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Honig vom Anbieter in Deutschland, aber nicht in Deutschland erzeugt

 

Herkunft sollte auf der Frontseite des Honigs deutlich erkennbar sein

Verbraucherbeschwerde 

Rottannen Honig, Etikett und Verkaufspreis von 8 Euro lassen auf ein einheimisches Produkt schließen. Der Schwarzwald ist bekannt für seinen Tannenhonig. Die Angabe des Herstellers im Schwarzwald lässt ebenfalls auf regionalen Honig schließen. Erst bei sehr genauem Hinsehen sieht man auf dem Deckel "Ursprung: Mischung von Honig aus EU Ländern". Das empfinde ich als Täuschung.
Verbraucherin aus Inzell vom 23.10.2018

Durch den Aufdruck des Etiketts wird der Eindruck vermittelt, dass es sich um Imkerhonig aus der Lüneburger Heide handelt. Das komplette Etikett ist dementsprechend gestaltet. Lediglich der kleine, schlecht lesbare, maschinelle Aufdruck auf der Flasche selbst erklärt die Herkunft des Honigs mit „Mexiko“. Ich fühle mich durch den Eindruck, welcher durch die Gestaltung des Etiketts erweckt wird, über die tatsächliche Herkunft des Honigs getäuscht. Für mich entsteht der Eindruck, dass bewusst der Eindruck erweckt werden soll, dass der Honig aus der Lüneburger Heide stammt.
Verbraucher aus Laatzen vom 10.06.2018

Der Honig heißt "Heidehonig". Es ist ein Imkerhonig – kein Hinweis auf der Vorderseite auf Verwendung von EU-Honigen, aber auf Rückseite extrem klein gedruckter Hinweis auf Mischung von Honig aus EU-Ländern. Das ist nicht in Ordnung.
Verbraucherin aus Sindelfingen vom 14.07.2015

Die Gestaltung und Informationen der Verpackung täuschen meiner Meinung nach den Verbraucher. Und zwar in Wort und Bild. Die Darstellung eines niederdeutschen Bauernhauses mit typischem Habitus der Lüneburger Heide (Wacholdergewächse) suggeriert, dass es sich bei dem Produkt um ein Lebensmittel aus der Lüneburger Heide handelt.
Dies wird durch die Erzeugeradresse – ebenfalls auf dem vorderen Etikett – unterstrichen: Dort liest man in roten Großbuchstaben "... – LÜNEBURGER HEIDE". Die tatsächliche Herkunft wird in einem deutlich kleiner gedruckten langen Fließtext erwähnt ("Mischung von Honig aus EG- und Nicht-EG-Ländern") und kann überlesen werden. Dieser Honig hat also gar keine spezifische Herkunft. Er kann aus der ganzen Welt kommen.
Verbraucher aus Hamburg vom 02.12.2013

Die Aufschrift suggeriert einen deutschen Bienenhonig aus der Lüneburger Heide. Bei sorgfältigem Lesen auf der Rückseite erkennt man - sehr trickreich verpackt -, dass es sich um eine Mischung von Importhonige handelt.
Verbraucher aus Simmern vom 14.09.2013

Nach der Besichtigung/Führung der Korbimkerei konnten Honigprodukte im zur Imkerei gehörenden Laden erworben werden. Ich bin davon ausgegangen, dass ich Heide-Honig dieser Korbimkerei kaufe. Beim späteren Lesen des Etiketts kam der winzige Hinweis: Mischung von Honig aus EG-Ländern!
Verbraucherin aus Betheln vom 12.06.2013

Bei Honig nervt mich schon lange die Angabe "aus EU- und Nicht-EU-Ländern". Dass der Honig von diesem Planeten stammt, ist mir schon klar. Also guck ich immer genau hin. Trotzdem reingefallen. Auf dem Etikett vorne steht D. - Goldbiene - Imkerhonig - Lüneburger Heide. Also dachte ich, der Honig kommt von dort. Hinten ist kein Etikett. Erst zu Hause seh ich, dass neben dem Verfallsdatum steht: Mischung aus Nicht-EG-Ländern. Dort und in dieser Form habe ich nun wirklich keine Herkunftsangabe erwartet.
Verbraucher aus Bonn vom 15.05.2013

Auf dem Glas steht vorn: B.M.-Imkerhonig. Kleiner Text auf Rückseite Mischung von Honig aus EG-Ländern und Nicht-EG-Ländern ohne weitere Herkunftsangabe und ohne Nennung des Mischungsverhältnisses. Es wird der Eindruck erweckt, es handele sich um Honig aus der M. Gegend, in Wirklichkeit handelt es sich dabei nur um die Abfüllung von Honig aus irgend-wo-her!
Verbraucher aus München vom 10.11.2011

Die Abbildung und der Text auf der Banderole sollen dem Verbraucher suggerieren dass es sich hierum um ein Produkt aus dem Schwarzwald handelt, tatsächlich stammt der Honig aus Mexiko. Das ist auf dem Deckel auch so gekennzeichnet und daher bestimmt rechtlich ok, trotzdem wird der Verbraucher hier meiner Meinung nach getäuscht, es sei denn der Hersteller kann mir beweisen dass das Foto auf dem Etikett in Mexiko gemacht wurde...
Verbraucher aus Vaihingen vom 13.12.2011

Waldhonig " groß gedruckt erweckt den Eindruck von Heimat. Kleingedruckt " Honig aus verschiedenen Ländern der EG und nicht EG "
Verbraucher vom 28.11.2011

