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Eistee

 

Nicht erwartet: Eistee ist koffeinhaltig, was nicht besonders gekennzeichnet werden muss.

Verbraucherbeschwerde 

Ich trinke im Sommer gerne Eistee. Auf meinem Getränk steht "Tee, weißer Tee-Extrakt und Saft". Mich ärgert, dass ich nicht erkennen kann, ob und wieviel Koffein enthalten ist. Besonders am Abend möchte ich wissen, ob das Getränk überhaupt geeignet ist.
Verbraucherin aus Marburg vom 26.04.2018

Das Getränk enthält laut Zutatenliste echten Schwarztee (Wasser, Schwarztee, Hagebutten). Auf der gesamten Verpackung befindet sich jedoch darüber hinaus kein Hinweis ob das Produkt Koffein enthält, was bei schwarzem Tee zu erwarten wäre, oder nicht, was bei handelsüblichen Eistees aus Extrakt der Fall ist.
Verbraucher aus Frankfurt vom 23.01.2012

Eistee ist koffeinhaltig, jedoch ist es nicht gekennzeichnet! Viele Menschen/Eltern wissen das gar nicht. Auf jeder Cola steht „Koffeinhaltig“ nur bei Eistee nicht.
Verbraucher aus Brandenburg vom 01.06.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Bei Teegetränken wie Eistee ist kein Hinweis auf Koffein erforderlich, wenn „Tee“ in der Bezeichnung auftaucht. Es ist sicher nicht allen Verbrauchern bekannt, dass die Bezeichnung „Tee“ für Erzeugnisse vom Teestrauch steht, dessen Blätter Koffein enthalten, beispielsweise Schwarztee. Speziell bei Bezeichnungen, die auf einen Fruchtgehalt oder -geschmack hinweisen wie „Eistee Pfirsich“, können Verbraucher einen koffeinfreien Früchtetee vermuten.
Daher sollte nach Ansicht der Verbraucherzentrale auch bei dieser Produktgruppe ein schnell auffindbarer Hinweis auf Koffein vorgeschrieben sein.

Darum geht’s:

Eistee besteht aus Wasser, Zucker, Zusatzstoffen und Aromen, häufig auch unter der Verwendung von Fruchtbestandteilen, und Zusätzen von Tee oder Teeextrakt wie schwarzer Tee, grüner Tee, weißer Tee, gelber Tee, oder mit einem Zusatz von Matetee. Durch diesen Zusatz von Tee, Teeextrakt oder Mate ist das Getränk koffeinhaltig, was nicht allen Konsumenten bewusst ist.

Das ist geregelt:

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) regelt die Kennzeichnung von Getränken mit erhöhtem Koffeingehalt oder Lebensmitteln mit Zusatz von Koffein. Danach müssen Getränke mit einem Koffeingehalt über 150 Milligramm pro Liter den folgenden Hinweis im selben Sichtfeld wie die Bezeichnung tragen: „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen”. Davon ausgenommen sind Getränke, die auf Kaffee, Tee bzw. Kaffee- oder Teeextrakt basieren und bei denen der Begriff „Kaffee“ oder „Tee“ in der Bezeichnung vorkommt.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Damit Verbraucher koffeinhaltige Getränke auf Teebasis schnell erkennen können, sollte ein schnell auffindbarer Hinweis auf Koffein verpflichtend sein, zum Beispiel „koffeinhaltig“.

Fazit:

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale sollte bei dieser Produktgruppe ein schnell auffindbarer Hinweis auf Koffein vorgeschrieben sein.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [aktuell: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft] über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
9. Mai 2018