Verbraucherbeschwerde:

McDonald’s Apfeltasche

Hinweis: Der Text zu dieser Produktmeldung ist entweder veraltet oder entspricht nicht mehr den Kriterien von lebensmittelklarheit.de

Die Nährwertangaben sind verwirrend und führen zu Missverständnissen.
getaeuscht

Verpflichtend sind Nährwertangaben auf Lebensmitteln erst ab Ende 2016. Schon jetzt drucken viele Hersteller freiwillig Nährwertangaben auf ihre Verpackungen, häufig in Verbindung mit sogenannten GDA-Angaben. Dabei wird mit Hilfe von Prozentzahlen angegeben, wie viel des täglichen Richtwerts für Energie, Fett, Zucker und Salz in einer Portion des Lebensmittels enthalten ist; Bezugsgröße ist eine erwachsene Frau mit einem Energiebedarf von 2000 kcal. Aus der Verpackung der Apfeltasche geht zum Einen nicht eindeutig hervor, dass eine Portion 80 Gramm wiegt und die Nährwertangaben sich auf eine ganze Portion beziehen. Zum Anderen zeigt die grafische Gestaltung nicht eindeutig, worauf sich die prozentualen Angaben beziehen: Sind 16% Fett in der Apfeltasche enthalten oder wird der Tagesbedarf an Fett mit 16 % gedeckt? Nach Auffassung der Verbraucherzentrale sollte der Hersteller eine eindeutigere, klarere Gestaltung wählen.

Die zweispaltige Tabelle gibt jeweils zwei Werte zu Kilokalorien, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und Kochsalz an – links eine Prozentangabe, rechts eine Mengenangabe. Die linke Spalte impliziert, dass sich die Prozentwerte – ebenso wie die absoluten Werte – auf eine Portion beziehen. Die Prozentwerte beziehen sich jedoch abweichend auf den „täglichen Nährwertbedarf einer weiblichen Person zwischen 20 und 30 Jahren“, wie man erst nach mühevoller Recherche auf der angegebenen Website erfährt.
Herr S. aus Köln vom 21.03.2012

Darum geht’s:
Die Apfeltasche von McDonalds enthält Nährwert- und die sogenannte GDA-Angaben. Der Guideline Daily Amount ist ein Richtwert für die Tageszufuhr von Energie sowie bestimmten Nährstoffen, die sich bei einem zu hohen Verzehr nachteilig auf die Gesundheit auswirken könnten. Das heißt, neben den produktbezogenen absoluten Mengenangaben für Kilokalorien, Fett, Kohlenhydrate und Salz finden sich auch prozentuale Angaben in der Nährwerttabelle. Zusätzlich gibt es auf der Apfeltasche auch Angaben zum Einweißgehalt. Bezugsgröße für die prozentualen Angaben ist immer eine erwachsene Frau mit einem Energiebedarf von 2000 kcal. Das bedeutet, dass beispielsweise für Kinder die prozentualen Richtwerte – je nach Gewicht des Kindes – deutlich höher liegen würden. Die grafische Darstellung auf der Produktverpackung ist verwirrend. In der Tabelle stehen die prozentualen Richtwerte und die Nährstoffgehalte der Apfeltasche (in absoluten Zahlen) nebeneinander, ohne einen klaren Hinweis darauf, dass sich die prozentualen Angaben auf den Tagesbedarf einer erwachsenen Frau beziehen. Problematisch ist aus Sicht der Verbraucherzentrale auch, dass sich die Angaben auf der Verpackung der Apfeltasche auf die Portionsgröße von 80 Gramm beziehen, die sonst üblichen Angaben für 100 Gramm fehlen auf der Verpackung. Zudem findet sich keine Gewichtsangabe auf der Verpackung.

Das ist geregelt:
Bislang ist die Angabe von Nährwerten nur in bestimmten Fällen verpflichtend geregelt, z. B. bei Lebensmitteln für bestimmte Ernährungszwecke wie Säuglingsnahrung oder wenn mit einem besonderen Nährwert oder mit einer gesundheitlichen Wirkung geworben wird. Erst ab Ende 2016 werden aufgrund der neuen EU-Lebensmittelinformations-Verordnung Nährwertangaben für einen Großteil verpackter Lebensmittel verpflichtend.
Die meisten Hersteller drucken jedoch bereits Nährwertangaben auf ihre Verpackungen. Wenn sie dies (freiwillig) tun, müssen die Angaben gut lesbar und leicht auffindbar sein. Zudem ist in der Regel die Tabellenform vorgeschrieben, in der sich die Angaben immer auf 100 Gramm oder 100 Milliliter eines Lebensmittels beziehen müssen. Zusätzlich drucken immer mehr Hersteller auch die Nährwertangaben für eine Portion auf die Verpackung.
Bei Lebensmitteln, die in Gaststätten oder Kantinen in einer Verpackung abgegeben werden und die lediglich eine portionsbezogene Nährwertangabe enthalten, können weitere Informationen, wie die Angaben für 100 Gramm, auch in einem Aushang oder einer anderen (den Gästen zugänglichen) Quelle veröffentlicht werden.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:
Die Nährwertkennzeichnung auf der Apfeltasche ist gleich doppelt verwirrend. Bei einer Nährwertangabe auf einer normalen Fertigverpackung müssen die Angaben immer auch für 100 Gramm oder 100 Milliliter erfolgen. Die Apfeltasche wiegt jedoch lediglich 80 Gramm. Ebenso verwirrend ist die grafische Gestaltung der Nährwertangaben. Das direkte Nebeneinander von Richtwerten für eine erwachsene Frau und von Nährwertangaben für das Produkt führt fast zwangsläufig zu Missverständnissen. Es sollte deutlich werden, worauf sich die Nährwertangaben und worauf die Richtwerte beziehen.

Stellungnahme von McDonald’s Deutschland Inc., München

Kurzfassung:
McDonald’s kommuniziert Nährwerte produktbezogen auch auf Verpackungen. Berechnet werden diese jeweils für die angebotene Portionsgröße. Zur Darstellung nutzt McDonald’s eine Infografik, die auf der gängigen GDA-Kennzeichnung basiert. Zusätzliche Informationen finden Gäste u. a. auf dem Nährwertposter im Restaurant.
Auf diesem werden Nährwerte auch auf 100 g/100 ml Portionen bezogen dargestellt.

Hinweis: Der Text zu dieser Produktmeldung ist entweder veraltet oder entspricht nicht mehr den Kriterien von lebensmittelklarheit.de