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Laktosefreie Milchprodukte

Milchprodukte
© Andre B. - Fotolia.com

Das Sortiment laktosefreier Spezialprodukte wächst stetig. Diese Erzeugnisse werden speziell für Personen angeboten, die an einer Milchzuckerunverträglichkeit leiden und erwecken den Eindruck, sie seien für diese Menschen notwendig. Viele Käsesorten sind aber von Natur aus laktosefrei – genauso wie die meist teureren milchzuckerfreien Spezialprodukte.

Milchzuckerunverträglichkeit

Milchzucker (Laktose) kommt in Milch und Milchprodukten vor und ist außerdem in Lebensmitteln enthalten, die Milchbestandteile als Zutat enthalten.

Für die meisten Menschen ist Milchzucker gut verträglich. Etwa jeder siebte Deutsche leidet jedoch an einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) und kann nur sehr geringe Mengen des Zuckers verdauen. Nach dem Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln treten dann Verdauungsbeschwerden wie Durchfall und Bauchschmerzen auf. Betroffene Personen müssen die Aufnahme von Milchzucker reduzieren. Laktosefreie Milch kann hierbei hilfreich sein.

Kennzeichnung von Milchzucker in Lebensmitteln

Laktose sowie Milch und Milchbestandteile gehören zu den Lebensmittel(zutaten), die häufig Unverträglichkeiten auslösen. Damit betroffene Verbraucher diese Substanzen schnell erkennen, müssen sie in der Zutatenliste ausdrücklich genannt und optisch hervorgehoben werden, beispielsweise durch Fettdruck.

Auch beim Verkauf von unverpackter Ware, wie etwa in Eisdielen oder Gaststätten, muss der Verbraucher informiert werden, ob das Lebensmittel Laktose enthält. Allerdings reicht hier eine mündliche Auskunft durch das Verkaufspersonal aus. Eine schriftliche Dokumentation muss nur auf Nachfragen gezeigt werden können. Auf diese Informationsmöglichkeit muss durch ein Aushang oder in der Speisekarte hingewiesen werden.

Die Menge der enthaltenen Laktose ist jedoch nicht kennzeichnungspflichtig.
Dadurch sind die Laktosemengen häufig schlecht einzuschätzen und ein Produktvergleich ist für Betroffene meist nicht möglich. Ein weitgehender Verzicht auf laktosehaltige Produkte scheint ihnen deshalb häufig als die sicherste Lösung.

Hierfür steht mittlerweile eine große Auswahl laktosefreier Spezialprodukte zur Verfügung.

In vielen herkömmlichen Milchprodukten ist die Konzentration an Milchzucker aber natürlicherweise so gering, dass sie für die meisten milchzuckerempfindlichen Personen unproblematisch sind. So enthält Butter generell weniger als ein Prozent Laktose und wird gut vertragen, da sie zudem nur in geringen Mengen verzehrt wird. Hart- und Schnittkäse wie Emmentaler, Bergkäse oder Parmesan enthalten durch den Herstellungsprozess allenfalls noch Spuren von Milchzucker und sind deshalb ebenfalls gut verträglich.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Verbesserungen notwendig

Laktosefreie Spezialprodukte werden angeboten, auch wenn sich diese in der Herstellung nicht oder kaum von herkömmlichen Vergleichsprodukten unterscheiden. Das kann Menschen mit Milchzuckerunverträglichkeit verunsichern und dazu führen, dass sie sich unnötigerweise mit vergleichsweise teureren Speziallebensmitteln versorgen.

Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist deshalb eine verbesserte Kennzeichnung erforderlich:

  • Im Rahmen einer obligatorischen Nährwertkennzeichnung sollte der genaue Laktosegehalt auf dem Etikett aller laktosehaltigen Lebensmittel angegeben werden müssen.
  • Die Begriffe „laktosefrei“ und „laktosearm“ sollten gesetzlich definiert werden. Produkte wie Hart- und Schnittkäse, auf die diese Begriffe ohnehin zutreffen, sollten nicht als Spezialprodukte beworben werden dürfen.
  • Für Klarheit kann ein Zusatz wie „von Natur aus laktosefrei“ sorgen.

Außerdem sollten Informationsmaterialien zur Laktoseintoleranz deutlich darauf hinweisen, dass auch bestimmte herkömmliche Milchprodukte gut verträglich sind.

Auch bei unverpackten Lebensmittel sollte eine schriftliche Information über Laktose als Zutat verpflichtend sein.

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Letzte Änderung 
29. Oktober 2015