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Jumbo – Surimi Garnelen in Lake

 

Wer die Bezeichnung Surimi nicht kennt, kann das Produkt für echte Garnelen halten und erfährt erst auf der Rückseite, dass es sich um ein Imitat handelt.

Verbraucherbeschwerde 

Auf den ersten Blick ist nicht erkennbar, dass es sich um ein Imitat handelt. Die Vorderseite der Verpackung macht den Eindruck, als handele es sich um Garnelen in Spitzen-Qualität. Wer den Begriff Surimi nicht kennt, weiß nicht, dass es gepresstes Fischfleisch (mit Hühnereiweiß!) ist.
Herr N. aus Berlin vom 31.12.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

In den Leitsätzen ist festgelegt, dass der Hinweis auf ein Fisch-Imitat in der Verkehrsbezeichnung aufgeführt werden muss und dann wie folgt heißt: „Surimi, (in diesem Fall:) Garnelen-Imitat aus Fischmuskeleiweiß geformt“. Die Position der Verkehrsbezeichnung auf der Verpackung ist jedoch nicht geregelt und steht hier erst auf der Rückseite.
Da der Produktname auf der Vorderseite der Verpackung lediglich „Jumbo – Surimi Garnelen" lautet, können Verbraucher echte Garnelen erwarten, wenn sie die Definition von Surimi nicht kennen. Missverständnisse sind unseres Erachtens nur zu vermeiden, wenn bereits auf der Schauseite, z. B. durch Angabe der Verkehrsbezeichnung, deutlich wird, dass es sich um ein Imitat handelt.

Darum geht’s:

Auf der Schauseite der Verpackung wird mit dem Produktnamen „Jumbo – Surimi Garnelen in Lake“ geworben. Erst aus der Verkehrsbezeichnung auf der Rückseite bzw. dem Boden der Produktverpackung ist dann die Information zu entnehmen, dass es sich hierbei nicht um echte Garnelen, sondern um ein Garnelen-Imitat handelt, das aus Fischmuskeleiweiß geformt wurde.

Das ist geregelt:

Gemäß der Leitsätze für Fische, Krebs- und Weichtiere und Erzeugnisse daraus ist Surimi zerkleinertes, mit Wasser gewaschenes Fischmuskelfleisch ohne Faserstruktur. Diese wird in der Regel gesalzen, geformt und unter Zugabe von Hühnereiweiß oder Stärke durch Wärme verfestigt. Der Einsatz weiterer Zutaten und Zusatzstoffe wie Würzmittel, Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffe und/oder Konservierungsmittel verleiht dann zum Beispiel dem Garnelenfleischimitat die rote Farbe und den typischen Geschmack.
Weiterhin schreiben die Leitsätze vor, dass diese Produkte in der Verkehrsbezeichnung als „Surimi…-Imitat aus Fischmuskeleiweiß geformt“ kenntlich gemacht werden müssen.
Da für die Verkehrsbezeichnung nicht festgelegt ist, an welcher Stelle der Verpackung sie sich befinden muss, steht sie meist erst auf der Rückseite in unmittelbarer Nähe der Zutatenliste.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Aus Verbraucherbeschwerden ist den Verbraucherzentralen bekannt, dass die Bezeichnung Surimi nicht landläufig bekannt ist. Auch der Produktname „Surimi Garnelen“ und die Nachahmung der Garnelenform und deren rote Einfärbung können zur Verwechslung mit echten Garnelen führen. Somit können sich beschwerende Verbraucher zu recht getäuscht fühlen.

Fazit:

Ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich hierbei um ein Imitatprodukt handelt, sollte auf der Schauseite der Verpackung stehen. Nur so ist eine Verwechslung mit echten Garnelen auszuschließen auch bei den Verbrauchern auszuschließen, die nicht das Kleingedruckte auf der Rückseite lesen.

Stellungnahme der Atlantis Seafoods GmbH, Bremerhaven

Kurzfassung erstellt durch die Verbraucherzentrale:

Wir haben uns bei der Deklaration an die gesetzlichen Bestimmungen gehalten und alle erforderlichen Daten auf dem Bodenetikett abgedruckt. Da sich auf dem Bodenetikett auch die Information zur Haltbarkeit befindet, gehen wir davon aus, dass jeder Verbraucher die Informationen auf der Unterseite zur Kenntnis nimmt. Dort steht, dass es sich bei Surimi-Garnelen um „Imitat aus Fischmuskeleiweiß geformt“ in Lake handelt.

Stellungnahme Downloads 
Stand 
16. April 2012