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Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein „Verfallsdatum“

Rubrik 
Kennzeichnung

© M&S Fotodesign - Fotolia.com

MHD abgelaufen …

Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum sind häufig noch gut verwendbar. Allerdings sollte man sich grundsätzlich – auch vor Ablauf des MHD – davon überzeugen, dass sie noch nicht verdorben sind. Augen, Nase und Zunge sind gute Kontrolleure. Bei untypischem Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz sollte das Produkt weggeworfen werden.

Im Handel löst ein abgelaufenes MHD kein Verkaufsverbot aus. Anbieter sind aber verpflichtet, sich davon zu überzeugen, dass das betreffende Lebensmittel einwandfrei ist. Der Preis muss nicht reduziert werden. Häufig ist das aber der Fall, weil die Produkte schnell abverkauft werden sollen.

MHD und Verbrauchsdatum: Nicht in einen Topf werfen!

Anders als das Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Verbrauchsdatum zu bewerten. Es steht auf leicht verderblichen Lebensmitteln als „zu verbrauchen bis…“ und ist auch wörtlich gemeint: Nach Ablauf des Verbrauchsdatums darf das Lebensmittel nicht mehr verkauft werden und es gehört tatsächlich in den Abfall. Verbrauchsdatum und MHD dürfen daher nicht verwechselt werden.

Unnötige Geldverschwendung

Als Vorsichtsmaßnahme und möglicherweise auch, weil viele Konsumenten das MHD falsch verstehen, wandern viele Lebensmittel in den Müll, die noch gut verkauft und verzehrt werden könnten. Das ist nicht nur „rausgeworfenes“ Geld, sondern auch ökologisch und ethisch problematisch: Wesentliche Mengen an Lebensmitteln werden produziert, verarbeitet, verpackt, transportiert und gelagert – und dann vernichtet. Die Verschwendung von Rohstoffen führt zu einer unnötigen Verknappung und treibt die Preise in die Höhe.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Das MHD bietet eine unverzichtbare Orientierung beim Einkauf und der Lagerung von verarbeiteten und verpackten Lebensmitteln. 

Anfragen an die Verbraucherzentralen zeigen, dass über die Bedeutung des MHD häufig Unsicherheit besteht: Zum Teil setzen Verbraucher das MHD mit dem  Verbrauchsdatum gleich und interpretieren es  demzufolge als „Verfallsdatum“.

Grundsätzlich ist aber für alle Kennzeichnungselemente und somit auch für das MHD wichtig, dass sie für Konsumenten gut verständlich sind. Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollte daher überprüft werden, ob es selbsterklärende, bessere, Begriffe als das MHD gibt.

Zusätzlich ist zu prüfen, ob eine standardisierte Darstellung des MHD, die ein schnelles Auffinden gewährleisten würde, verpflichtend eingeführt werden kann. Häufig ist das MHD auf Produkten schlecht auffindbar, überklebt oder schwer lesbar. So bemerken manche Verbraucher die kurze Haltbarkeit eines Lebensmittels erst nach dem Kauf. Sie werden somit  über die Qualität des Lebensmittels in Hinblick auf das Alter des Produktes getäuscht.

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Letzte Änderung 
9. Juni 2015