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Bergkäse aus Rohmilch

Darf der Hinweis auf die Verwendung von Rohmilch fehlen?

Bergkäse
© FFCucina Liz Collet - Fotolia.com

Frage

Ich habe einen Bergkäse gekauft. Laut Verpackung beinhaltet er nur „Milch“, was im Allgemeinen pasteurisierte Milch meint, da sonst ja explizit Rohmilch vermerkt sein müsste. Nun bin ich – nach dem Essen des Käses wohlgemerkt – zufällig auf die Seite des Käseproduzenten gelangt und lese dort, dass dieser Bergkäse aus Rohmilch besteht. So eine fehlerhafte Kennzeichnung, die absolut täuschend ist, gehört meines Erachtens abgemahnt, immerhin geht es um die Gesundheit von meinem Kind und mir und betrifft jede Schwangere.

Antwort

Wir können Ihre Verärgerung gut nachvollziehen. Entsprechend der Tierischen Lebensmittel-Hygieneverordnung müssen vorverpackte Lebensmittel die aus Rohmilch oder unter Verwendung von Rohmilch hergestellt worden sind mit der Angabe „mit Rohmilch hergestellt“ gekennzeichnet werden. Für lose angebotene Ware gibt es solch eine Vorschrift nicht. Im Sinne des gesundheitlichen Verbraucherschutzes sollte jedoch auch bei diesen Produkten, beispielsweise auf einem Schildchen in Produktnähe auf die Verwendung von Rohmilch hingewiesen werden.

Sollte Ihnen ein Käse auffallen, der üblicherweise aus Rohmilch hergestellt wird, auf dem der Hinweis fehlt, können Sie sich damit an Ihre Lebensmittelüberwachung vor Ort wenden, die Sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit recherchieren können (Link siehe Randspalte). Beispielsweise müssen verschiedene Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung oder geschützter geografischer Angabe aufgrund Ihrer Spezifikation aus Rohmilch hergestellt werden. Dazu gehören unter anderem „Tiroler Bergkäse“, „Gruyère“, „Allgäuer Emmentaler“ und „Camembert de Normandie“.

Abgesehen von den nicht eingehaltenen lebensmittelrechtlichen Vorschriften ist das Risiko für Schwangere beim Verzehr von Rohmilchkäse nicht immer gleich groß. Das sogenannte „Brennen“ des Käsebruchs bei maximal 55 Grad Celsius und die lange Reifedauer verschiedener Hartkäse führen zu einem Absterben der Mikroorganismen, sodass Hartkäse für Schwangere als unbedenklich eingestuft werden. Die Kennzeichnung der Verwendung von Rohmilch darf dennoch nicht fehlen.

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Letzte Änderung 
18. Oktober 2017