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Vivani Schokolade, Beispiel Feine Bitter und Werbung auf vivani-schokolade.de

 

Label „It’s one world – stop child slavery“ im Internet nun klarer erläutert; Hinweise auf den Verpackungen stehen noch aus

Verbraucherbeschwerde 

IT'S  ONE WORLD (Verwechslung mit Eine Welt-Läden und dem One World Award von Rapunzel mit ihrem HAND IN HAND Projekt) und darunter ganz klein, fast nur mit der Lupe zu lesen der fast selbstverständliche, sehr viel beschränktere Inhalt des Siegels: stop child slavery
Herr S. aus Stuttgart vom 04.05.2013

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:
Siegel auf Produkten
, die besondere Eigenschaften versprechen, wie vorliegend die Vermeidung von Kinderarbeit („stop child slavery“), müssen stimmen und es sollten dem Kunden unmittelbar die Hintergründe dazu vermittelt werden. Vorliegend finden sich auf den Verpackungen gar keine Erklärungen zu dieser Werbung und diejenigen auf der Internetseite des Unternehmens sind ebenfalls nicht ausreichend.
Diese fehlende Transparenz auf den Verpackungen der Schokolade und in den Hinweisen zum Label im Internet muss beseitigt werden, um berechtigte falsche Erwartungen der Verbraucher auszuschließen.

Darum geht’s:

Auf den Verpackungen mehrer Sorten von Vivani Schokolade ist auf der Schauseite neben dem bekannten Bio-Siegel ein Label mit dem Text „It’s ONE World – stop child slavery“ aufgedruckt. Hinweise, was dieses Zeichen bedeuten soll und wer es vergibt, gibt es auf den Verpackungen nicht. Die Internetseite des Anbieters vivani-schokolade.de bildet auf der Startseite ebenfalls das Zeichen ab und gibt über eine kurzen Text und eine damit verlinkte Pressemitteilung weitere Informationen dazu. Während auf der Startseite unter anderem der Satz steht „Es handelt sich hierbei nicht um ein Garantie-Siegel, sondern um einen Aufruf sich mit der Problematik ‚Kinderversklavung’ auseinanderzusetzen.“, erwecken die in der Pressemitteilung getätigten Aussagen unseres Erachtens den Eindruck, dass der Kauf von Vivani-Schokolade mit dem Label Kinderarbeit verhindert: „Ein streng geprüfter Anbau dagegen verhindert Kinderarbeit. Das ist etwa bei den Bioschokoladen des deutschen Marktführers VIVANI der Fall.“ und „Bei Bio- oder Fairtradeschokolade kann er ziemlich sicher sein, dass niemand für die Herstellung ausgebeutet wird.“

Das ist geregelt:
Es ist verboten, Lebensmittel unter irreführender Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung in den Verkehr zu bringen oder für Lebensmittel allgemein oder im Einzelfall mit irreführenden Darstellungen oder sonstigen Aussagen zu werben.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:
Label oder Siegel erwecken unseres Erachtens leicht einen offiziellen Eindruck. Bei dem vorliegenden Fall ist das Zeichen zudem optisch dem direkt daneben stehenden offiziellen Bio-Siegel ähnlich. Ohne jegliche Informationen, was genau der Hinweis auf die Vermeidung von Kinderarbeit in Bezug auf die vorliegende Schokolade genau bedeutet, ist der Verbraucher allein auf seine Vorstellungen und Erwartungen angewiesen. Anbieter ökologischer Waren engagieren sich recht häufig außer für die ökologische Landwirtschaft auch für eine sozial- und wirtschaftsverträgliche Erzeugung ihrer Produkte, was sich in einem höheren Preis der Waren widerspiegelt. Eine entsprechende Transparenz, was genau über den Kauf der Schokolade finanziell unterstützt wird, ist daher dingend erforderlich.

Fazit:
Nach Auffassung der Verbraucherzentrale sollte sowohl auf der Verpackung der Schokolade als auch auf der Internetseite des Anbieters genauer erläutert sein, wer das Label „It’s one world – stop child slavery“ vergibt und für was es genau steht.

Stellungnahme der EcoFinia GmbH, Herford

Kurzfassung:
“It’s one world – stop child slavery“ ist ein von VIVANI eigens entwickeltes Zeichen, das von keiner unabhängigen Institution vergeben wird. Es soll einen Denkanstoß geben, sich mit der Problematik „Kinderarbeit“ auseinanderzusetzen. Den christlichen „Eine Welt“-Gedanken erachtet VIVANI als ethisches Grundverständnis. Durch die Konkretisierung grenzt sich das Zeichen von anderen Siegeln ab.

Stellungnahme Downloads 
Status 

Der Hersteller hat Ende Mai seinen Internetauftritt um weitere Informationen zum Label „It’s one world – stop child slavery“ ergänzt. Auf der Startseite wurde am 26.05.2013 deutlich gesagt, dass es sich um kein offizielles Label handelt, bei dem die Einhaltung festgelegter Kriterien geprüft wird. Am 02.09.2013 war die Startseite neu gestaltet und enthielt keine Informationen zum Label mehr.
Die FAQ zum Label beschreibt, dass der verwendete Kakao nur von Plantagen ohne Kinderarbeit stammt.
Der Anbieter hat darüber hinaus angekündigt auch auf den Verpackungen der Schokoladensorten mit Label, dessen Bedeutung zu erläutern.

Stand 
4. September 2013