Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

Archiv

Alaska Seelachs Schnitzel

 

Eingefärbter Seelachs ist kein echter Lachs

Verbraucherbeschwerde 

Am sogenannten Alaska Seelachs Schnitzel finde ich den Namen an sich irreführend. Das Alaska Seelachs Schnitzel wird aus dem Köhler hergestellt, eingefärbt und dann unter dem Werbenamen Alaska Seelachs vermarktet. Köhler gehören nicht mal zur Gattung der Lachse. Es ist nur ein Lachsersatz. Ich dachte, dass ich einen leckeren Lachsaufstrich für mein Brot kaufe. Stattdessen habe ich einen kleingehackten und anderen Fisch auf dem Teller, der mit Benzoesäure und Farbstoffen vermischt ist.

Man sollte es so nennen, wie es ist: Lachsersatz Schnitzel.
Herr W. aus Braunschweig vom 20.07.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

In den Leitsätzen für Fische, Krebs- und Weichtiere und Erzeugnisse ist beschrieben, dass es sich bei Seelachsschnitzel um klein-stückig zerteiltes Fischfleisch handelt, welches als Lachsersatz zudem rot eingefärbt wird. Jedoch kann durch diesen Produktnamen und die rote Einfärbung dieser Fisch-Schnitzel beim Verbraucher der Eindruck entstehen, dass dies ein Brotaufstrich oder eine Paste ist, der oder die aus Lachs hergestellt wird. Um Verwechslungen zu vermeiden, wäre es verbraucherfreundlicher, wenn die Bezeichnung Lachsersatz gut erkennbar auf der Schauseite der Verpackung aufgeführt wird.

Durch die Produktbezeichnung „Alaska Seelachs Schnitzel“ und die rote Einfärbung des zerkleinerten Fischfleisches, die durch das transparente Glas deutlich erkennbar ist, kann der Eindruck erweckt werden, dass es sich hierbei um einen Brotaufstrich handelt, der aus Lachsfleisch hergestellt wurde.
Zwar ist die Produktbezeichnung „Alaska Seelachs Schnitzel“ nach den Leitsätzen korrekt, trotzdem birgt sie nach Ansicht der Verbraucherzentrale ein Täuschungspotenzial. Denn dass es sich beim (Alaska) Seelachs Schnitzel nicht um Lachs handelt, sondern um ein Fischprodukt aus Köhler (Handelsname „Seelachs“) oder Pazifischem Pollack (Handelsname „Alaska-Seelachs“), das durch Färbung ein an Lachs erinnerndes Aussehen hat, ist nicht jedem Verbraucher geläufig.
Die Produktbezeichnung Lachsersatz würde dem Verbraucher unmissverständlich aufzeigen, dass es sich hier nicht um den echten Lachs, sondern um ein Ersatzprodukt handelt. Der Hinweis auf Lachsersatz muss nach den rechtlichen Vorgaben in der Verkehrsbezeichnung an gut sichtbarer Stelle und deutlich lesbar  aufgeführt werden, jedoch nicht zwingend auf der Schauseite der Verpackung.
Zudem ist auch die rote Einfärbung des Fischfleisches, oft mit den Farbstoffen Cochenillerot A und Gelborange S, für den Verbraucher wenig sinnvoll. Hiermit werden keinerlei sensorischen oder andere Merkmale des Produktes verbessert. Die Einfärbung dient lediglich dem Zweck, dass die Fischschnitzel optisch aufgepeppt werden und das Aussehen des echten Lachses imitiert wird. Diese Farbstoffe stehen zudem in der kritischen Diskussion die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern zu beeinträchtigen und im Einzelfall Allergien auszulösen.
Ein klarer Hinweis auf Lachsersatz auf der Schauseite der Verpackung und das Unterlassen der Einfärbung der Fischschnitzel würde aus unserer Sicht verbraucherfreundlicher sein und Missverständnissen vorbeugen

Stand 
13. Dezember 2011