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Tiramisù, HMF Food Production

 

Erwartung enttäuscht: Nur 0,6 Prozent Mascarpone stecken im Tiramisù der Firma HMF

Verbraucherbeschwerde 

Tiramisù besteht normalerweise überwiegend aus Mascarpone. In dem Produkt von Aldi, welches sich Tiramisù nennt und nicht nur "nach Art von", ist nur 0,6 % Mascarpone enthalten.
Herr L. aus Schwerin vom 27.07.2012

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Bei einem Tiramisù erwarten Verbraucher in der Regel Mascarpone als eine der Hauptzutaten.
Wenn Mascarpone nur zu 0,6 % enthalten ist, sind Enttäuschungen über die Zusammensetzung, wie hier beim Tiramisù von HMF, nicht auszuschließen.
Bereits auf der Schauseite sollten die Mengenanteile deutlich werden oder ein klarer Hinweis erfolgen, dass es sich nicht um eine klassische Rezeptur handelt.

Darum geht´s:

Das Produkt trägt die Bezeichnung Tiramisù. Zusätzlich befinden sich auf der Schauseite der Hinweis „Italienisches Dessert mit Biskuit, Mascarpone-Frischkäse, Kaffeelikör und Kakao“ und die Abbildungen eines Löffels voll geschichtetem braun-weißem Dessert, gepudert mit Kakaopulver, der italienischen Flagge und des Turms von Pisa. Auf einem Seitenetikett nennt die Verkehrsbezeichnung kleingedruckt die Mengen für Biskuit (9 %), Mascarpone-Frischkäse (0,6 %) und Kaffeelikör (15 %). Der geringe Anteil Mascarpone-Frischkäse widerspricht den Erwartungen des Verbrauchers.


Das ist geregelt:

Mindestanteile an Mascarpone in einem Tiramisù sind weder gesetzlich noch in den Leitsätzen geregelt.
Es ist verboten, Lebensmittel unter irreführender Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung in den Verkehr zu bringen oder für Lebensmittel allgemein oder im Einzelfall mit irreführenden Darstellungen oder sonstigen Aussagen zu werben.

So sieht´s die Verbraucherzentrale:

Die italienische Küche ist in Deutschland seit Jahrzehnten durch die zahlreich gestreuten italienischen Restaurants im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Meist findet sich auch Tiramisù auf der Speisekarte. So kann man unseres Erachtens davon ausgehen, dass viele Verbraucher mit den wesentlichen Zutaten dieser Nachspeise vertraut sind. Nach dem Lebensmittel-Lexikon L-Z des Behr’s Verlages (Täufel u. a., Hamburg 1998) werden zwei wesentliche Komponenten „a) Mascarpone und b) Biskuitboden, der in Kaffeelikör oder -extrakt getränkt worden ist“ für Tiramisu genannt. Zu den Mengen der Zutaten heißt es: „Im Allgemeinen besteht Tiramisu aus 40 % Frischkäse (Doppelrahmstufe 60 % F.i.Tr.), 6 % Eigelb und 1 % Alkohol.„
Die hier vorhandene Menge Mascarpone-Frischkäse liefert nur einen Bruchteil dieser üblichen Menge.

Fazit:

Der Hersteller sollte den Hinweis auf der Schauseite „Italienisches Dessert mit Biskuit, Mascarpone-Frischkäse, Kaffeelikör und Kakao“ durch die jeweiligen Mengen ergänzen. Alternativ könnte der Produktname auch bereits darauf hinweisen, dass kein klassisches Tiramisù sondern eine „Süßspeise nach Art von Tiramisù“ in der Packung steckt.

Stellungnahme der HMF Food Production GmbH & Co. KG, Dortmund

Kurzfassung:

Es gibt keine Leitsätze, die eine festgelegte Verkehrsauffassung beinhalten und keine gesetzlichen Rezepturvorschriften, weshalb unterschiedliche Mascarpone-Anteile möglich sind. Eine Irreführung liegt nicht vor: Die Quid-Angabe macht dem Verbraucher den Anteil an Mascarpone ausreichend kenntlich. Unsere Rezeptur führt zu einem typischen Geschmack und wird dem Verbraucher zu einem guten Preisleistungsverhältnis angeboten.

Stellungnahme Downloads 
Stand 
3. April 2013