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Azofarbstoffe - Warnhinweis für bunte Lebensmittel

Rubrik 
Zutaten + Zusatzstoffe

farbige Zitronen
© Petr Vaclavek - fotolia.com

Ob Bonbons, Limonaden oder Zuckerstreusel: Knallbunte Lebensmittel sprechen Kinder besonders an. Diese können jedoch künstliche Farbstoffe enthalten, die gerade für Kinder problematisch sind und deshalb mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden müssen.

Umstrittene Farbstoffe

Diskutiert werden die Azofarbstoffe

  • Tartrazin (E 102),
  • Gelborange (E110),
  • Azorubin (E 122),
  • Cochenillerot A (E 124),
  • Allurarot (E129)
  • sowie der Farbstoff Chinolingelb (E 104).

Unerwünschte Wirkungen

Diese Farbstoffe sind dafür bekannt, dass sie bei entsprechend veranlagten Menschen so genannte Pseudoallergien auslösen können. Das sind Unverträglichkeitsreaktionen, die ähnlich drastische Krankheitsbilder bewirken können wie Allergien, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Typische Symptome sind Nesselsucht, Asthma und Hautödeme.

Zusätzlich stehen die Farbstoffe in Verdacht, bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen zu führen. Dies ergab eine Studie der Universität Southampton von 2007: Der Konsum von Lebensmittelfarbstoffen (Azofarbstoffe und Chinolingelb) zusammen mit dem Konservierungsstoff Natriumbenzoat bewirkte, dass die Kinder insgesamt aufgeregter und zappeliger erschienen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält diese Studie für wenig aussagekräftig, da sie erhebliche methodische Mängel aufweist. Allerdings hat die EFSA, die akzeptierbaren täglichen Aufnahmemengen bei drei der umstrittenen Farbstoffe (E 104, E 110, E124) herabgesetzt. Bei den anderen wurden die bisher geltenden Werte bestätigt.

Warnhinweise sind Pflicht

Warnhinweis

Die EU-Verordnung über Lebensmittelzusatzstoffe schreibt daher seit dem 20. Juli 2010 einen Warnhinweis auf den Verpackungen für alle Lebensmittel mit Azofarbstoffen vor. Dieser lautet: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.

 

Verbraucherzentralen fordern: Verwendungsverbot

Der Warnhinweis ist aus Sicht der Verbraucherzentrale nur eine halbherzige Lösung.
Die meist unscheinbare Warnung im Kleingedruckten ist schon deshalb ungenügend, weil viele Kinder sich ihre Süßigkeiten selbst kaufen. Azofarbstoffe und Chinolingelb sollten daher verboten werden. Sie stellen ein unnötiges Gesundheitsrisiko für Kinder und Allergiker dar, denn es gibt genügend unbedenkliche Alternativen.

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Letzte Änderung 
27. Januar 2016