Verbraucherbeschwerde:

Alnatura Omega 3-Öl

Hinweis: Der Text zu dieser Produktmeldung ist entweder veraltet oder entspricht nicht mehr den Kriterien von lebensmittelklarheit.de

Bezeichnung weckt falsche Erwartung: nur wenig mehr Omega-3-Fettsäuren als in Rapsöl und deutlich weniger als in Leinöl.
getaeuscht

Es ist nachvollziehbar, dass Verbraucher durch die Bezeichnung als „Omega 3-Öl“ ein Öl mit einem besonders hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu anderen Ölen erwarten, die von Natur aus reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Das ist nicht der Fall: Im Vergleich zu Leinöl beträgt der Gehalt nur etwa ein Fünftel. Auch im Vergleich zu reinem Rapsöl liegt die Menge an Omega-3-Fettsäuren nur geringfügig höher. Außerdem erfährt der Verbraucher auf der Schauseite nicht verbal, welches Öl oder welche Öle die Flasche enthält.
Die Bezeichnung des Produktes auf der Frontseite sollte keine falschen Versprechen machen, sondern verbraucherfreundlicher den tatsächlichen Inhalt widerspiegeln, z. B. Mischung aus Raps-, Sonnenblumen- und Leinöl lauten.

Das Produkt enthält auf der Vorderseite das Etikett mit der Aufschrift „Omega-3-Öl“. Als Zusammensetzung steht auf der Rückseite:
99 g Fett/100 g, davon sind 8,5 g gesättigte FS, 51,1 g einfach-ungesättigte FS und 39,4 g mehrfach-ungesättigte FS. Von den mehrfach-ungesättigten FS sind 10,5 g Omega-3-FS und 20,9 g Omega-6-FS. Omega-3-FS sind neben den gesättigten FS die kleinste Menge, also ein Widerspruch zum Etikett! Ich war sehr irritiert, da ich der Meinung war, dass ich damit ein Öl mit einem sehr hohen Omega-3-FS-Gehalt kaufen würde. Normales Leinöl hat einen höheren Omega-3-FS-Gehalt als dieses angebotene Öl. 
Herr Z. aus Freiburg vom 28.10.2011

Darum geht’s:
Die Bezeichnung des Öles auf der Frontseite lautet Omega 3-Öl. Dies legt nahe ein Öl zu erwarten, dessen Fettsäurenzusammensetzung sich durch einen besonders hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auszeichnet. Welche Öle das Omega 3-Öl enthält, erfährt der Verbraucher auf der Schauseite nicht direkt.
Erst auf der Rückseite erfährt der Verbraucher dann, dass sich es sich um eine Mischung aus 65 % Raps-, 25 % Sonnenblumen- und 10 % Leinöl handelt. Der tatsächliche Gehalt an Omega-3-Fettsäuren beträgt 10,5 Gramm und liegt damit deutlich geringer als der Gehalt an Omega-6-Fettsäuren mit 28,9 Gramm. Reines Leinöl enthält bereits 54 g Omega-3-Fettsäuren pro 100 g. Daher findet der Verbraucher die Bezeichnung Omega 3-Öl nicht gerechtfertigt.

Das ist geregelt:
Ein Lebensmittel darf nach der europäischen Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben (sogenannte Heath-Claims-Verordnung, kurz: HCVO) auf einen „hohen Gehalt“ an Omega-3-Fettsäuren hinweisen, wenn das Produkt mindestens 0,6 g Alpha-Linolensäure pro 100 g und pro 100 kcal oder zusammengenommen mindestens 80 mg Eicosapentaensäure und Docosahexaenoidsäure pro 100 g und pro 100 kcal enthält.
Das vorliegende Öl erfüllt die Vorgaben für Alpha-Linolensäure und darf mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren werben. Die Bezeichnung von Lebensmitteln ist in diesem Fall nicht näher geregelt, unterliegt jedoch dem allgemeinen Täuschungsverbot.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:
Die sogenannten Omega-3-Fettsäuren zählen neben den Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren zu den für die menschliche Ernährung wichtigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Während insbesondere die Omega-6-Fettsäuren in vielen Lebensmitteln vorkommen, sind Omega-3-Fettsäuren nicht sehr häufig vertreten. Als relevante Lebensmittelquellen spielen neben Fettfischen wie Hering und Makrele nur Lein-, Walnuss- und Rapsöl eine Rolle.
Insbesondere gesundheitsbewusste Verbraucher, die sich mit der Zusammensetzung und den Ernährungsempfehlungen zu Fetten und Ölen auskennen, achten in ihrem Speisenplan auf Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Der hier vom Anbieter gewählte Produktname „Omega 3-Öl“ suggeriert unserer Ansicht nach ein Öl, das sich im Vergleich zu anderen Ölen, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, besonders hervorhebt. Das ist nicht der Fall: Der Gehalt an diesen Fettsäuren liegt nur geringfügig höher als bei Rapsöl (etwa 9,1 g/100 g), niedriger als bei Walnussöl (etwa 13,5 g/100 g) und deutlich geringer als bei Leinöl (etwa 54 g/100 g). Es ist nachvollziehbar, dass sich der Verbraucher durch diesen Produktnamen getäuscht fühlt.

Fazit:
Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollte die Bezeichnung keine falschen Erwartungen wecken und deutlich machen, dass es sich um eine Mischung aus Raps-, Sonnenblumen- und Leinöl handelt. Auf den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren könnte der erlaubte Zusatz „hoher Gehalt an Omega-3-Fettsäuren“ hinweisen.

Stellungnahme der Alnatura Produktions- und Handels GmbH, Bickenbach

Kurzfassung:
Alnatura Omega 3-Öl enthält 10,5 g Omega-3-Fettsäuren pro 100 g und erfüllt damit die gesetzlichen Anforderungen zur Auslobung der Omega-3-Fettsäure. Durch eine 10 g Portion wird zudem die empfohlene Tagesdosis von 1,1 g Omega-3-Fettsäuren bereits erreicht. Für weitere Auskünfte und Informationen steht allen Kunden der Alnatura Verbraucherservice gerne zur Verfügung.

Hinweis: Der Text zu dieser Produktmeldung ist entweder veraltet oder entspricht nicht mehr den Kriterien von lebensmittelklarheit.de