Skip to content Skip to navigation

Archiv

Stockmeyer Peperoni-Salami

 

Peperoni in Zukunft als Zutat genannt

Verbraucherbeschwerde 

Das Produkt suggeriert einem auf Grund des Namens und der Abbildung auf der Verpackung, dass es sich um Salami mit Peperoni handelt. Die Zutatenliste offenbart aber, dass in keiner Weise Peperoni enthalten ist.
Frau G. aus Gelnhausen vom 24.07.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Anhand der Verkehrsbezeichnung eines Lebensmittels entstehen Erwartungen des Verbrauchers an die Inhaltsstoffe. Nennt man eine Salami explizit Peperoni-Salami, sollte dies nicht nur ein Hinweis auf die Schärfe der Salami sein, sondern auch Peperoni im Produkt vorkommen. Interessant dabei ist, dass Peperoni sowohl als Gemüse als auch Gewürz verarbeitet sein kann. Darüber sollte die Zutatenliste Klarheit schaffen.

Darum geht’s:

In großen Buchstaben steht Peperoni-Salami auf der Frontseite der Verpackung, daneben befindet sich die Abbildung für einen Serviervorschlag. Auf diesem Bild sieht man Salamibrote garniert mit frischen Peperoni in Scheiben geschnitten. Schaut man im Zutatenverzeichnis nach, findet man keine Angaben zu Peperoni. Als Zutaten, unter die Peperoni fallen könnte, sind lediglich „Gewürze“ und „Aroma“ aufgeführt.

Das ist geregelt:

Peperoni ist sowohl ein Gemüseerzeugnis als auch ein Gewürz. Sehr oft ist Peperoni als Gewürz (Bezeichnung: Chili, Roter oder Schwarzer Pfeffer) in Gewürzmischungen enthalten.
Nach der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung muss keine Aufzählung der einzelnen Gewürze erfolgen, solange der Anteil der Gewürzmischung im Endprodukt weniger als zwei Prozent ausmacht.
Alternativ könnte die Peperoni in der Salami als Gemüse verarbeitet worden sein, dann müsste sie als Zutat aufgelistet werden. In diesem Fall wäre prinzipiell eine prozentuale Mengenangabe nach § 8 der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung erforderlich, da die Zutat in der Verkehrsbezeichnung genannt wird. Ausgenommen von dieser Mengenkennzeichnung sind jedoch zum Beispiel Zutaten, die in geringer Menge der Geschmacksgebung dienen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Durch die fehlende Nennung von Peperoni im Zutatenverzeichnis bleibt für den Käufer unklar, ob Peperoni überhaupt und, wenn ja, in welcher Form sie enthalten sein könnte.
Zutaten, die für die Qualität und den Kauf eines Produktes entscheidend sind, sollten als solche in der Zutatenliste auftauchen. Sonst sind die Käufer nach Ansicht der Verbraucherzentrale zu Recht irritiert und fühlen sich über die wahre Beschaffenheit getäuscht.

Stellungnahme der Westfälischen Fleischwarenfabrik Stockmeyer GmbH, Sassenberg/Füchtorf

Kurzfassung erstellt durch die Verbraucherzentrale:

Der Artikel Peperoni-Salami wird selbstverständlich unter Verwendung von Peperoni hergestellt, die Bestandteil der Gewürzmischung sind. Die Angabe als „Gewürz“ in der Zutatenliste ist korrekt. Dennoch werden wir den Zutatentext in etwa fünf Wochen bei der nächsten Auflage der Etiketten anpassen und Peperoni nochmals angeben.

Stellungnahme Downloads 
Status 

Der Hersteller teilte am 29.11.2011 mit, dass zum Jahreswechsel neue Etiketten gedruckt werden, bei denen in der Zutatenliste Peperoni separat aufgeführt wird. Bei den neuen Etiketten ist außerdem das „Aroma“ verschwunden und dafür „Gewürzextrakte“ hinzu gekommen. Verbraucherfreundlicher wäre diese klar beim Namen zu nennen.

Stand 
13. Februar 2012