Das Produkt erweckt den Eindruck, der Honig stamme aus M. oder der Gegend um M. Auf dem Glass steht aber „Herkunft aus EG und Nicht-EG Ländern“. D.h. der Honig könnte auch zu 98 % aus China kommen? Die Firma behauptet auf ihrer „Philosophie“ Seite zwar nicht, dass der Honig aus der Region kommt, doch sie tun da sehr qualitätsbewusst und ich fände es transparenter und glaubwürdiger, wenn sie wenigstens dort genauer angeben würden, wo ihr hochwertiger Honig zu welchen Anteilen herkommt.
Verbraucherin aus Bonn vom 21.10.2011

Ich fühle mich getäuscht, weil auf dem Hauptetikett groß steht, dass es sich um Waldhonig von der Firma D. in U. in der Lüneburger Heide handelt. Damit entsteht m.E. der Eindruck, dass es sich um Honig aus der Gegend "Lüneburger Heide" handel. Auf dem rückseitigen Etikett steht dann ein längerer, kleingedruckter Text; dort wird ganz am Ende darauf hingewiesen, dass der Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern stammt. Wenn man also bei Einkauf nicht ganz genau liest, glaubt man, deutschen Honig zu kaufen und in Wirklichkeit kann man dann nicht einmal nachvollziehen, aus welchem Land das Produkt kommt.
Verbraucher aus Hopsten vom 22.09.2011

Auf der Vorderseite des Glases steht: "… Wabenreiner Imkerhonig; Firma D aus U." auf der Rückseite wird dann "im Kleingedruckten" mitgeteilt, dass dieser Honig aus der ganzen Welt zusammengemischt wird und nicht aus der Region U. stammt.
Verbraucher aus Lengerich vom 23.07.2011

Ich wollte gezielt einen flüssigen Honig kaufen, der in Deutschland hergestellt ist bzw. der von deutschen Imkern erzeugt wurde. Deshalb habe ich bewusst Produkte vermieden, auf denen deutlich sichtbar vermerkt war, dass es sich um Honig aus "Nicht-EG Ländern" o. ä. handelt. Deshalb fiel meine Wahl schließlich auf Honig der Firma B. aus der Region. Zumindest lässt sich auf der Vorderseite der Tube kein expliziter Hinweis auf die Herkunft des Produktes finden. Abgebildet ist allerdings eine Zeichnung traditioneller Bienenstöcke sowie der deutliche Verweis auf die Region im Zusammenhang mit der Firmenadresse. Erst bei der zweiten Betrachtung zuhause fiel mir auf, dass sich auf der Rückseite des Tubendeckels ein kleiner maschinell aufgedruckter Hinweis auf die Herkunft des Honigs befindet. Dieser Aufdruck in punktierter Schrift ist sehr klein, steht auf dem Kopf und enthält folgende Mitteilung: "(...) Mischung von Honig aus EG-Ländern".
Es besteht daher Annahme zum Verdacht, dass die Firma dem Kunden suggerieren möchte, dass es sich um ein traditionell hergestelltes Produkt aus deutschem Anbau handelt, was offensichtlich nicht der Fall ist oder nur zufällig sein kann.
Verbraucher aus Darmstadt vom 22.07.2011

Die Aufmachung suggeriert, dass dieser Imkerhonig aus der Gegend um M. stammt. Tatsächlich ist es eine Mischung von Honig aus EG-Ländern und Nicht-EG-Ländern die namentlich nicht genannt werden.
Verbraucherin aus Zeitz vom 21.07.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Wurde der Honig nicht nur in einem Land erzeugt, so darf anstelle der Ursprungsländer der Hinweis „Mischung von Honig aus EU-Ländern und/oder Nicht-EU-Ländern“ auf der Verpackung stehen. Ist dieser Hinweis jedoch nur auf den zweiten Blick erkennbar, kann der Verbraucher trotzdem annehmen, einen deutschen Honig zu kaufen. Vor allem kann eine falsche Erwartung dann entstehen, wenn die Aufmachung der Verpackung auf eine regionale Herkunft hinweist.

Darum geht’s:

Ist der Honig als Imkerhonig gekennzeichnet und die Adresse eines Deutschen Imkereibetrieb springt ins Auge, können beim Verbraucher einen in Deutschland erzeugten Honig erwarten.
Die Angabe zum Ursprungsland oder den Ursprungsländern steht meist an anderer Stelle – auf der Rückseite oder am Deckelrand. Zudem wählen die Hersteller häufig eine kleine Schrift dafür.

Das ist geregelt:

Die deutsche Honigverordnung schreibt die Angabe des Ursprungslandes oder der Ursprungsländer vor, in dem oder denen der Honig erzeugt wurde. Bei mehr als einem Ursprungsland kann stattdessen jeweils eine der folgenden Angaben gemacht werden, sofern der Honig dort erzeugt wurde:
-  „Mischung von Honig aus EU-Ländern“
-  „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“
-  „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“.
Die Kennzeichnung kann an beliebiger Stelle der Verpackung stehen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Aus Sicht der Verbraucherzentralen ist die Regelung unzureichend, um den Verbraucher vor Täuschung zu bewahren.

Fazit:

Die Herkunft sollte bereits auf der Schauseite des Produktes deutlich erkennbar sein. Vor allem dann, wenn die Aufmachung einen falschen Eindruck erwecken könnte.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [aktuell: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft] über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
7. November 2018