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Bayerischer Leberkäse

 

Der Bayrische Leberkäse ist ein Fleischkäse

Verbraucherbeschwerde 

Im Produkt "Bayerischer LEBERKÄS FEIN" ist überhaupt keine Leber enthalten!
Verbraucher aus Mainaschaff vom 10.02.2020

… verkauft einen Bayerischen Leberkäse der Firma …. Ich habe mir diesen gekauft und musste zuhause feststellen, dass kein einziges Gramm Leber in dem Leberkäse ist!!! Es ist nur Fleisch drin und damit ein „Fleischkäse“, was ich so nicht erwartet habe. In Ordnung ist das nicht, oder?"
Verbraucher aus Nordhorn vom 15.01.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Das Fleischerzeugnis „Bayerischer Leberkäse“ enthält im Gegensatz zu „Leberkäse“, der unter Verwendung von Leber hergestellt wird, keine Leber. Diese Praxis entspricht den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse, die eine Ausnahme für „Bayerischen Leberkäse“ beschreiben.
Falsche Erwartungen bei Verbrauchern sind unserer Meinung nach nur dann auszuschließen, wenn schon die Bezeichnung dies deutlich macht und z. B. „Bayerischer Leberkäse traditionell ohne Leber“ lautet.

Darum geht’s:

Es gibt im Handel Wursterzeugnisse mit der Bezeichnung „Bayerischer Leberkäse“, „Leberkäse“ und Fleischkäse. Während „Leberkäse“ entsprechend dem Namen auch Leber enthält, ist diese Zutat in Bayern in der Regel nicht enthalten. Der „Bayerische Leberkäse“ entspricht daher von der Zusammensetzung einem „Fleischkäse“. Verbraucher können diese unterschiedlichen Rezepturen erst beim Lesen der Zutatenliste feststellen.

Das ist geregelt:

Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Zusammensetzung. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).
Die Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse schreiben als Zutaten für Leberkäse Rind- und/oder Schweinefleisch, Fettgewebe und Leber vor. Als Ausnahme ist für „Bayerischen Leberkäse“ definiert: „Leberkäse enthält in Bayern in der Regel keine Leber, außerhalb Bayerns kann derart hergestellter Leberkäse als ‚Bayerischer Leberkäs(e)‘ bezeichnet werden ...“.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Verbraucher, die diese Festlegung nicht kennen, können bei Erzeugnissen mit der Bezeichnung „Bayerischer Leberkäse“ auch einen klassischen Leberkäse mit Leber als Zutat erwarten. Aus unserer Sicht ist deshalb eine Änderung der Leitsätze erforderlich. Wird auf der Schauseite und/oder in der Bezeichnung auf „Leber“ hingewiesen, sollte auch Leber enthalten sein. Trifft dies bei „Bayerischem Leberkäse“ nicht zu, sollte die Bezeichnung mit der Angabe „traditionell ohne Leber“ ergänzt werden.

Fazit:

Falsche Erwartungen beim Verbraucher sind unserer Meinung nach nur dann auszuschließen, wenn schon die Bezeichnung dies deutlich macht und z. B. „Bayerischer Leberkäse traditionell ohne Leber“ lautet.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Problematik informiert.

Stand 
17. Februar 2020