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REWE Wildnektarinen weiss, lose Ware

 

Berg- oder Plattnektarinen sind nicht zwangsläufig wild gewachsen.

Verbraucherbeschwerde 

Der Begriff Wildnektarinen suggeriert, dass das Obst wild gewachsen ist. Wildnektarinen sind das meines Wissens definitiv aber nicht, sie werden industriell gezüchtet und angebaut.
Herr W. aus Potsdam vom 05.08.2013

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Es klingt immer gut, wenn „Wildfrüchte“ im Lebensmittelangebot sind. Es weckt die Assoziation von „wild gewachsen und ungespritzt“. Bei den so bezeichneten Früchten handelt es sich um eine andere Sorte, die sich äußerlich deutlich von den bekannten kugeligen Nektarinen unterscheidet. Es ist nach Einschätzung der Verbraucherzentrale schwer vorstellbar, dass die angebotenen Warenmengen dieser Sorte in der freien Natur geerntet wurden.
Der Anbieter sollte daher die Kennzeichnung ändern und die Früchte mit ihrem Sortennamen benennen.

Darum geht’s:

In der Gemüseabteilung als lose Ware angebotene frische Nektarinen sind auf dem Schild am Regal als Wildnektarinen und auf der Obstkiste als Wildnektarinen (weiss), Sorte Platina 1307 bezeichnet. Optisch unterscheiden sich die Nektarinen von den bekannten kugelförmigen Nektarinen. Sie sehen eher wie plattgedrückte Kugeln in Tellerform aus. Es werden verschiedene Bezeichnungen für diese Pfirsichsorte wie Weinbergpfirsich, Bergpfirsich, Tellerpfirsich und Plattpfirsich genutzt.
Die korrekte Bezeichnung lautet Prunus persica var. platycarpa oder paraguayo. Die Sortenbezeichnung „Wildnektarinen“ gibt es botanisch nicht.

Das ist geregelt:

In den EU-Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse (Durchführungsverordnung (EU) Nr. 543/2011) ist für Pfirsiche und Nektarinen zur Kennzeichnung vorgeschriebenen:

  • „Pfirsiche” oder „Nektarinen”,
  • wenn der Inhalt von außen nicht sichtbar ist, Farbe des Fruchtfleisches und
  • freiwillig der Name der Sorte.

Die Phantasiebezeichnung als „Wild“nektarine ist demnach nicht vorgesehen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale versucht der Hersteller mit dem Zusatz „Wildnektarinen“ auf dem Schild am Regal, seinem Produkt einen qualitativ hochwertigen Anschein zu geben. Verbraucher, die Wert auf Ursprünglichkeit und Natürlichkeit legen, könnten zu der Auffassung gelangen, es handele sich bei diesen Nektarinen um naturbelassene, wild gewachsene Nektarinen, die nicht kultiviert und damit auch nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Die Unterscheidung in Kultur-Obst und Wild-Obst kennt der Verbraucher z. B. von Heidelbeeren. Es erscheint hier eher unwahrscheinlich, dass die angebotenen Mengen an dieser Pfirsichsorte aus Wildwuchs stammen.
Zweifelsfrei handelt es sich bei dem Angebot um eine andere Sorte als die kugeligen Nektarinen, was auf der Obstkiste auch gekennzeichnet ist. Die Angaben auf den Obstkisten werden in der Regel jedoch nicht wahrgenommen und die Verbraucher treffen Ihre Wahl allein nach der Kennzeichnung am Regal.

Fazit:

Der Anbieter sollte bei der Kennzeichnung am Regal auf den Zusatz „Wild“ verzichten und die Sorte, z. B. als Plattnektarinen, bezeichnen.

Stellungnahme der REWE Zentral Finanz eG, Köln

Auf das Schreiben der Verbraucherzentrale vom 08.08.2013 liegt keine Antwort vor.

Status 

Im Rahmen eines Marktchecks 2016 haben wir das Produkt nicht im Handel gefunden.

Stand 
24. Oktober 2013