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Alpenmilchschokolade – Vollmilchschokolade

 

Vollmilch erwartet – Magermilchpulver und Butterfett sind enthalten

Verbraucherbeschwerde 

Vorne steht "garantiert 100 % Alpenmilch". In der Zutatenliste findet man Zucker, Kakaobutter, Magermilchpulver, Kakaomasse, Süßmolkenpulver, Butterreinfett ... – d.h. es ist keine "Milch" drin, sondern nur Milchpulver und dann auch keine 100 Prozent. Außerdem welche Alpen sind gemeint: französische Alpen, amerikanische Alpen, australische Alpen?
Verbraucher aus Regnitzlosau vom 23.07.2011

Verkauft wird Alpenmilchschokolade. Auf der Rückseite steht:
1. Kennzeichnung Vollmilchschokolade auf der Rückseite der Verpackung, Zutatenliste enthält aber nur Magermilchpulver
2. Produktname Alpenmilchschokolade (wo ist die Alpenmilch hin? Schokolade kommt doch aus Saarlouis und besteht nur aus Milchpulver)
Verbraucherin aus München vom 13.07.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Die Begriffe „Vollmilchschokolade“ und „Alpenmilchschokolade“ sind in der Kakaoverordnung nicht geregelt, lediglich die Bezeichnung „Milchschokolade“. Für Verbraucher bleibt daher unklar, wie sich „Vollmilchschokolade“ und „Alpenmilchschokolade“ von einer Milchschokolade unterscheidet. Sie sind irritiert über Zutaten wie Magermilchpulver und haben Zweifel an der Herkunft der Milch. Hier fehlen klare Vorgaben.

Bei der „Alpenmilchschokolade“ sollten nach unserer Auffassung alle Milchbestandteile aus einer definierten Alpenregion stammen. Die „Vollmilchschokolade“ sollte ausschließlich mit Vollmilchpulver hergestellt werden.

Darum geht’s:

Die Verpackung der Schokolade weist zum einen auf die Region „Alpen“ hin und stellt zum anderen den Bestandteil „Vollmilch“ in der Bezeichnung „Vollmilchschokolade“ heraus.
Laut Zutatenliste enthält die „Vollmilchschokolade“ unter anderem Magermilchpulver und Butterfett, Vollmilch ist dagegen nicht enthalten. Es gibt keinerlei Erklärung zur Herkunft der Milchbestandteile.

Das ist geregelt:

Die Vorschriften der Kakaoverordnung regeln bei „Milchschokolade“ in Bezug auf die vorhandene Milch: Sie muss 14 Prozent Milchtrockenmasse aus unterschiedlichen Milcherzeugnissen und/oder Milchfett enthalten, diese ergeben zusammen mindestens 3,5 Prozent Milchfett in der Milchschokolade.
Weder „Vollmilchschokolade“ noch „Alpenmilchschokolade“ sind explizit geregelt.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Auf Verpackungen finden sich die Begriffe „Vollmilchschokolade“ und „Alpenmilchschokolade“, die Verbrauchern eine gehobene Qualität in Bezug auf die verwendete Milch und deren Herkunft vermitteln. Da es in der Kakaoverordnung nur Regelungen für „Milchschokolade“ gibt, bleibt für Verbraucher unklar, inwieweit sich die Qualität von „Vollmilchschokolade“ und „Alpenmilchschokolade“ von „Milchschokolade“ unterschiedet. Hierfür sollte es klare Vorgaben geben.

Fazit:

Die Kakaoverordnung sollte nach Auffassung der Verbraucherzentrale die Begriffe „Vollmilchschokolade“ und „Alpenmilchschokolade“ regeln: Bei der „Alpenmilchschokolade“ sollten alle Milchbestandteile aus einer definierten Alpenregion stammen. Die Vollmilchschokolade sollte ausschließlich mit Vollmilchpulver hergestellt werden.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [aktuell: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft] über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
31. Januar 2019