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PENNY Wildpfirsiche, Angebot auf penny.de, 02.09.2013

 

Berg- oder Plattpfirsiche sind nicht zwangsläufig wild gewachsen.

Verbraucherbeschwerde 

In der aktuellen Flugblattwerbung von PENNY gültig ab Montag 02.09. werden auf der Seite 5 "Wildpfirsiche aus Spanien" beworben.
Ich kann nicht glauben, dass der Discounter PENNY wild gewachsene Pfirsiche aus Spanien im Angebot hat. Ich glaube, dass die Pfirsiche von einer Plantage aus dem spanischen Almería stammen und dort unter Verwendung von Pestiziden angebaut werden. PENNY will uns Kunden wohl für dumm verkaufen.
Frau G. aus Minden vom 31.08.2013

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Es klingt immer gut, wenn „Wildfrüchte“ im Lebensmittelangebot sind. Es weckt die Assoziation von „wild gewachsen und ungespritzt“. Bei den so bezeichneten Früchten handelt es sich um eine andere Sorte, die sich äußerlich deutlich von den bekannten kugeligen Pfirsichen unterscheidet. Es ist nach Einschätzung der Verbraucherzentrale schwer vorstellbar, dass die angebotenen Warenmengen dieser Sorte in der freien Natur geerntet wurden.
Der Anbieter sollte daher die Kennzeichnung ändern und die Früchte mit ihrem Sortennamen benennen.

Darum geht’s:

In der Gemüse-/Obstabteilung als lose Ware angebotene frische Pfirsiche wurden im Flugblatt und auf penny.de in dem Wochenangebot ab 02.09.2013 als „Wildpfirsiche“ angeboten. Die Abbildung zeigt Pfirsiche mit der Form von plattgedrückten Kugeln, die deutlich anders aussehen als die althergebrachten kugeligen Pfirsiche. Es werden verschiedene Bezeichnungen für diese Pfirsichsorte wie Weinbergpfirsich, Bergpfirsich, Tellerpfirsich und Plattpfirsich genutzt.
Die korrekte Bezeichnung lautet Prunus persica var. platycarpa oder paraguayo. Die Sortenbezeichnung „Wildpfirsiche“ gibt es botanisch nicht.

Das ist geregelt:

In den EU-Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse (Durchführungsverordnung (EU) Nr. 543/2011) ist für Pfirsiche und Nektarinen zur Kennzeichnung vorgeschriebenen:

  • „Pfirsiche” oder „Nektarinen”,
  • wenn der Inhalt von außen nicht sichtbar ist, Farbe des Fruchtfleisches und
  • freiwillig der Name der Sorte.

Die Phantasiebezeichnung als „Wild“nektarine ist demnach nicht vorgesehen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale versucht der Hersteller mit dem Zusatz „Wildpfirsiche“ seinem Produkt einen qualitativ hochwertigen Anschein zu geben. Verbraucher, die Wert auf Ursprünglichkeit und Natürlichkeit legen, könnten zu der Auffassung gelangen, es handele sich bei diesen Nektarinen um naturbelassene, wild gewachsene Nektarinen, die nicht kultiviert und damit auch nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Die Unterscheidung in Kultur-Obst und Wild-Obst kennt der Verbraucher z. B. von Heidelbeeren. Es erscheint hier eher unwahrscheinlich, dass die angebotenen Mengen an dieser Pfirsichsorte aus Wildwuchs stammen.

Fazit:

Der Anbieter sollte bei der Kennzeichnung diese Sorte von Pfirsichen und Nektarinen in Zukunft auf den Zusatz „Wild“ verzichten und die Sorte, z. B. als Plattpfirsiche, bezeichnen.

Stellungnahme der REWE Zentral Finanz eG, Köln

Auf das Schreiben der Verbraucherzentrale vom 03.09.2013 liegt keine Antwort vor. Der Discounter PENNY gehört zur REWE-Gruppe.

Status 

Im Rahmen eines Marktchecks 2016 haben wir das Produkt nicht im Handel gefunden.

Stand 
24. Oktober 2013