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Sternburg Export

 

Jahreszahl entfernt: Zusammensetzung des Bieres entspricht nicht dem Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516

Verbraucherbeschwerde 

Das Bieretikett ist mit deutlich sichtbar mit "GEBRAUT NACH DEM DEUTSCHEN REINHEITSGEBOT VON 1516" gekennzeichnet. Allerdings wurde das Bier mit Hopfenextrakt gebraut, also nicht nach dem Reinheitsgebot von 1516, sondern nach der sehr neuen Bierverordnung, in welcher erstmals 1968 Hopfenextrakt erlaubt wurde.
Also wäre höchstens der Zusatz "gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot" zulässig.
Herr G. aus Greifswald vom 28.08.2012

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:
Im bayerischen Reinheitsgebot von 1516 stehen als Zutaten für die Bierherstellung nur Wasser, Hopfen und Gerste. Das Sternburg Export enthält anstelle von Hopfen Hopfenextrakt. Wenn ein Hersteller mit einem Gebot aus dem Jahre 1516 wirbt, dann sollten die Zutaten auch diesem Gebot entsprechen.

Darum geht´s:
Das Etikett vom Sternburg Export trägt den Hinweis „gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516“. Dieses Reinheitsgebot erlaubte zur Bierherstellung alleinig die Zutaten: Wasser, Gerste und Hopfen.
Im Wandel der Zeit wurden immer wieder neue Gesetze und Verordnungen erlassen, wobei sich die zugelassenen Zutaten änderten und statt Hopfen auch z .B. Hopfenauszüge erlaubten.

Das ist geregelt:
Erst im 19. Jahrhundert wurde das Verbot, zur Bierherstellung andere Zutaten als Gerstenmalz und Hopfen zu verwenden, gesetzlich verankert, zum Beispiel in der Aufhebung des Biertarifs vom 19. Mai 1865 und im Malzaufschlagsgesetz aus dem Jahr 1868.
Aktuell wird die Durchsetzung des Reinheitsgebotes durch die Durchführungsverordnung zum Vorläufigen Biergesetz (VorlBierG-DV) geregelt. Laut § 9 dürfen zur Bereitung von untergärigem Bier anstelle von Hopfen auch Hopfenpulver oder Hopfen in anderweit zerkleinerter Form oder Hopfenauszüge verwendet werden.

So sieht´s die Verbraucherzentrale:
Das Reinheitsgebot von 1516 ist als Original-Schriftstück in der Bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt und enthält den eindeutigen Hinweis, dass zur Bierherstellung als Zutat nur Wasser, Hopfen und Gerste zugelassen sind. Deswegen ist eine Kennzeichnung „gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516“ unserer Ansicht nach irreführend, wenn als Zutat Hopfenextrakt im Bier steckt.

Fazit:
Die Jahreszahl „1516“ sollte entfallen. Dann spricht unserer Auffassung nach nichts dagegen mit der Aussage „gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot“ zu werben.

Stellungnahme der Sternburg Brauerei GmbH, Leipzig

Kurzfassung erstellt von der Verbraucherzentrale:
Der Verbraucher bekommt mit einem Sternburg Bier nichts anderes als das Etikett verspricht: ein Bier, das aus genau den vier Zutaten Wasser Malz, Hopfen und Hefe besteht. Denn Hopfenextrakt ist nicht anderes als 100 % natürlicher Hopfen. Im Frühjahr 2013 ist allerdings sowieso ein Etikettenrelaunch geplant, bei dem der Zusatz „1516“ entfällt.

Status 

Der Anbieter teilte auf Nachfrage mit, dass sich der Etikettenrelaunch verzögert und das Bier ohne die Jahreszahl 1516 im Herbst 2013 im Markt verfügbar sein soll.

Stand 
20. November 2013