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Seelachsschnitzel nicht aus echtem Lachs

 

Der "Lachsersatz" stammt von Salzfischen wie Seelachs und wird lachsähnlich gefärbt.

Verbraucherbeschwerde 

Am sogenannten Alaska Seelachs Schnitzel finde ich den Namen an sich irreführend. Das Alaska Seelachs Schnitzel wird aus dem Köhler hergestellt, eingefärbt und dann unter dem Werbenamen Alaska Seelachs vermarktet. Köhler gehören nicht mal zur Gattung der Lachse. Es ist nur ein Lachsersatz. Ich dachte, dass ich einen leckeren Lachsaufstrich für mein Brot kaufe. Stattdessen habe ich einen kleingehackten und anderen Fisch auf dem Teller, der mit Benzoesäure und Farbstoffen vermischt ist.

Man sollte es so nennen, wie es ist: Lachsersatz Schnitzel.
Herr W. aus Braunschweig vom 20.07.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Durch die Bezeichnung „Alaska-Seelachsschnitzel“ und die rote Einfärbung des zerkleinerten Fischfleisches im transparenten Glas kann der Eindruck entstehen, dass es sich um einen Brotaufstrich aus Lachsfleisch handelt.

Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollten Anbieter den Hinweis „gefärbt“ gut erkennbar auf der Schauseite der Verpackung anbringen.

Darum geht’s:

„Lachsersatz“ wird aus geräucherten und in Öl eingelegten Seelachsschnitzeln hergestellt. Bei dem verwendeten Fisch, sogenannter Salzfisch, kann es sich beispielsweise um Alaska-Seelachs (Pollak) oder Seelachs (Köhler) handeln. Diese haben von Natur aus kein rotes Fleisch und werden als „Lachsersatz“ entsprechend gefärbt. Die Zutatenliste führt die verwendeten Farbstoffe auf.

In einer Umfrage auf Lebensmittelklarheit aus 2018 glaubte immerhin jeder fünfte Befragte, dass es sich bei Seelachsschnitzeln um ein Produkt aus von Natur aus rotem Fischfleisch handelt. Nur knapp die Hälfte wusste, dass das Fischfleisch gefärbt ist.

Das ist geregelt:

Die Bezeichnung „Seelachsschnitzel“ ist in den Leitsätzen für Fische, Krebs und Weichtiere als Fischerzeugnis beschrieben. Danach werden Seelachsschnitzel aus zerkleinertem Salzfisch wie Seelachs oder Pollak hergestellt, der lachsähnlich gefärbt, kaltgeräuchert und in Öl eingelegt wird. Außerdem ist bei diesen Produkten der eingerahmte Hinweis „Lachsersatz“ erforderlich.

Zum Färben dürfen Lachsersatz-Produkte gemäß der EU-Zusatzstoffverordnung die Azofarbstoffe Gelborange S und Cochenillerot A sowie den Farbstoff Lycopin enthalten. Bei Azofarbstoffen ist zusätzlich der Hinweis „kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ erforderlich.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die mit Lachs zu verwechselnde Bezeichnung „Seelachs“ in Verbindung mit der roten Einfärbung des Fischfleischs kann bei einigen Verbrauchern falsche Erwartungen wecken. Denn dass es sich bei Seelachsschnitzel nicht um echten Lachs handelt, sondern um ein Fischprodukt, das durch Färbung ein an Lachs erinnerndes Aussehen bekommt, ist nicht jedem Verbraucher geläufig. Offenbar stellt auch der Hinweis „Lachsersatz“ nicht für jeden Käufer klar, dass es sich um gefärbtes Fischfleisch handelt.

Fazit:

Ein klarer Hinweis „gefärbt“ auf der Schauseite der Verpackung wäre aus unserer Sicht verbraucherfreundlicher und könnte Missverständnissen vorbeugen.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [aktuell: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft] über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
31. Januar 2019