Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

Verbraucher verstehen Lebensmittelangaben nicht und fühlen sich getäuscht

© Robert Kneschke - Fotolia.com

Wellness-Wasser, knusprige Ente oder Apfelkuchen aus der Region: Oft stellen sich Lebensmittel auf Verpackungen besser dar, als sie in Wirklichkeit sind – und die meisten Verbraucher fühlen sich davon getäuscht. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie im Rahmen von Lebensmittelklarheit.de.

72 Prozent der im Rahmen der Studie Befragten hatten das Gefühl, dass bei den Angaben auf Lebensmitteln viel getrickst wird.

Jeder Zweite ärgert sich darüber, dass wichtige Informationen nicht auf der Vorderseite einer Lebensmittelverpackung stehen. Stattdessen wecken Name, Aufmachung und Kennzeichnung von Lebensmitteln oft Erwartungen, die das Produkt nicht erfüllt. Und vieles von dem, was auf der Packung steht, verstehen Verbraucher nicht.

  1. Regionalkennzeichnungen
    Regionale Bezüge auf Lebensmitteln sorgen für Verwirrung. Knapp die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass ein Tiefkühl-Apfelkuchen mit der Bezeichnung „aus unserer Region“ in der Heimatregion gebacken wurde und die Äpfel von dort kommen.
    Tatsächlich gibt es aber keine klaren Vorgaben für die Werbung mit „Region“ oder „regional“.
     
  2. „Frei von …
    Auch die Aussage „frei von…“, mit der Hersteller den Verzicht auf Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Aromen, Farb- und Konservierungsstoffen bewerben, sind für Verbraucher missverständlich. Bei einem Produkt „frei von Geschmacksverstärkern“ erwarten knapp zwei Drittel der Verbraucher, dass auch keine Aromen enthalten sind.
    Sie lehnen den Einsatz von ähnlich wirkenden Zutaten wie Hefeextrakt und färbenden Fruchtextrakten ab.
    Bei einem Erdbeerjoghurt „ohne Farbstoffe“ gehen etwa 60 Prozent davon aus, dass die Farbe nur aus Erdbeeren stammt.
     
  3. Kalbs- und Geflügelwurst
    In „Kalbswurst“ und „Geflügelwurst“ erwarten die meisten Verbraucher kein Schweinefleisch. Zwar tolerieren sie mehrheitlich kleinere Beimischungen. Dass das Fleisch anderer Tierarten aber sogar überwiegen kann, ist in hohem Maße verwirrend und geht an der Erwartung der Verbraucher vorbei.
    Enthält eine Wurst Fleisch von zwei Tierarten, sprechen Verbraucher sich für eine Bezeichnung aus, die dies deutlich macht, beispielsweise „Salami aus Puten- und Schweinefleisch“.
     
  4. Abbildungen
    Schmücken bestimmte Zutaten die Vorderseite des Lebensmittels, so müssen sie aus Sicht der Verbraucher auch enthalten sein. Dient die Abbildung allein der Darstellung einer Geschmacksrichtung, so sollte deutlich darauf hingewiesen werden.

    Konsumenten wollen bereits auf der Produktvorderseite erfahren, wenn Aromen verwendet wurden. Und bei besonders beworbenen Zutaten wollen sie ausnahmslos die enthaltene Menge erfahren

Verbraucherforschung für Lebensmittelklarheit.de

Die Studie „Aufmachung und Kennzeichnung von Lebensmitteln aus Sicht der Verbraucher“ ist Bestandteil des Projekts Lebensmittelklarheit. Sie erfasst, wo Handlungs- und Verbesserungsbedarf im derzeit geltenden Lebensmittelrecht oder bei den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs besteht. Die Ergebnisse liefern damit wesentliche Entscheidungsgrundlagen  zur Verbesserung der Lebensmittelkennzeichnung.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.: Studie: Verunsichert bei Lebensmitteln. Verbraucher verstehen Lebensmittelangaben nicht und fühlen sich. Pressemeldung vom 24.01.2013

Letzte Änderung 
24. Januar 2013