intensivem Betrachten ist im Hintergrund außerdem ein Glas Milch zu erahnen. Es verschwimmt jedoch praktisch vollständig mit dem farblich minimal unterschiedlichen Bildhintergrund.
Die Zutatenliste nennt als erste Zutat 24 % Milchpulver und erst an zweiter Stelle Mandeln. Die Tonkabohne steht an letzter Stelle der Zutatenliste ohne Mengenangabe hinter dem Gewürz Bourbon-Vanille.

Das ist geregelt:
Im Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) ist im §11 aufgeführt, dass es verboten ist, Lebensmittel unter irreführender Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung in den Verkehr zu bringen oder für Lebensmittel allgemein oder im Einzelfall mit irreführenden Darstellungen oder sonstigen Aussagen zu werben. Eine Irreführung liegt danach insbesondere dann vor, wenn zur Täuschung geeignete Aufmachungen oder Darstellungen über die Art, Beschaffenheit oder Zusammensetzung verwendet werden.

In § 8 der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV) ist die Mengenkennzeichnung von Zutaten geregelt. Eine Ausnahme von der verpflichtenden Mengenkennzeichnung ist in § 8 Absatz 2 LMKV vorgesehen, wenn es sich um Zutaten handelt, die in geringer Menge zur Geschmacksgebung verwendet werden.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:
Die Meldungen an lebensmittelklarheit.de zeigen, die Kennzeichnung von Lebensmittelzutaten auf der Verpackungsansicht ist oft nicht transparent. Viele Verbraucher richten sich in ihrer Erwartung nach den Produktnamen und den abgebildeten Zutaten; so auch beim vorliegenden Brotaufstrich.

Fazit:
Die Information, dass Milchbestandteile die größte Menge der Zutaten ausmachen und Tonkabohne nur als Gewürz in der Creme steckt, sollte der Anbieter bereits auf der Schauseite deutlicher darstellen.

Stellungnahme der RAPUNZEL Naturkost GmbH, Legau

Kurzfassung erstellt von der Verbraucherzentrale:
Bei der Mandel-Tonka Creme handelt es sich um einen süßen Brotaufstrich. Dieser besteht aus verschiedenen Zutaten. Die Geschmack charakterisierenden Zutaten sind bei dieser Creme die Mandeln und natürlich die Tonkabohne. Daher wurde für dieses Produkt der Name Mandel-Tonka Creme gewählt. Die Tonkabohne ist eine Gewürzkomponente und fällt daher nicht unter die Quid-Regelung (es ist also keine Deklaration des prozentual enthaltenen Anteils in der Zutatenliste erforderlich).

Stellungnahme Downloads 
Stand 
25. März 2014