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Aufgetautes Fleisch

 

Nach dem Marinieren ist der Hinweis „aufgetaut“ nicht mehr erforderlich

Verbraucherbeschwerde 

Ich ging davon aus, dass das vakuumverpackte, marinierte Fleisch aus frischem Fleisch und nicht aus aufgetautem hergestellt wird. Aus der Verpackung geht das jedenfalls nicht hervor. Nicht einmal die Verkäuferinnen wussten, ob es sich um aufgetautes Fleisch handeln könnte. Hier wäre es doch nur fair dem Kunden gegenüber, wenn ein Hinweis darauf gut leserlich auf der Verpackung angebracht wäre.
Verbraucherin aus München vom 27.07.2015

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Vielfach gehen Verbraucher davon aus, dass es sich bei vorverpacktem Fleisch aus der Kühltheke um frisches, nicht um zuvor gefrorenes Fleisch handelt. Aber nur bei unverarbeitetem Fleisch ist für Verbraucher erkennbar, ob es sich um aufgetautes Fleisch handelt. Wurde Fleisch mariniert, kann der Hinweis entfallen. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte aufgetautes Fleisch ohne Ausnahmen den Hinweis „aufgetaut“ auf der Schauseite der Verpackung tragen.

Darum geht’s:

Fleisch wird teilweise in aufgetautem Zustand Verbrauchern im Handel angeboten. Dies ist aber nicht immer erkennbar. Wird das Fleisch nach dem Auftauen mariniert, entfällt der Hinweis „aufgetaut“.

Das ist geregelt:

Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) sieht vor, dass Endverbraucher angemessen darüber informiert werden, wenn Lebensmittel aufgetaut wurden. Denn durch das Einfrieren und spätere Auftauen können sich insbesondere bei Fleisch- und Fischereierzeugnissen Nachteile für die Weiterverwendung oder beim Geschmack ergeben.

Lebensmitteln, die vor dem Verkauf tiefgefroren wurden und aufgetaut verkauft werden, wird der Bezeichnung des Lebensmittels der Hinweis „aufgetaut“ hinzugefügt.

Folgende Ausnahmen werden im Anhang IV der LMIV genannt:

  • Zutaten, die im Enderzeugnis enthalten sind

  • Lebensmittel, bei denen das Einfrieren ein technologisch notwendiger Herstellungsprozess ist

  • Lebensmittel, bei denen das Auftauen keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit oder Qualität des Lebensmittels hat.

Somit sind aufgetaute Zutaten im Enderzeugnis ausgenommen. Wurde Fleisch mariniert oder gewürzt, gilt das Fleisch als Zutat für das marinierte Schweinenackensteak, so dass der Auftauhinweis entfallen kann.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Vielfach gehen Verbraucher davon aus, dass vorverpacktes Fleisch aus der Kühltheke frisch ist. Nach den aktuellen Regelungen muss Fleisch mit weiteren Zutaten, das gefroren und aufgetaut im Handel angeboten wird, keinen Auftauhinweis tragen. Wird jedoch in diesem Zusammenhang das Fleisch mit Aussagen zur besonderen Frische beworben, ist dies nach unserer Auffassung irreführend. Da es beim Auftauen von Fleisch aber zu Qualitätsbeeinträchtigungen kommen kann und um Missverständnisse bei Verbrauchern zu vermeiden, ist aus unserer Sicht ein genereller Auftauhinweis erforderlich.

Fazit:

Der Hinweis „aufgetaut“ sollte ohne Ausnahmeregelung auf der Schauseite des Produktes gut lesbar sein.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
23. Februar 2016