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Fruchtsaftgetränke – Hauptsache: Zuckerwasser

Rubrik 
Lebensmittel konkret

Getränke in Gläsern
© MP2 - Fotolia.com

Wenn sich Verbraucher eine „Limo“ gönnen, ist ihnen vermutlich klar, dass sie ein zuckerreiches Getränk mit minimalem Fruchtanteil trinken.

Bei Fruchtsaftgetränken ist das jedoch fraglich, denn der „Fruchtsaft“ in der Bezeichnung vermittelt ein positives Image. Mit Saft haben diese Getränke aber nicht mehr viel gemeinsam. Sie können sogar mehr Zucker als Fruchtsaft enthalten.

Kategorie Erfrischungsgetränk

Drei Getränkearten mit ähnlichem Namen unterscheiden sich in der Zusammensetzung sehr stark: Fruchtsaft, Fruchtnektar und Fruchtsaftgetränk. Sie gehören auch lebensmittelrechtlich in verschiedene Kategorien. Während Fruchtsaft und -nektar der Fruchtsaftverordnung unterliegen, gehören Fruchtsaftgetränke wie auch Limonaden zu den Erfrischungsgetränken. Sie enthalten wenig Fruchtsaft, reichlich Zucker und Aromen.

Fruchtsaftgehalt der Fruchtsaftgetränke

Die Leitsätze für Erfrischungsgetränke geben vor, wie viel Fruchtsaft in unterschiedlichen Fruchtsaftgetränken mindestens enthalten sein soll:

Bei Getränken mit Saft von

  • Kernobst, Trauben oder Mischungen daraus: mindestens 30 Prozent
  • Zitrusfrüchten oder Mischungen aus Zitrusfrüchten: mindestens sechs Prozent
  • anderen Früchten oder Mischungen daraus: mindestens zehn Prozent

Freiwillig können Hersteller auch höhere Fruchtsaftgehalte verwenden. Der Rest wird mit Zuckerwasser aufgefüllt. Damit das Getränk dennoch intensiv nach der angegebenen Frucht schmeckt, ist zusätzlich meist Aroma enthalten. Es dürfen auch so genannte natürliche Aromastoffe verwendet werden, die nicht von den namensgebenden Früchten stammen.

Zuckerwürfel im Glas

Zuckeranteil

Zucker kann im Extremfall in der Zutatenliste noch vor Fruchtsaft stehen. Dann ist der Zuckerzusatz eindeutig höher als der Fruchtsaftanteil. Etwa zwölf Prozent Zucker sind durchschnittlich in Fruchtsaftgetränken enthalten. Meist handelt es sich dabei in erster Linie um zugesetzten Zucker, nur bei höherem Fruchtsaftanteil spielt auch der fruchteigene Zucker eine wesentliche Rolle.

Zum Vergleich: Fruchtsaft und Fruchtnektar

Auf den ersten Blick sehen sie ähnlich aus wie Fruchtsaftgetränke: Fruchtsaft und Fruchtnektar.

Das ist der Unterschied:

  • Fruchtsaft besteht grundsätzlich aus 100 Prozent Frucht.
  • Fruchtnektar besteht je nach Fruchtart zu 25 bis 50 Prozent aus Frucht, Aroma wird hier nicht verwendet.

Keine gesunden Durstlöscher

Empfehlenswerte Getränke sind Wasser, ungesüßte Früchte- und Kräutertees sowie stark verdünnte Fruchtsaftschorle. Fruchtsaftgetränke gehören nicht dazu. Sie zählen wie alle anderen Erfrischungsgetränke und Süßwaren zu den „Extras“, mit denen sparsam umgegangen werden sollte.

Es lohnt sich, die genaue Bezeichnung und die Zutatenliste auf der Verpackung zu lesen. Zusammen geben sie eindeutig Auskunft. Der Fruchtsaftanteil muss bei Fruchtsaftgetränken deklariert sein. Viele abgebildete Früchte bedeuten dagegen nicht, dass auch viel Frucht enthalten ist.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Kein verzerrtes Bild über Fruchtanteile

In der Aufmachung sind Fruchtsaftgetränke kaum von Fruchtsaft oder Fruchtnektar zu unterscheiden. Es werden viele Früchte auf den Packungen abgebildet, obwohl der Fruchtsaftanteil gering ist. Umso wichtiger ist es, dass der Käufer schon durch die Bezeichnung auf der Vorderseite des Produktes erfährt, welches Getränk er wählt: beispielsweise „Orangen-Fruchtsaftgetränk mit 20 % Fruchtgehalt“.

Problematisch sind immer wieder Fruchtabbildungen auf Verpackungen von Fruchtsaftgetränken aus verschiedenen Früchten. Zwar dürfen Abbildungen nach den Leitsätzen nicht im Widerspruch zur Zusammensetzung oder zu den sensorischen Eigenschaften stehen. Die Praxis zeigt aber immer wieder, dass sie falsche Erwartungen wecken: Häufig sind vergleichsweise teure Fruchtarten wie Himbeeren oder Erdbeeren auf dem Etikett überproportional dargestellt. Preisgünstige Säfte wie Apfel- und Orangensaft spielen in der Abbildung dagegen kaum oder gar keine Rolle, obwohl sie den wesentlichen Anteil am Fruchtsaftgehalt ausmachen.

Um eine Täuschung zu vermeiden, dürfen Abbildungen kein falsches Bild vermitteln. Die Angabe der Anteile verschiedener Fruchtarten gehört aus Sicht der Verbraucherzentrale auf die Vorderseite der Verpackung.

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Letzte Änderung 
30. Oktober 2015