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Oft rot statt frisch: Fleisch unter Schutzatmosphäre verpackt

Rubrik 
Lebensmittel konkret

Frischfleisch in Schale
Frischfleisch in Schale © Kitch Bain - Fotolia.com

Immer häufiger wird Fleisch vorverpackt in den Kühltheken der Supermärkte angeboten. Auf den Etiketten findet sich häufig der Hinweis „Unter Schutzatmosphäre verpackt“. Das suggeriert so manchem Verbraucher besondere Sicherheit. Doch ob die Haltbarkeit tatsächlich verlängert wird, ist abhängig vom eingesetzten Gasgemisch.

Packgase mit unterschiedlicher Wirkung

Die Packgase Kohlendioxid und Stickstoff verlängern die Haltbarkeit des Fleisches, indem sie das Wachstum von Verderbniserregern unterdrücken. Dagegen stabilisiert Sauerstoff in erster Linie die rote Fleischfarbe und verzögert äußerlich die Dunkel- oder Graufärbung im Rohzustand. Es verlängert nicht die Haltbarkeit und die Fleischqualität kann sich verschlechtern. Sauerstoff beschleunigt nämlich die Fettoxidation während der Kühllagerung. Das Fleisch kann dadurch zäh und ranzig werden. Als nachteilig ist auch zu bewerten, dass unter Sauerstoff verpacktes Rindfleisch beim Erhitzen frühzeitig bräunt. Dies kann den Eindruck vermitteln, das Fleisch sei bereits durchgegart.

Werden Packgase eingesetzt, muss die Verpackung den Hinweis „Unter Schutzatmosphäre verpackt“ tragen. Die Zusammensetzung des eingesetzten Gases muss jedoch nicht angegeben werden.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Schönung von Fleisch verbieten

Der Verbraucherzentrale reicht der Hinweis auf die Schutzatmosphäre nicht. Denn Packgase wie sauerstoffreiche Gasgemische, die zur Schönung des Fleisches dienen, täuschen dem Verbraucher Frische vor.

Für unverpacktes frisches Fleisch gibt es bereits eine neue Regelung. Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen fordert für Fleisch, das mit Sauerstoff unter Hochdruck behandelt wurde, den Hinweis „mit Sauerstoff unter Hochdruck farbstabilisiert“. Dieses Urteil gilt jedoch nur für den Verkauf an der Frischfleischtheke und nicht für verpacktes Fleisch.

Der Einsatz von Packgasen, die der Schönung des Fleisches dienen, sollte generell zum Schutz der Verbraucher vor Täuschung und Irreführung verboten werden.

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Letzte Änderung 
21. Oktober 2015