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Trockenprodukte: Füllmenge in Litern – Nährwertangaben in Gramm, Beispiel Sorte Kartoffelknödelmehl

 

Verwirrend für Verbraucher: Statt der Füllmenge in Gramm ist bei Trockenprodukten die Angabe der erforderlichen Flüssigkeitszugabe vorgeschrieben. Hersteller beziehen die Nährwertangaben aber häufig auf das Trockenprodukt.

Verbraucherbeschwerde 

Die Gewichtsangabe auf der Verpackung des Kartoffelpüreepulvers fehlt- Kalorienangaben beziehen sich auf das zubereitete Produkt mit Wasser und Milch. Kalorienangaben des reinen Pulvers fehlen. Kosten und Kalorienvergleich mit anderen Produkten ist dadurch nicht direkt und nur durch umrechnen möglich.
Verbraucher aus Dielheim vom 08.11.2014

Ich bin gerade über die Nährwertangaben einer Packung Kartoffelknödelmehl gestolpert. Die Angaben beziehen sich auf 100 g (nicht zubereitet). Aber ach, nirgends auf der Packung ist eine Gewichtsangabe des Inhalts zu finden! Da nutzen mir die Packungsangaben gar nichts, es sei denn ich habe eine Feinwaage und einen Taschenrechner ständig in Gebrauch.
Verbraucher aus Ohlstadt vom 02.03.2012

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Auf Trockenprodukten zur Zubereitung mit Flüssigkeit, muss als Füllmenge die Menge an Flüssigkeit gekennzeichnet werden, die zur Herstellung des verzehrfertigen Produktes notwendig ist. Die Nährwertangaben dagegen beziehen sich auf das Lebensmittel zum Zeitpunkt des Verkaufs und können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch auf das zubereitete Produkt beziehen.

Aus Verbrauchersicht ist es wünschenswert, wenn sich die Füllmengenangaben auf das Trockenprodukt und auf das zubereitete Produkt in Gramm beziehen und die Nährwertangaben ebenfalls auf 100 Gramm des Trockenproduktes und 100 Gramm des verzehrfertigen Erzeugnisses beziehen würden.

Darum geht´s:

Auf einer Packung fertiges Kartoffelknödelmehl befinden sich Nährwertangaben, die sich auf 100 Gramm des nicht zubereiteten Knödelmehls beziehen.
Die Menge des enthaltenen Knödelmehles ist nicht angegeben. Der Hersteller gibt lediglich an, dass das Knödelmehl mit 0,75 Liter Wasser angerührt zwölf Knödel ergibt.
Ohne Nennung der Füllmenge des Trockenpulvers sind die Nährwertangaben für Verbraucher wertlos.

Das ist geregelt:

In der Fertigpackungsverordnung wird die Angabe der Füllmengen geregelt. Fertigpackungen dürfen demnach gewerbsmäßig nur in den Verkehr gebracht werden, wenn die Füllmenge nach Gewicht, Volumen oder Stückzahl oder in einer anderen Größe angegeben ist. Trockenerzeugnisse für Pudding, Püree oder Klöße müssen mit der Menge der Flüssigkeit, die zur Zubereitung der Füllmenge erforderlich ist, gekennzeichnet werden. Im vorliegenden Fall ist die Füllmenge durch die Angabe „für 0,75 l Flüssigkeit“ korrekt ausgewiesen.
Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) schreibt vor, dass sich die Nährwertkennzeichnung auf 100 Gramm oder 100 Milliliter des Lebensmittels – zum Zeitpunkt des Verkaufs – bezieht. Angaben pro Portion sind zusätzlich möglich. Gegebenenfalls können sich diese Informationen auf das zubereitete Produkt beziehen, wenn ausreichend genaue Angaben über die Zubereitungsweise gemacht werden und sich die Informationen auf das verbrauchsfertige Lebensmittel beziehen

So sieht´s die Verbraucherzentrale:

Bei Trockenprodukten wie Pudding, Püree oder Klößen ist es sinnvoll, wenn sich die Füllmenge sowohl auf das Trockenpulver als auch auf das zubereitete Erzeugnis bezieht. Hierfür ist eine Änderung der Fertigpackungsverordnung erforderlich.

Für Verbraucher ist die Nährwertkennzeichnung nur nachvollziehbar, wenn sie sich auf die dieselbe Bezugsgröße bezieht wie die Füllmenge. Diese Vorgabe ist jedoch nicht ausdrücklich in der LIMIV gefordert.

Fazit:

Für Trockenerzeugnisse wie Pudding, Püree oder Klöße sollten sich sowohl die Füllmenge als auch die Nährwertangabe auf das Gewicht beziehen und zwar für das trockene und zubereitete Produkt.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [aktuell: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft] über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
17. Oktober 2017