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Werbung „Ballaststoffquelle“ auf Weißbrot

 

Werbung „Ballaststoffquelle“ auf Brot aus 100 Prozent Auszugsmehl ist nach Health-Claim-Verordnung erlaubt.

Verbraucherbeschwerde 

Auf der Verpackung von einem weißen Toastbrot steht vorne drauf "Ballaststoffquelle". Die Frage, die ich mir dazu stelle, ist folgende: Kann weißes Toastbrot wirklich mindestens 3 % Ballaststoffe (oder sogar noch mehr) enthalten? Oder ist dies doch eher eine irreführende Information? Es folgen auf der Packung keine weiteren Informationen, aus denen hervorgeht, welchem glücklichen Zufall die Ballaststoffquelle zu verdanken ist.
Frau B. aus Nordrhein-Westfalen vom 22.07.2012

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Weißbrot darf rechtlich als Ballaststoffquelle ausgelobt sein. Dies kann bei Verbrauchern den Eindruck erwecken, dass es zur Deckung der Ballaststoffzufuhr geeignet ist. Ernährungsgesellschaften empfehlen explizit Vollkornerzeugnisse zur Versorgung mit Ballaststoffen. Um Irritationen der Verbraucher über die Lebensmittelauswahl zu verhindern, ist eine Anpassung der Definition „Ballaststoffquelle“ der Health-Claim-Verordnung erforderlich.

Darum geht’s:

Toastbrot aus hellem Weizenmehl trägt den Hinweis „Ballaststoffquelle“ und gibt den Ballaststoffgehalt von 3 Gramm pro 100 Gramm Brot als einen Beitrag von 12 Prozent an der empfohlenen Ballaststoffzufuhr pro Tag an.

Das ist geregelt:

In der Health-Claims Verordnung ist die Angabe „Ballaststoffquelle“ definiert als: „Das Produkt enthält mindestens 3 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm oder mindestens 1,5 Gramm Ballaststoffe pro 100 kcal.“

So sieht’s die Verbraucherzentrale: 

Als Richtwert für die tägliche Ballaststoffzufuhr gilt für Erwachsene eine Menge von mindestens 30 Gramm. Um diese zu erreichen empfehlen die Ernährungsgesellschaften insbesondere den Verzehr von Vollkornprodukten.
Helles Toastbrot und Weißbrot enthalten pro 100 Gramm laut gängigen Nährwerttabellen zwischen 3-3,7 Gramm Ballaststoffe, Weizenvollkornbrot hingegen 7,5 Gramm.

Die Kennzeichnung von Weißbrot als Ballaststoffquelle kann unseres Erachtens bei Verbrauchern irrtümlich den Eindruck erwecken, es handele sich hierbei um ein Lebensmittel, welches einen besonderen Beitrag zu einer ballaststoffhaltigen Ernährung leisten kann.

Fazit:

Um falsche Rückschlüsse auf den gesundheitlichen Wert von Weißbrot zu vermeiden, sollte die Angabe „Ballaststoffquelle“ in der Health-Claim-Verordnung angepasst werden.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [aktuell: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft] über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
12. Dezember 2018